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Aphorismen12
(110 Texte)



Geblendet

.. ringe ich nach Sicht:

Soviel Licht allein für mich
und soviel Liebe ..

Das reicht wohl
für ein ganzes Leben

und ich erkenne dich
in jedem Seelenstrahl,

der taut das Wasser mir,
was eingefroren einst,

vor tausend Jahren.



Depressiv

Wenn es dir so schlecht geht,
dass du sterben könntest,
dann sei nur froh,
wenn es keinem deiner Lieben
ähnlich dreckig geht,
denn dann müsstest du
wirklich sterben -
vor Sorge und Mitgefühl.



Gehört bei “Shopping Queen”:

Und wenn ich sterbe:
Diese Schuhe
zieh ich nie wieder aus!



Fühlen ist Wahrheit

Über allem was lebt,
über allem was schwebt,
wirkt ein Geist,

den wir nicht verstehen
und der uns doch lenkt,
uns Liebe schenkt,

aus einem Gefäß,
das immer überläuft,

das keinen Boden kennt
und jeden beglückt,

der daran glaubt.



Immer wieder

.. zähle ich die Sterne ab
und immer wieder
verzähle ich mich.

Bist du noch am Firmament für mich
oder leuchtest du einem anderen

und ich sehe dich deshalb nicht?

In meinem Herzen
muss ich nicht zählen,

da zählst nur du.



Traumland

Jeder Traum endet:
Bleibt doch der Duft
vom Raum der Elfe
in Anderland
hinter den Augen
als Sehnsucht,

wenn ich erwache
und an dich denke.



“Der Satiriker ist ein gekränkter Idealist:
er will die Welt gut haben,
sie ist schlecht,
und nun rennt er gegen das Schlechte an.“

Kurt Tucholsky




Satire

Es gibt viele Arten,
zu Antworten auf die Gewalt,
auf das Unsagbare
und ein schlechtes Mittel wäre Gegengewalt.

Gewaltlos ist nur der Humor,
der uns lehrt das Fassungslose
in einer Form hinzunehmen,
die nur aus Strichen besteht,

aus Buchstaben besteht,
aus Bildern, Gedichten und Texten,
die das überzeichnet darstellen,
was täglich real passiert.

Insofern ist die Satire,
die pointierte Karikatur,
das friedlichste aller Mittel,
um Misstände aufzuzeigen.



Terroristen

.. sind feige Mörder,
kaltblütige Schlächter:

Sie töten Menschen,
die keine Chance haben.

Sie schlagen zu
aus dem Hinterhalt.

Sie spinnen wie die Spinne
ihr unsichtbares Netz,

aber die Spinne tut es,
um zu überleben

und um das Gleichgewicht
der Natur zu bewahren.

Sie ist nützlich.



Für dich

Wenn die Nacht kommt,
sind alle Träume hell
und weinen den Tag,
der ohne dich vergangen
in sich selbst leise und traurig
und denken an dich,
leben mit dir und leiden dich,
gedenken dir, lieben dich,

hängen dir an.



Die Liebe

.. klopft nur einmal an:
Das Leben ist kurz.
Wer nicht zugreift
hat schon verloren.

Weil die Liebe dann
weitersucht und sucht,
den zu finden,
der passt und sie fasst

mit offenen Händen.



Empathie

.. kann man lernen:
Ich war als Teenager kalt wie Eis,
ich war ein brutaler Schläger,

ich hab Menschen verhöhnt,
ich hab Menschen zusammen geschlagen,
ich hab Menschen ins Gesicht getreten.

Dann traf ich auf die erste Liebe
und bekam zum ersten Mal Zärtlichkeit,
Streicheleinheiten, liebe Küsse

und die Welt war für mich voller Rosen,
die Luft flirrte und atmete Liebe
und meine Wut war wie weggeblasen.

Alle sagten: “Du warst doch früher
so ein Arschloch, was ist denn los mit dir?
Du bist ja so ein cooler Typ geworden.”

Als es dann aus war mit der ersten Liebe,
habe ich das Weinen gelernt,
den Schmerz erfahren.

Und seitdem weiß ich,
was in anderen Menschen vorgeht,
wenn sie verletzt werden.



Träume

Wenn ich träume,
träume ich von dir,
dass wir Musik hören
oder eine DVD schauen
und du dann meine Hand nimmst,
wenn der Film es verlangt
und ich deine Hand drücke
und du mich anschaust
zum ersten Kuss.

Und das uns gleichgültig wird,
was auf dem Bildschirm abläuft
und es weiterläuft und weiterläuft

wie unsere Liebe.



Enttäuschungen

.. hab ich viele erlebt im Internet,
trotzdem bekommt jeder seine Chance.
Warum sollte ich misstrauen,
wo doch Vertrauen die Basis bildet
für ein Miteinander?

Ich war zwei Jahre mit einer Frau
in einem sehr nahen Mailaustausch,
die sich dann als lesbisch outete:
Ich schrieb ihr Liebesgedichte
und sie hat es sich gefallen lassen ..

Was solls? Jeder neue Mensch
ist eine neue Möglichkeit zur Wahrheit:
Wenn man nur offen, ehrlich bleibt.

Ich glaube immer wieder
an das Gute im Menschen.

Das ist mein Geheimnis.



Grenzenlos

Über alle Mauern,
über alle Zäune,
über alle Berge,
über alle Täler,

reicht sich manchmal eine Hand,
reicht sich Freundschaft,
reicht sich Liebe,

reicht sich Glück.



Du

Es gibt die Verliebtheit,
die Zeit braucht,
um sich zu entscheiden,
ob es tiefer wird
oder ob es endet.

Und es gibt die Liebe,
die ein Mensch in sich trägt
und die alles umfasst
und die niemals zu töten ist.

Und es gibt die Liebe,
die sofort am ersten Tag brennt
wie ein Seelenfeuer
und alles andere betäubt,
alle Gedanken wegwischt
und nur denkt:

Du.



Catch the Rainbow

Könntest du dir vorstellen,
mit mir einem Regenbogen
entgegen zu laufen?

So lange mit mir laufen,
bis wir ihn erreicht haben
und wenn es das ganze Leben dauert?

Dann sag: “Ich will!”



Fernes Land so nah

Deine Worte sind wie ein Orkan
in der anbrechenden Nacht,
ziehen mich aufs Meer der Liebe,

lassen mein kleines Herz treiben
ruderlos als Nussschale zu dir
im dichten Strom der Gezeiten,

zwischen Nord- und Südwind,
Traumgebilde und Wirklichkeit,
Wunsch und Hoffnungsschimmer.

Du bist mein Leuchtturm,
meine Insel, mein Ziel,
mein Ankergrund:

Mein Sinn und mein Sein.



Inspiration

.. heißt, in einem Werk eine Anregung
zu einem völlig neuen Werk finden.

Manche aber übernehmen nur die Idee,
verändern den Stil und die Worte,

schreiben ihren Namen darunter
und bilden sich ein, sie wären kreativ.

Besonders frech wird es dann,
wenn sie diese abgekupferten Werke

dann noch anderen widmen,
als wären sie wirklich von ihnen.

Doch warum über Pseudodichter reden?



Köche

Es gibt zweierlei Köche:
Die einen suchen sich ein Rezept
und halten sich daran,
die anderen experimentieren.

So ist das auch in der Poesie:
Die einen finden eine Idee
und schlachten sie für sich aus,
die anderen kochen aus dem Bauch

ihre Wortsuppe.



Outsider

Die Leute hier sind alle verbandelt:
Sie mailen sich Nachrichten,
sind so in naher Verbindung.

In Netzwerken sind manche verknüpft,
über Facebook oder Twitter usw.
Ich zieh allein mein Ding durch.

Und ich weiß nicht so genau,
wie sie über mich reden und denken,
weil ich es nicht lesen kann.

Aber ich fühle es aus den Worten,
denn jeder Mensch sendet
nonverbale Signale aus.

Und jeder Mensch spürt die Lüge
hinter vorgegaukelten Worten,
jeder hat dafür einen Sinn.

Lass sie reden, denk ich mir,
denn sie reden immer,
sie brauchen das für ihre Gesundheit.

Ich zieh allein mein Ding durch,
trotz aller Misstöne in den Signalen,
die unterschwellig mitschwingen.

Ich zieh es durch.



Noch einmal?

Wär ich nochmal zur Zeugung vorgeschlagen
vom unschlagbaren und harten Schicksal
und könnte mir meine Eltern aussuchen,
meine Umgebung, meine Bedingungen,
ich würde es nicht anders wählen.

Denn alles, was ich in meinem Leben erlebte,
was ich erfuhr, was mich trieb und antrieb,
hat mich zu dem gemacht, der ich bin
und ich möchte kein anderer sein,
kein anderes Leben leben.

Auch wenn ich mir zu manchen Zeiten
in schwachen Stunden wünschte
und wünschte und wünschte ..

Ihr kennt das doch, oder?



Ein Kinderlächeln

.. enthält mehr Wahrheit
als alle Glaubensbücher,
alle Glücksratgeber
dieser Welt.

Lasst die Kinder immer lächeln.



Die Wahrheit

.. finden wir nicht in Büchern.
Die Wahrheit trägt jeder selbst in sich
als emotionales und tiefes Wissen.

Bücher können helfen,
diese Weisheit zu befördern
aus vergrabenen Seelengründen.

Kinder sind die wahren Weisen
und deshalb wird der Suchende
wieder zum Kind im Alter

und weiß nicht mehr,
als am Anfang

und lächelt still.



Glaubensbekenntnis

Ich glaube nicht an Gott,
wie er in der Bibel beschrieben wird,
aber ich glaube an eine Intelligenz,
außerhalb unseres Fassungsvermögens,
die wir vielleicht Gott nennen dürfen,
aber nicht mit dem alten Mann
verwechseln sollten.

Und ich glaube daran,
dass diese Urkraft des Lebens
gar nicht davon abhängig ist,
dass wir an sie glauben,
sondern eher an uns glaubt,
sonst wären wir nicht
ins Leben gerufen
durch sie.

Amen.



Das Manuskript in der Flasche

Der Protagonist ist ein Verstandesmensch,
der bisher nur an das glaubte,
was er selbst erfahren hat
oder intellektuell nachvollziehbar ist.

Er befindet sich auf einem navigationslosen Schiff,
das von einer Meeresströmung gezogen wird
und zuletzt in einem Strudel versinkt.

Aber was sind seine letzten Worte:
“Oh Gott!”.

Und das ist die eigentliche Botschaft
der Flaschenpost Edgar Poes.



Du

.. denkst vielleicht, ich sei ein lockerer Vogel,
weil ich manches ins Lächerliche ziehe,
mich gern lustig mache, dich nicht ernst nehme?
Weit gefehlt: Ich nehme dich ernst.
Ich nehme jeden Menschen ernst
und ich nehme das Leben ernst.

Doch nur mein Humor hilft mir,
die Klippen des Seins zu umschiffen,
hilft mir, zu überleben in dieser Welt,
ist mir letztes Mittel zur Gegenwehr,
um nicht alles an mich rankommen zu lassen,
was mein Seelenschiff zum Kentern bringen könnte.

Der Malmstrom zieht uns alles hinab,
früher oder später.



A World of Magic
(für Diana)

Wenn man bedenkt,
dass sich alle Lebewesen
den äußeren Gegebenheiten anpassen,
also etwa Blumen sich so ausprägen,
dass sie durch Duft und Farbe Bienen anlocken,
dann muss doch irgendwo ein ‘Denken’ stattfinden
in jedem noch so einfachen Leben.

Wenn etwa die Zellen fähig sind,
sich Zellkulturen in Arbeitsteilung
zu schaffen und soweit gehen,
dass sie einen Menschen bauen
– denn der Mensch ist aus Zellverbünden
in Arbeitsteilung zusammen gesetzt -
dann ist doch irgendwo ein Wille vorhanden,
der immer vom Einfachen zum Höheren strebt.

Und dieser Wille muss
analytische Fähigkeiten besitzen,
damit er die Umwelt erkennt,
um sich darauf einstellen zu können.
Da sehe ich außerhalb unseres Hirns
noch eine Intelligenz, die stetig wirkt.

Die Evolution stellt fest,
wie es ist, aber sie erklärt nicht,
warum und wozu es so ist.
Die treibende Kraft hinter allem
nennen die einen Gott,
die anderen Natur,
doch wer oder was ist Gott
und was steht hinter der Natur?

Das ist uns verschlossen.



Betrunken an Silvester

Mann sollte nie auf einem Damenkloh
im Stehen pinkeln:
Es könnte noch eine draufsitzen.



Nicht wütend

.. bin ich auf Freunde,
die mir schreiben
und kommentieren

und sich den Arsch aufreisen,
authentisch zu sein

zu mir und sich selbst:
Freunde im Leben:

Immer da.

Ohne Moonshine und Finbar
und all die anderen
wäre mein Internet

ein Irrtum.

Ohne meine Schwester
wäre es der Tod.

Ich liebe dich, Feuerkuss,
mein Schwester Jane ..



Wütend

Natürlich bin ich wütend
auf meine Eltern,
auf meine Geschwister,
auf meine Kindergärtner,
auf meine Schullehrer,
auf meine Pfadfinder,
auf meine Pfarrer,
auf meine Ausbilder,
auf meine Dozenten,
auf meine Vorgesetzten,
auf meine Nachgesetzten
auf die Politiker,
auf den Adel,
auf die Schönen,
auf die Reichen,
auf Gott,
auf den Teufel,
auf die Welt.

Fickt euch alle.



Religionen

.. erweisen sich als die größten Pleiten:
Was gut angedacht war, wird zur Bombe:
Die meisten Kriege sind Glaubenskriege:

Oder der Glaube wird vorgeschoben.
Ich halte es mit dem Denker Feuerbach:
Es gibt keinen Gott, keine Auferstehung.

Nach dem Tod kommt nix, ist nix:
Wir haben Gott geschaffen nach unserem Bilde
und nicht umgekehrt.

Dies lehrt uns, gut zu sein per se
und nicht gut zu sein in Erwartung auf Belohnung,
was nur eine geschäftsmäßige Spekulation wäre

wie das Freikaufen von Sünden im Mittelalter.



Kaputt missioniert

Im tiefsten Dschungel
unter Eingeborenen,
die keine Moral kennen
und nicht wissen,
was gut oder böse sei,
herrscht eine Menschlichkeit,
von der wir lernen könnten.

Nicht daran denken darf ich,
was unser westlicher Eifer
im missionieren und bekehren
in diesen Urstämmen
anrichten könnte

oder schon angerichtet hat.



Ich weiß nicht

.. wie andere Weihnachten verbracht haben
und denke an die Menschen,
in deren Land Krieg herrscht

und an die Menschen,
die heute noch versklavt sind
und anderen dienen müssen

und an die Kinder,
die gefangen missbraucht werden
und frag mich, wie es ihnen geht

und an die Kinder,
die im eigenen Elternhaus missbraucht werden
und an ihre stummen Schreie

und die darüber nicht reden dürfen,
was ihnen täglich passiert.

Ihnen allen habe ich eine Kerze entzündet,
an Weihnachten und an Neujahr
als Zeichen, dass keiner vergessen ist.



Hoffnung lebt

Schwebend das Schwert
des Schicksals über dir,
wirkt auch ein Schutzengel,
der beschützt und bewacht
all deine Wege.

Ein Stern beleuchtet dein Dasein
und wenn du am wenigsten an ihn glaubst,
ist er am nächsten bei dir,

bestrahlt am hellsten deine Wege
durch die Nacht des Lebens.



Himmel und Hölle

In jeder Seelenhölle wohnt ein Gott,
in jedem Seelenhimmel wohnt ein Teufel.

Und beide kämpfen ständig miteinander
den ewigen Kampf zwischen Gut und Böse.

Wer dem Bösen dient, hat die Hoffnung,
durch Vergebung ins Leben zu finden.

Wer nur dem Guten dienen möchte,
hat kaum Chancen zum wahren Guten,

weil sich das Böse in seinem Inneren
abspaltet und sich verselbständigt.

Pädophil gewordene Geistliche sind dafür
ein unrühmliches, aber gutes Beispiel.



Disparater Charakter

Könnt ich meiner Intelligenz folgen
oder wenigstens meinem Wissen:
Tausend Freunde hätte ich auf der Welt,
aber die Emotionen zollen ihren Tribut,
sie übermannen, bestimmen mich,
beherrschen mich zu manchen Zeiten.

Der Teufel in mir ist ein listiger Gegner,
der mich mit scharfen Klauen packt
und mir alles zerstört, was aufgebaut
ein guter Mensch in reinen Momenten,
der ich bin wenn die die Wut schlummert
und die Sonne aus meiner Seele scheint

wie ein Leitstern in der Nacht.



Liebestraum

Der Traum von Liebe
ist der Traum
vom verlorenen Paradies
des Fötus,

ist die Sehnsucht
zurück in den Herzton,
in die Nährflüssigkeit,
den Mutterschoß.

Getragen in Sicherheit,
warm und geborgen,
noch ungeworfen
in die kalte Welt.

die uns abgrenzt
und  ausgrenzt
und voneinander trennt
wie ferne Sterne

in der Nacht.



Kein Dichter

Kein großer Poet bin ich,
kein Verfasser von Oden,
Elegien oder Sonetten.

Nicht mal ein Dichter
bin ich wirklich:
Ein Schreiberling nur:

Ein Schmierfink,
der liebt und lebt

und Wut in sich trägt.



Die Wahrheit

Es gibt nur eine Wahrheit
und die liegt im Tod,

weil der Tod
das ganze Leben beinhaltet

und für immer festhält.



Die Liebe

.. ist wie tausend Rosen
über dein Haus,
aber wieviel Stacheln
fliegen da nieder?

Nicht verletzt wissen
möchte ich dich
und schweige still
wie ein Blatt am Baum,

getrieben vom Wind,
gerüttelt, geschüttelt,
gedreht und gewendet
und einfach hängend,

so bleibe ich still.



Winterwärme

Wenn der Sturm kommt,
wenn der Schnee kommt,
wenn das Eis kommt,
wenn die Kälte kommt,

möchte ich lachen,
weil du mich wärmst
mit jeder Geste
jedem Wort,

gesagt oder ungesagt.



Mein Herz

Als der Regen fiel,
fiel mein Herz zu dir:
Jetzt wo es schneit,
muss es bei dir sein.

Wo sonst könnte es sein,
wo ich es an dich
ganz freiwillig
verloren habe,

verschenkt habe?



Sternenfeuer

Wie kalt der Stern,
so weit weg von mir,
wie warm der Stern
inmitten meiner Seele.

Sterne bekommen Leben,
bekommen Wärme,
bekommen Liebe,
durch uns Menschen,

weil sie in uns leben.



Winterliebe

Im Schnee ein Schneemann,
macht sich gut,
aber eine Liebe bauen?

Der Schneemann schmilzt,
die Liebe sollte halten
ein Leben lang,

damit man jeden Winter
wieder einen Schneemann
miteinander baut,

der lacht aus vollem Glück.



Spuren von Liebe

Im Schnee manchmal
schaue ich zurück
und sehe Spuren.

Bald werden
diese überdeckt sein
von weißem Kristall.

Im Internet meine Spuren
werden bleiben
und zu dir führen

und zurück in mein Herz,
aus dem sie kommen,
lautlos und leise

wie der Nachtwind,
der die Liebe trägt
von dir zu mir.



Seelenfeuer

Du bist bei mir,
an meiner Seite,
direkt neben mir,
berührst mein Herz
wie der Schnee
meine Kleidung.

Was von außen kalt,
ist von innen warm
durch deine Worte,
durch deine Zuwendung,
durch dein Sein
und Dasein

in dieser Welt.



Kreative Pause

.. einlegen wäre gut,
wegkommen vom
hergebrachten Stil,
raus aus altem Flechtwerk.

Hinwendung zu Neuem,
nie Dagewesenem:
Frischere Worte finden,
andere Formen, Inhalte.

Beibehalten das Gute
im Alten und Bewährten
und doch wandeln
über eine Brücke

zur Verwandlung.



Manchmal

fühlt man sich einsamer als die Nacht,
weil die nicht wirklich da ist,
die man erwartet hätte

und dann steht man auf,
läuft durch die Wohnung
ohne Ziel

und setzt sich wieder
an den PC

und hofft und weint
und schaltet aus.



Wintereinbruch

Gleichmäßiges Kratzen
aus meinem PC:
Die Festplatte
geht ihren Gang ins Jenseits,
gibt ihren Geist auf:

Aber dann wars nur der Nachbar
beim Schneeschippen.



Ersetzbar
(für Lascona)

.. ist jeder Mensch,
der auf einem Platz sitzt:
Ob der ‘Ersatz’ diesen ausfüllt,
ist eine andere Frage.

Wenn du einen Zahn verliert,
kannst du ihn zwar ‘ersetzen’,
aber er ist nicht das Original,
gewachsen aus dir.

So ist jeder Mensch ein Unikat
das sich niemals ‘ersetzen’ lässt,
wenn der Mensch dir wirklich
ans Herz gewachsen ist.



Frauen sind Frauen sind Frauen

Ich liebe Frauen,
die sich lustig machen
über ihren Drang,
Schuhe und Taschen zu kaufen

und die trotzdem
gerne auch weiterhin
mit Lust, Freude und Elan
Schuhe und Taschen kaufen.



Am Ende

.. wird immer die Liebe siegen
und leuchten ihren Schein

ins dunkelste Herz,
in die schwärzeste Seele

wie ein Schrei in der Nacht,
der alles übertönt

in seiner lauten Wahrheit
weckend die Schlafenden

wie eine Brandglocke
aus dem Tiefschlaf

der Selbstgerechtigkeit.



Laute Gedanken

Stille bedeutet für dich:
Ruhe, Meditation, Innere Einkehr.

Stille bedeutet für mich:
Tod, Stillstand, Abwesenheit von Leben.

Und selbst wenn die Musik
mal ausbleibt,

hör ich noch die Grooves
in den Ohren vom letzten Konzert

und schrei den Text
gegen den Wind der Zeit,

der uns früh genug
aus dem Leben pustet ..



Ausgegrenzt

Das ist auch so eine fiese Masche:
Einem anderen Menschen
Bosheit zu unterstellen,
weil man ihn nicht mag,
ihn nicht versteht,
in einer anderen Welt lebt
und die Chemie einfach nicht stimmt.



Humor

.. ist nicht nur eine Sache der Intelligenz,
sondern auch des Selbstvertrauens:

Mit unsicheren Menschen kann man nicht flachsen:
Sie fühlen sich dabei nicht ernst genommen
oder gar persönlich angegriffen.

Dabei ists doch ein großer Vertrauensbeweis,
wenn man mit anderen augenzwinkernd scherzt,
sich dabei in Liebe ganz selbst hingibt

und hofft wohlbehalten anzukommen
in einem unversehrten Lächeln.



Das schönste Gedicht
(für Feuerkuss)

.. wird immer eins an dich sein,
weil ich dann immer
an dich denke
und niemals sagen muss,
dass ich dich liebe,
weil jeder Text an dich
das immer wieder sagt
wie eine Botschaft,
die nicht spricht,
wie ein Signal mit Augen,
das nur die Liebe liest
und still versteht,

weil alle Worte nichts bedeuten,
wenn die Gefühle sprechen.



Positivdenker

Warum ich immer wieder
auf die Füße falle,
liegt einzig darin,
dass ich trotz Enttäuschungen
immer wieder vertraue.

Jeder bekommt seine Chance
und jeder Mensch ist mir
willkommen und verdient
Offenheit und Hingabe
und liebende Zuneigung.

Lieber hundert Enttäuschungen,
als einen Menschen übergehen,
der es ehrlich meint
und sich mir schenkt
als potentieller Freund.

Glaube an die Menschen,
dann glauben sie auch an dich.



Gefrorenes Wasser

Ein warmes Herz
kann einen See
zum schmelzen bringen,
zwei Herzen ein ganzes Meer.



Schritte

Jeder Schritt im Leben ist schwer,
aber die Schritte werden leichter,
wenn man aufeinander zugeht,

Schritt für Schritt.



Heben und Tragen

Ob ich dich heben und tragen kann,
weiß ich nicht wirklich sicher,
weil ich mich kaum selbst tragen kann
in dieser Welt der Erdanziehung,
wo jeder Schritt ein Abstoßen ist
von dem, was uns fesselt und bindet,
festhält und lähmt auch im Inneren.

Aber meine Schulter steht bereit,
es zu versuchen in Liebe.



Am Brunnen vor dem Tore

Treibt es die Amsel
mit dem Specht,
dann ist das nicht
mehr artgerecht.

Treibt es die Amsel
mit dem Fuchs,
dann denkt sich Böses
nur der Luchs.

Treibt es die Amsel
mit der Maus,
dann kommt ne
Fledermaus heraus.

Wird fortgesetzt .. :D



Nein,

.. wie ihr mir immer mailt:
Ich bin kein Gott der Poesie.

Viel lieber wär ich Robin Hood
und würde mit Bruder Tuck kämpfen

auf einem schmalen Steg
um die Wahrheit

und dann einsehen,
dass wir beide im Recht sind,

weil jeder Recht hat,
der eine Brücke betritt.



Seelenwetter

Inmitten des Regens,
inmitten des Windes,
inmitten der niedrigen Temperatur

bleibst nur du
und das Wetter
in deiner Seele,

das deinen Tag bestimmt,
das deine Wetterlage bestimmt,
das dich ausmacht,

heute und morgen.



Fehler

Du fragst mich nach meinen Fehlern:
Wenn eine Sache nicht so läuft,
wie ich es mir vorstelle,
dann werfe ich alles hin,
beende alle Verbindungen,
bin einfach weg

und weine in mein Kissen,
weil ich genau und sicher weiß,
dass ich mir alles selbst zerstört habe,
was mir als wertvoll galt.

So will ich nie mehr handeln:
Immer eine Nacht über den Ärger schlafen
und dann vernünftig abwägen.

Ich bin ein Arschloch,
manchmal.



Irgendwann

.. kommt man an eine Grenze,
die tief in einem angelegt ist:
Dann gilt es nur noch,
den Schaden klein zu halten
und Besserung zu geloben.

Die alten Fehler nicht wiederholen.



Wanderer

Alle Wege bin ich gegangen
und habe schmerzhaft erkannt:
Es gibt nur einen wahren Weg
und das ist der Weg der Liebe,
der Weg des Verständnisses,
der Weg des Mitfühlens:

Alles andere sind Irrwege.



Wundergetütet

Jeder Mensch ist eine Wundertüte
und je nachdem,
was er aus sich heraus zieht,
kann er einen anderen Menschen
glücklich machen oder unglücklich.

Warum hab ich so viele unglücklich gemacht?



Mondschein

Wenn der Mond scheint,
darf ich an dich denken,
darf ich bei dir sein,
darf ich träumen von dir:

Von deiner Zuwendung,
von deiner Zärtlichkeit,
von deiner Liebe

wie von Etwas,
das man ersehnt,
aber nie besitzen wird

und doch immer im Herzen trägt.



Naturgewalt

Der Sturmwind der Liebe
zieht durch mein Herz
wie ein Orkan.

Ich muss mich festhalten,
dass er mich nicht
hinwegfegt,

festhalten an dir.



Fühlen für dich

Wärst du eine Wand,
würde ich sie erklimmen,
wärst du ein Abgrund,
würde ich springen.

Aber du bist ein Mensch
mit Gefühlen und Emotionen,
die ich niemals
aufs Spiel setzen werde.



Bei dir

Mit dem Wind
fliegen möcht ich,
getrieben sein
in jede Richtung
und bei dir verfallen
in Windstille.

Atmen dich und bleiben.



Am Ende der Traurigkeit

Was leise schallt
und nie verhallt,
was nie die Luft gebricht,
was wortlos spricht
ist manchmal ein Gedicht,
ganz ohne Worte nicht:

Ich liebe dich.



Irgendwann

.. werde ich nicht mehr da sein,
werde eine kuschelige Brücke gefunden haben
oder ein schnuckeliges Hochhausdach
und nur meine Texte werden euch erinnern,

aber da ich ganz sicher weiß,
dass euch euer kleiner Husten
mehr tangiert als meine Texte post mortem,
werde ich es nicht tun

und euch hier noch lange
auf euren selbstgerechten Geist gehen
und nach diesem geistlosen Poem
noch tausend andere entwerfen,

auf dass ihr lange leidet.



Musik etc.

Ob Musik gut oder schlecht sei,
das kommt immer darauf an,
wie sie einem bekommt.

Ob mir ein Käse schmeckt
oder nicht schmeckt,
das liegt an meinem Geschmack.

Und ob ich einen Rotwein goutiere
oder ihn ablehne,
mag mir mein Gaumen verraten.

Man kann darüber nicht streiten,
man muss die Dinge verköstigen:

Die Musik, den Käse, den Rotwein,
das Leben und die Liebe:

Dasein mit den Sinnen.



Weihnachten

Kurz vor dem Fest
ist mir überhaupt nicht weihnachtlich zumute.

Ob das an dem ewig immer Gleichen liegt,
in dem immerselben Spiel,

das sich jedes Jahr widerholt
wie ein einstudiertes Ritual,

wo alle Symbole ihren festen Platz besetzen
und alle Menschen nur ihre Rolle spielen

und Andacht nur ans Materielle denkt
und keine Seele mehr den wahren Sinn erkennt?

Jetzt bloß keine Weihnachtslieder,
sonst leg ich Lemmy ein.



Philosophisch

.. gesehen bin ich ein Kind,
das nur Fragen stellt
und keine Antworten kennt.

Wär ich klüger,
dann wär ich Philosoph
und würde Theorien schreiben,

die neue Fragen aufwerfen,
die ich auch nicht
beantworten könnte.



Ringen nach Sinn

Sag mir einer:
Was ist richtig?
Was ist falsch?

Ich weiß es nicht,
sitze immer
zwischen allen Stühlen.

So viele Meinungen,
so viele Wahrheiten,
so viel Für und Wider.

Das Leben ist ein Schwimmen
auf einer Welle mir,
auf einer Sinuskurve

der Gedanken.



Rassismus

.. ist allen angeboren:
Jede Sippe hält zusammen
gegen andere, gegen Fremde.

jeder Stamm, jedes Volk
setzt seine Zusammengehörigkeit
in Zeichen und Symbolen fest,

jedes Tier markiert sein Gebiet
und verteidigt es mit Gewalt
gegen Eindringlinge.

Aber dem Mensch
ist Verstand gegeben
und verstehende Einsicht:

Lasst uns Brücken bauen,
lasst uns zusammen wachsen,
lasst uns gemeinsam Mensch sein.

Lasst uns alle Brüder sein:
Wir haben alle die gleichen Wurzeln,
haben alle die gleiche Urmutter.

Unser Ursprung ist Afrika,
von wo aus wir uns verteilten
über die ganze Welt.

Verschieden Religionen,
verschiedene Hautfarben,
aber einen gemeinsamen Gott,

der in vielen Verwandlungen
zu den Menschen spricht,
und viele Namen trägt.

Rassisten geben sich stark,
aber sie sind schwach,
weil sie Angst haben

vor dem, was anders ist,
denn sie verstehen es nicht
in ihrer Verblendung.

Idioten sind es bei weitem nicht:
Auch sie sind unsere Kinder
und gehören nicht ausgegrenzt.

Man muss sie verstehen,
man muss sie überzeugen,
man muss sie nicht bekämpfen

mit ihren eigenen Mitteln:
Die Hand muss für alle Seiten
offen sein und das Herz.

Wer Menschen aber Leid zufügt,
aufgrund ihrer Religion,
Hautfarbe, sexuelle Ausrichtung,

der muss dafür haften
und hart bestraft werden
und angemessen Zeit bekommen,

darüber nachzudenken
und die Möglichkeit, zurück zu kehren
in die Gemeinschaft.

Keiner darf fallen gelassen werden,
jeder hat eine zweite Chance verdient:
Das ist Demokratie,

wie ich sie sehe und wünsche.



 Adventswind

Als ich heute Morgen
von der Arbeit zurück kam,
lag ein offener Sack
in der Einfahrt:

Der Wind hatte ihn geöffnet
und einen Teil
seines Inhalts verstreut
über die Bodenplatten.

Hatte der Weihnachtsmann
schon die Gaben abgeworfen
oder war es etwa
eine Drohne von Amazon?

Bei näherem Betrachten
aber entpuppte sich
die schöne Bescherung
als ein gelber Sack,

abends von mir deponiert
neben der Mülltonne,
der den enthaltenen Müll
dem Wind preis gab.



Regenbogen

Wenn es zu lange geregnet hat,
wird es der Sonne schlecht:

Dann bricht sie Licht.



Feste Formen formen feste

Wichtig ist immer,
was im Mieder steckt
und nicht wie fest
es geschnürt ist.



Teilen, Baby?

Wenn der liebe Gott
wirklich alle Tiere und Pflanzen
und Menschen geschaffen hat,
dann muss er sich lange mit Sexualität
und Fortpflanzung beschäftigt haben,

denn jede Lebensform und jede Art
besitzt ihre Anatomie, sich zu reduplizieren
und selbst die Zellteilung muss Spaß machen,
wer teilte sich sonst gerne?

Ganz schön gefeilt an diesen Genitalien,
Blütenstempel und Pheromonen,
dass die Bienchen finden, was sie suchen ..

War schon ein Genie, der Herr Gott,
aber auch wohl ein kleines Ferkelchen,
dem es Spaß macht zuzuschauen,

wenn die Knospen knospen,
wenn die Früchte fruchten,
wenn die Triebe treiben,

wenn die Leiber geifern.



Die Rechnung folgt immer

Am Ende des Weges bleibt uns nichts erspart:
Wir müssen alle Rechenschaft ablegen
vor uns und vor anderen.

Das Leben zollt seinen Tribut:
Keiner kommt ungeschoren davon.

Das mag manchen Fluch sein,
anderen Hoffnung.



Schreiben

.. kann ich nur,
weil ich meine Seele öffne
und das zuerst verarbeite,
was zuoberst schwimmt,
was zuerst raus will.

Würde ich dies nicht zulassen,
wäre alles blockiert,
was darunter kommt,
was nachrutschen könnte,
was an nächster Stelle steht.

Das erste Problem
ist immer das dringlichste,
das wichtigste und notwendigste,
um die Seele zu entlasten.



Frieden

.. wünschte ich mir auf der Erde,
Frieden im Kleinen und im Großen,
wenigstens an Weihnachten,
wenigstens hier sollten Waffen schweigen
und die Vernunft siegen
im Kampf zwischen den Weltmächten,
im Kampf zwischen dir und mir,

denn jeder Kampf ist nur ein Kampf
gegen den inneren Feind,
den Teufel den wir in uns tragen,
der uns besucht und versucht

wie eine Pest.



Friedhof

Als Kind zum ersten Mal auf einem Friedhof,
sah ich nur einen riesigen Irrgarten.

Mein Vater sagte, dass man leise sein muss
und ich fragte ihn, ob einem die Toten denn hören können.

Nein, sagte mein Vater, aber die Angehörigen der Toten
suchen die Andacht mit ihnen.

Jetzt bin ich schon älter und besuche das Grab meiner Oma,
verstehe die Andacht und gebe mich ihr hin.

Bald werden – so Gott will – meine Kinder mich begleiten
auf diesen stillen Ort der inneren Einkehr

und ich werde ihnen erklären müssen,
was mein Vater mir erklärte, wenn wir sein Grab besuchen.

Und irgendwann werden meine Enkel mich besuchen,
wenn ich selbst dort liege und einer fragt:

Können uns die Toten hören?
“Ja, sie können”,
höre ich meinen Sohn sagen:

“Sie verstehen jedes Wort!”



Die Liebe

.. ist ein Mantel, der die ganze Welt umhüllt
und jeden warm und sicher einpackt.

Die Gier ist es, die uns den Mantel nimmt,
so dass wir einsam in der Kälte wandern.

Die Gier entsteht aus einem frühen Manko,
das Liebe suchte, sie nicht fand.

Und alles Streben, alles Wollen, alle Gier
ist nur Ersatz für Liebe, die man sucht

in Anerkennung, im Erfolg, im Siegen
über andere, die man als Feinde sieht,

denn wer nie Liebe erfahren hat,
wie kann der sich selbst lieben

und wer sich selbst nicht liebt,
wie kann der andere lieben?

Oh Eltern schenkt doch euren Kindern Liebe!



Seelenstress

Wenn die Seele zuviel verkraften,
zuviel einstecken,
zuviel verarbeiten muss,
schaltet sie ab
und nimmt eine Auszeit.

Wir empfinden das
als innere Leere,
als taubes Gefühl dort,
wo die Emotionen sitzen,
die unser Dasein bestimmen.

Gönne deiner Seele die Erholung
und lass sie relaxen.
Füge ihr keinen Schmerz zu,
den sie nicht verdient hat,
denn sie hat gelitten

und vertraut auf den Körper,
dass er sie auffängt
und warm hält
und lieb hält
und sorgsam pflegt

wie eine Mutter ihr Kind.



 Über den Tod hinaus

Unsere Liebe wird noch bestehen,
wenn unsere Körper längst vergangen sind,
weil unsere Seelen immer leben:
Das macht nur die Liebe möglich.

Kein Grab kann so kalt sein,
dass wir uns nicht gegenseitig wärmten,
wenn der Nachthimmel weint
und nur der Mond unseres Seins gedenkt.

Mit blanken Knochen klabbern
werde ich dir aus Erde dereinst,
was du mir im Tiefsten bedeutest
und takten das Lied unserer Herzen.

Deine Fahne wird noch wehen
neben meiner Flagge in der tiefsten Hölle
oder im höchsten Himmel,
wo uns das Schicksal auch hinführt ..



Manchmal

.. möcht ich Flügel haben
und zu allen fliegen,
denen es schlecht geht.

Ein Adler möchte ich sein,
der im Dunkeln sieht,
der sich niederstürzt

und da Hoffnung schenkt,
wo sie verloren scheint.

Ein Lichtblitz möchte ich sein,
der die Dunkelheit erleuchtet

wie ein auflichtendes Feuer,
das die kalte Seele wärmt,

dass sie gesundet.



Unbeschreiblich

.. wächst in mir Hass, wenn ich lese,
was Menschen anderen Menschen antun,
noch unbeschreiblicher steigert sich mein Hass,
wenn es sich um arglose, wehrlose Kinder handelt.
Dann möcht ich losziehen mit der Waffe in der Hand
wie einst Lord Byron zog nach Griechenland
und lieber gegen das Unrecht sterben,
als tatenlos zusehen.

Wie er, der ein Gewissen hatte,
auch wenn er als gewissenloser Casanova galt
und tausend Frauenherzen brach
und doch die schönsten Verse sprach,

die heute noch so ungebrochen stehn.



Liebesthron

Manchmal hängt der Himmel so tief,
dass man gerade hineinspringen möchte.

Auf Wiedersehen Freunde
in einem besseren Dasein,

wo die Liebe regiert
auf einem Thron,

der alle aufnimmt
und keinen vergisst.



Nachruf

Als er noch lebte,
weil er sich wiedergeliebt wähnte,
weil er sich geborgen fühlte,
weil die Illusion noch stand,
war sein Leben Licht.

Nun in der Dunkelheit,
auf der Schattenseite des Seins,
vegetierte er vor sich hin,
freudlos, ohne Antrieb
wurde er selbst zum Schatten.

Lebendig begraben,
fühle er sich beerdigt im Leben.
Auf seinem Grabkreuz
aus einfachem Holz
steht zittrig geschrieben:

Er wollt das Beste
und hat versagt,
weil es ihn nicht wollte,
weil es ihn nicht annahm,
wie er war.

Prinz Prospero
Ruhe in Frieden!



Bleierne Zeit
(für Schattenengel)

Manchmal muss das Leben beben,
dass wir spüren, dass wir leben.
Buntes Blinken, wirres Weben:
Bald wird sich die Stimmung heben.

Denn im allertiefsten Dunkeln
führt zur Ruhe dann das Licht,
ohne flackern, blenden, funkeln:
Weil das Licht das Leben ist.



Spendengala

Die am wenigsten geben,
halten die längsten Reden.



Einmal

.. hatte ich auf einem Blog
einen etwas zweideutigen Nikolauswitz gebracht,
so wie in den Satirezeitschriften zur Zeit
an der Tagesordnung (Eulenspiegel usw.)
und wurde gleich in eine sexistische Ecke gestellt.

Zudem wurde ich noch als ‘Troll’ beschimpft.
Das hat mich damals gekränkt und beleidigt.

Ich möchte nicht so behandelt werden,
deshalb möchte ich nicht,
dass diese beiden Schwestern aus Polen
hier lesen.

Und allein deshalb ist mein Blog gesperrt
für solche paranoiden Vögel.

Vielleicht sehen diese es ja selbst ein,
dass sie hier unerwünscht sind

und lassen mich endlich in Ruhe.

Sonst muss ich wieder sperren

ganz Poznan.



Die Liebe

.. ist auch ein süßer Schmerz,
den der nicht kennt,
der nie geliebt hat.



Höllentor

Könnten Menschen ermessen,
was in den Seelenkammern schläft
der anderen, der Mitmenschen,
sie würden sorgsamer miteinander umgehen.

Jeder Mensch trägt seine Himmelspforte
und sein Höllentor in sich.



Die Liebe

.. ist kein Hemd,
das man wechseln kann.

Die Liebe ist ein Hemd,
das einem eingebrannt ist

auf die Seelenhaut
im tiefsten Inneren.

Ziehst du es aus,
dann schaffst du Wunden,

die niemals nie vernarben
und immer bluten,

wie dein Herz,
das nie vergessen kann

und ewig innig schlägt
alleine für die Eine

und doch allein sich weiß
und weiß:

Es ist vorbei.



Ich weiß nicht
(für Moonshine)

Ich weiß nicht,
wen du ersehnst,

ich weiß nicht,
wen du erflehst,

Ich weiß nicht,
wen du erträumst,

ich weiß nicht,
wenn du liebst

in geheimen Träumen,
stillen Sehnsüchten.

Ich weiß nur,
ich bin da,

wenn du mich brauchst
in Freundschaft.



My Sis

Du bist so lieb,
du bist so empathisch,
die kannst Steine schmilzen lassen
und Beton weinen machen
mit drei Worten.

Deshalb braucht dich die Welt.



Feuerkuss

Es gibt kein Mensch,
der mir mehr vertraut,
dem ich mehr vertraue,
als meiner Schwester
und es gibt kein Mensch,
den ich tiefer trage
in Herz und Seele.

Und es gibt kein Mensch,
der immer hinter mir stand,
egal, was andere sagten.

Und es gibt kein Mensch,
den ich mehr liebe.



Seelenbesorgt

Du machst mir keine Sorge,
aber ich sorge mich um dich,

wenn du länger weg bist,
wenn du dich nicht meldest,
wenn dein Blog unbearbeitet bleibt,

wenn ich nicht weiß,
was du machst und tust,

dann habe ich Angst um dich,
Angst um meine Schwester,

dass dich das Dunkel umfasst,
dass du mit dem Leben haderst,
dass dich die Geister beherrschen,

die alles in schwarz tauchen,
wo dir keiner helfen kann

und auch meine Hand über dir
und in deiner warmen Hand,

dich nicht retten kann.

(Meine Sis leidet unter Depressionen)



Etappensiege

Das Leben läuft nicht in einer Stunde ab:
Es gibt viele Lebensabschnitte und Etappen.

So sollten wir auch unsere Ziele setzen,
sie einteilen in kleine Einzelziele,

dann wird jeder erreichte Etappe
zum Etappensieg.

Und kein Kartenhaus,
voreilig errichtet,
bricht zusammen

oder schwimmt dahin als Illusion.



Fleiß versus Faulheit
(inspiriert von Arabella50)

Wir Menschen sind alle zur Faulheit geboren,
suchen immer den leichtesten Weg,
erfinden Dinge, die uns die Arbeit abnehmen,
doch die Arbeit wird dadurch nicht weniger:
Sie ändert nur ihre Struktur.

Wir sollten also unsere Einstellung zur Arbeit ändern:
Was mit Liebe und Wohlwollen geschieht,
erledigt sich fast von selbst.



Kunstverstand

Die heutigen Kunstwerke sind oft hässlich,
noch viel hässlicher als die Künstler selbst,
aber diese beherrschen immerhin die Kunst,
neben ihren Werken gut auszusehen.



 Manchmal

.. nehm ich wahllos ein Buch aus dem Regal,
schlag es an irgendeiner Stelle auf
und beginne irgendwo auf der Seite zu lesen.

Und nicht selten finde ich hier eine Antwort
auf eine meiner dringendsten Fragen.

Ist das Zufall oder Schicksal?



Aphorismen

.. sind Romane
in komprimierter Form,
denn sie erzählen Geschichten
in wenigen Worten,
nämlich deine:

Du musst sie nur heraus
oder hinein lesen.


Der letzte Romantiker
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