120 Texte

Schopenhauer

.. hatte einst ein Fünfmarkstück
auf die Theke seiner Stammkneipe
am Ostendplatz in Frankfurt gelegt:

Für einen ehrlichen Menschen.
Die Kneipe besteht noch und
das Geldstück liegt noch da.

Ich saß an der runden Theke,
trank still mein bestelltes Bier
und schaute auf das Geldstück.

„Willst du es nicht nehmen?“
fragte mich der kleine Wirt.
„Nein“, sagte ich kleinlaut.

„Warum nicht?“ – „Weil ich ehrlich bin.“




Vielen

.. hab ich die Maske
vom Gesicht gerissen:

Man muss die Menschen
nur ein wenig provozieren
und schon zeigen sie

ihr wahres Gesicht.




Der Mensch ist schwach

Wenn der Kreislauf nicht funkioniert,
ist der Mensch stark ausgebremst.

Wenn die Verdauung nicht funkionert,
ist der Mensch stark ausgebremst.

Wenn die Atmung nicht funktioniert,
ist der Mensch stark ausgebremst.

Wenn der Herzschlag nicht funktioniert,
ist der Mensch stark ausgebremst.

Das zeigt schon an vier Beispielen,
wie stark der Mensch unterworfen ist

seiner Natur.




Wenn die Schrift

.. nicht erfunden worden wäre,
was dann die Glaubensbegründer
und Gotteserfinder wohl gemacht hätten?

Das Zusammenleben und die Welt
wäre wohl friedlicher und
ausgeglichener geworden.

Es gäbe weniger Kriege,
im Kleinen und im Großen,
mehr Respekt und Achtung auf der Welt.

Mehr Gleichheit,
mehr Zusammengehörigkeit,
mehr Demut vor den Schwachen,

weniger Missbrauch von Macht
in all seiner Grausamkeit,
in all seinen Facetten.

Aber ich kann mich auch irren.




Revoluzzer

.. bin ich immer gewesen:
Krieg den Palästen,
Friede den Hütten.

Wer nicht für mich ist,
ist gegen mich
und so eben

kämpfe ich allein
gegen Windmühlen,
allein mit meinen Worten.

Die Reichen werden
immer noch reicher,
die Armen immer ärmer

und keiner tut was dagegen.




Zwei Minuten vor Zwölf

Die Welt ist fast am Ende
und die Poser bei Instagram

posten immer noch ihre
faltenretuschierten Fotos,

anstatt jetzt mal politisch
ernsthaft Flagge zu zeigen.

Steht doch mal zu euch
und zeigt euch wirklich

und zeigt der ganzen Welt,
worauf es wirklich ankommt.

Ihr habt doch die Macht
und die jungen Follower,

die die Welt verändern könnten.




Phobien

.. habe ich vor Spinnen
und vor toten Menschen.

Nie könnte ich schlafen,
wenn ich eine Spinne
im Raum wüsste.

Nie könnte ich einen Toten
ansehen oder anfassen
oder nochmal küssen,

es sei denn,
das Liebste läge vor mir,
gebrochen in Atem und Blick.

Wie würd ich sie wärmen, dass sie lebe ..




Vier Jahreszeiten

.. bestimmen das Jahr,
doch mit dem Frühling
beginnt Gottes Schöpfung.

Das tröstet mich hinweg
über den dunklen Winter
mit Wind, Frost, Eis und Schnee.

Bald kommt der Zeitpunkt,
wo es nur wärmer und
heller werden kann.

Dann ersteht die Natur
aus dem Winterschlaf
und erblüht neu.

Und auch die Seele lebt auf.




Das größte Glück

.. ist immer,
wenn man es
zusammen erkennt.

Du und ich,
lass uns zusammen
empfinden und sein.

Lass uns ewig lieben.




Wie

.. könnte ich nicht verzaubert sein,
ob diesem Glück im kalten Januar,
wo nur die offen-sehende Seele

erkennt das Wunder des Winters
und zauberhaft in Worte fasst,
was einsame Herzen fühlten.

Doch was sich spiegelt in Natur
ist nur Abbild aus dem Herzen,
denn wie du in die Welt blickst,

so blickt sie in dich.




Schreiben

Das Buch öffnen,
das deine Seele schreibt,
und wiedergeben,
was darin geschrieben steht.

Das mag Dichtung sein.




Seelenwinter

Wenn es kalt wird,
wenn der Frost kommt,
wenn harte Winde blasen,

dann denk ich an dich,
an deine Seelenwärme,
an deine zauberhaften Worte,

die mich einst beglückten
und der Welt entrückten,
auch sehr verzückten,

selbst wenn die Götter nicht nickten.




Blender

Ich bin wahrlich ein Lügner
und ein Betrüger vor Gott,

Ich bin ein wirklicher Blender,
einer, der sich falsch darstellt,

der ständig falsch Zeugnis ablegt
über sich selbst und sein Leben.

Ich bin die Falschheit in Person,
der letzte, dem man glauben darf.

Aber ich muss jetzt einmal gestehen,
dass ich wirklich Mundgeruch habe

am nächsten Morgen nach einem Besäufnis.




Der Herr der Ringe oder Harry Potter?

Was magst du mehr, fragen sie mich.
Keins von beiden: Ich liebe Aslan,

die Chroniken von Narnia.




Moralapostel

.. bin ich wahrlich keiner,
aber ich lebe gewisse Werte.

Was heute im Internet läuft,
steht mir nicht zu zu beurteilen.

Ich schaue nur zu und zweifle
manchmal an dem, was ich sehe.

Und frag mich, ob das richtig ist,
was ich sehe und lese und empfinde.

Ist wohl allein mein Problem.




Sodom und Gomorra

.. wiederholt sich im Internet,
wo es jede mit jedem treibt,
wenn das Profil gefällt.

Man verabredet sich zu Sex
und trennt sich danach,
als wäre es nichts.

Zur Massenware verkommt heute
dies, was einst Sakrament war,
und zwei Menschen verband

in innerer Einigkeit.




Wenn die Liebe

.. nur eine Illusion,
nur ein Traum ist,
dann möchte ich
ein Leben lang träumen

und nie mehr aufwachen.




Coaching

Wer eine Frau nicht bezaubert,
der macht einen Fehler,

indem er ihr signalisiert,

dass er sie gerne mag.

Denn eine Frau hat dich dann

schon hart abgeschrieben,

und du wirst  uninteressant,

wenn sie dich haben kann,

weil sie etwas sucht das noch

keine erlegte Beute ist.

Was bist du für ein Coach?
Die Frau hab ich ich

eben gerade stundenlang beglückt.


PS: Ist natürlich nur Spaß von mir,
aber der Coach möchte etwas verkaufen,
dass uns Männer unwiderstehlich macht
und doch nur seine Kasse füllen soll.




Wir alle

.. tragen unsere Absonderlichkeiten,
keiner ging aus Erziehung frei heraus,
manches Trauma versteckt sich in manchem.

Jeder trägt seinen seelischen Schaden,
mehr oder weniger versteckt durch die Welt,
keiner ist davon unbelastet, jeder trägt sein Kreuz.

Wir alle kamen arglos auf diese Welt
und nahmen Schaden an Geist und Seele,
wurden geprägt durch starke Ungerechtigkeiten.

Aber Aufgeben deshalb wäre Rechtgeben
den Lehrern und Erziehern, die uns ständig
brechen, erniedrigen und gleichschalten wollten.

Das Individuum aber setzt sich durch.




Meine Schwester

.. sieht sich schuldig
an allen Geschehnissen.

Dabei ist sie unschuldig
wie das unschuldigste Lamm.

Sie nimmt alles auf sich,
wo ich doch der Täter bin.

Wo ich doch nicht da war,
als sie mich am meisten brauchte.

Ihr Hass richtet sich gegen sie,
anstatt gegen mich.

Ich habe total versagt,
niemals nicht sie.

Hasse mich bitte,
aber hasse dich
nicht selbst.

Du bist unschuldig
wie eine Blume,
wie eine Blüte

die rein und selbstlos auf der Wiese gedeiht.




Manchmal

.. frag ich mich ernsthaft,
ob ich hier überhaupt noch
für ernst genommen werde.

Aber seis drum und gut:
Ihr lebt euer leben
und ich meins.

So soll es sein.




Ein Sandkorn

Wenn ich den altbekannten Gedanken aufnehme,
dass der Mensch nur ein Sandkorn ist im göttlichen Getriebe,

dann kann ich den Gedanken natürlich in ein
neues Wortbild einkleiden und schönen,

aber originell wäre es, diesen Gedanken dann
doch besser weiter zu entwickelt.

Ich hab das mal versucht in einem Aphorismus:


Der Mensch ist ein Sandkorn
in einem Uhrwerk,
zerrieben von der Zeit.

Ist keine große Dichtung, aber ein neuer Gedanke.



Musik

.. ist mehr als Melodie und Rhythmus,
Musik beruhigt oder beschwingt,
Musik lässt das Herz schneller
oder langsamer schlagen.

Musik öffnet verschüttete Seelenräume,
Musik lässt dich niemals allein,
Musik erweckt Erinnerung,
Musik schenkt Trost.

Musik ist mehr als nur Musik.




Bewunderung

.. hab ich für Menschen,
die sich immer im Griff haben,
die nie mal über die Stränge schlagen,
nie etwas sagen, was sie am nächsten Tag

von ganzem Herzen bereuen.




In einer Welt

.. wo jeder den anderen
höflich belügt,
um wieder höflich
belogen zu werden,

geh ich trotzdem

das Risiko ein:
Versuche authentisch
zu bleiben, zu sein.

Sage oft hart
meine Meinung,
halte nicht
hinterm Berg.

Doch es gelingt mir nicht immer.




Blendwerk

Was sind das für Gedichte,
wo nichts nachwirkt,
wo nichts bleibt ..

– keine Erkenntnis
– keine Schönheit
– kein Erheben
– kein Weiten
– kein Gefühl

.. wenn man ihnen
das Kleid auszieht,
das Korsett aufknüpft

und die Schminke abwischt.




Die Liebe

.. ist ein Feuerkuss,
der deine Seele
entflammt

und in Brand setzt
in einer Minute
ganz und gar

für immer.




Mal wieder

.. muss ich aussondern
die falschen Freunde.

Ich brauch sie nicht,
sie behindern mich.

Klare Linien muss
ich im Leben ziehen.

Alles andere hält auf
und nimmt mir die Kraft

für jene, die meine Liebe verdienen.




Für dich

Der Kowkla123 war auch schon auf meinem Blog, aber ist nie mehr gekommen, so dass ich den Verdacht hege, dass er lieber auf Blogs kommentiert, wo viele Blogger lesen, damit er selbst einige auf sein Blog umleitet. Er ist genauso falsch wie dieser Finbar, der alles lobt, nur dass er dann selbst gelobt wird. Täusche ich mich, lüge ich, sehe ich das falsch?

Ich hab mich früh von dieser Internet-Mafia gelöst. Ist mir zu verlogen. Aber du selbst sammelst ja auch Follower und Likes, hast mich deshalb verraten und stehst nicht öffentlich zu mir. Ich frag mich, wie lange ich das noch mitmache. Du hast kein Rückgrat. Im Ernstfall falle ich in ein tiefes Loch. Auf dich kann ich nicht bauen. Du benutzt mich für dein Wohlergehen, aber behandelst mich als verstecktes Kellerkind.




Diese Hater

.. reagieren ja auch nicht auf Worte,
haken das Thema selbstgerecht ab.

Und ich bin keine Fliegenpatsche,
die jeder Schmeißfliege nachjagt.

Du kommst also gegen Dummheit
nicht wirklich an mit Vernunft.

Du kannst der Borniertheit nur flüchten.




Heinrich Heine

.. hat auch gereimt, aber sehr unauffällig,
so dass es nicht mal auffiel,
wenn eine Zeile nicht gereimt war,
weil der passende Reim fehlte.

Da sollte sich mancher ein Beispiel nehmen,
wo der Reim so mühselig hingebogen
auf den innerlichen Sinn klingt,
dass dem Leser fast schwindelig wird.

Da zieht man sich einen Anzug an,
der einem so gar nicht passt,
benutzt den Sprachduktus der Großen,
aber kann nicht mit ihnen pissen gehen.

Blendwerk und Lüge nenne ich das,
wo der Inhalt nicht mit der Form konform geht
und man sich am Ende getäuscht fühlt,
ob der Binsenweisheit hinter allem.

Ich nenn keinen Namen.




Wahrheit oder Pflicht?

Was einem im Leben oder im Internet
ständig als letzte Wahrheit verkauft wird,

das ist oft so absurd, dass ich schon stolz bin,
als Lügner und Blender gebrandmarkt zu werden.

Wenn Wahrheiten sich diametral widersprechen,
muss ja einer der Lügner sein. Ist nur die Frage wer.

Was man sagt muss man beweisen können,
sonst ist es selbst eine infame Lüge.


Ich schreibe Gedichte, das ist kein Verbrechen
wie schon Enzensberger sagte,

dem ich vertraue.




Erziehung

.. verkorkst das eigene ICH
und entweder man nimmt
sich an wie man geprägt wurde

oder man rebelliert ein Leben lang.




Psychoanalyse

.. ist ein Gebiet, das mich fasziniert.
Schon die Bücher von Marie Bonaparte
über Edgar Allan Poe haben mich gefesselt,

weil sie ja selbst eine Art von Literatur
darstellen wie das Werk von Sigmund Freud,
das trotz seiner Fehler immer lesenswert bleibt.

Nicht weiß ich, ob Alice Miller noch
aktuell ist und ob sie noch gelesen wird,
aber da hatte ich ein paar Schlüsselerlebnisse,

die meiner Selbstanalyse hilfreich waren.




Philosophie

Als ich einmal an der Theke preisgab,
dass ich die Philosophen lese,
wurde ich nur belächelt.

Das bringe doch wirklich nichts ein,
sei Zeit- und Geldverschwendung
für eine tote Wissenschaft.

Damals widersprach ich vehement,
aber heute denke ich ähnlich.
Jede Dichtung enthält mehr

an Philosophie als jede Philosophie.




ANTOINE DE SAINT-EXUPÉRY

war der kleine Prinz,
der ein kleines Buch schrieb,
das doch mehr Weisheit enthält,

als jede Philosophie
und auch er ist gescheitert,
hat mit dem Leben gebrochen,

setzte sich ins Flugzeug
und flog über den Atlantik,
bewusst ohne vorher zu tanken.

Auch er hatte im Krieg
Schuld auf sich geladen,
kam damit zuletzt nicht mehr klar.

Aber sein kleines Werk
wird unsterblich bleiben,
wird vielen etwas zurück geben.

Er ist mein Bruder im Geiste.
Hörst du mich, Bruder?
Deine Worte

erheben mein Leben.




Warum

.. ich lieber Geheimnis bleibe,
das liegt daran, dass ich schon viel
in meinen Texten von mir offenbare.

Noch nie hab ich einen Text
verfasst, der nicht aus mir käme,
der nicht aus meiner Seele rührte.

Und wenn ich Feuerkuss mal
andeutete, dass sie mich gar nicht
wirklich kennt, dann war das falsch.

Immer muss ich erstaunt sehen,
dass sie mich besser kennt als jeder,
weil sie allein mit dem Herzen sieht,

wie es der kleine Prinz empfiehlt.




Wehrlos bin ich nicht

.. denn ich besitze Waffen,
die mich beschützen,
am Leben erhalten.

Und das sind meine Worte,
meine Gedichte,
mein Stolz

und meine Authentizität,
meine Seelenwärme,
meine Liebe

und meine Schwester.




Mancher Mensch

.. der mich und die meinen beleidigt,
hätte wohl einmal richtig Prügel verdient,

doch diese Menschen sind oft so schmierig,
dass ich sie nicht mit der Faust anfasse.

Den Ekel kann ich nicht überwinden.




Ich weiß

.. dass sich alles rächt
und dass ich alles
zurück kriege,

weil die Menschen
zwar die Bibel lesen,
aber die Rache doch nicht

bei Gott belassen.




Lügner und Blender

Man muss die Menschen
nur ein wenig provozieren
und schon werden sie arglos
und zeigen ihr wahres Gesicht,

demaskieren sich selbst.




Halbwahrheiten

.. werden nicht wahrer,
nur weil man sie aufbügelt,
aufhübscht und gereimt vorträgt.

Man muss sie schon
hinterfragen, neu definieren,
den Gedanken weiter entwickeln

zur neuen Erkenntnis.




Der Mensch

.. ist natürlich ein Sandkorn,
wenn er sich vergleicht
mit dem Universum,

doch wenn er sich mit
einem Sandkorn vergleicht,
ist er ein ganzes Universum.




Wenn wir

.. wüssten schon am Anfang,
wie wir irgendwann enden,
wir würden das Leben verweigern
mit Händen und Füßen.

Manche sind gegangen von mir
und ich war eher stark,
aber wer weiß wirklich,
was es im Inneren anrichtet?

Das Trauma versteckt sich lange.




Wenn ich morgens

.. von meiner Arbeit komme,
an den Häusern vorbei laufe,
seh ich an einem Zeitungsrohr

immer ein Spinnchen sitzen:
Dass die Besitzer es leben
und seine Weben weben

lassen und es nicht töten,
zeigt mir die Größe
der Menschen,

die hier leben.




Früher Frühling

Als ich heute morgen zur Arbeit ging
und von irgendwoher einen Vogel
singen hörte, überkam mich
ein Gefühl von Frühling.

Beschwingt lief ich weiter
durch die windig-kalte Nacht
und nahm das Singen im Herzen
still mit mir auf dem Weg zur Arbeit.




Poesie
(für Maccabros)

.. muss aus der Seele kommen
und nicht angelesen sein.

Wer irgendwelche Erkenntnisse
mit eignen Worten bringt,

die schon lange bekannt sind
und jedes Kind kennt,

wie kann der Dichter sein?




Maccabros makaber

Man muss halt mal die Texte von Maccabros daraufhin untersuchen, was sie überhaupt aussagen, unabhängig vom immergleichen Reimschema, das niemals durch Zäsuren aufgebrochen wird, um das Runterleiern beim mündlichen Vorlesen zu verhindern.

Sagen sie etwas rein Subjektives aus, wie deine und meine Texte und die Texte der Dichter, die du ins Feld führst, oder sind es in der Mehrzahl objektive und seelenlose Weisheiten, die auch so in jedem Schlager schon tausendmal zur Sprache kamen?

Du reimst, weil deine Poems Vorstufen für Lieder darstellen und im Lied ist der Reim noch nötig und erwünscht, genauso wie in der Büttenrede oder im humorigen Gedicht usw.: In meinen satirischen Gedichten reime ich auch. Im Lesegedicht ist der Reim aber meiner Meinung nach obsolet.

Man müsste ja dann auch zusätzlich den Versfuß beachten: Jambus und Trochäus haben eigene Gesetzlichkeiten. Dann müssen eben entweder alle Gedichtzeilen betont oder unbetont anfangen: Entweder am Anfang der Zeile die Hebung, was eher feierlich klingt oder am Zeilenanfang zwei Senkungen, was eher gemessen klingt.

Reimen kann jeder erlernen und es gib zudem Reimfibeln, wo alle möglichen Reime aufgeführt sind. Dichten aber bedeutet viel mehr: Beim Dichten werden subjektive Gefühle konserviert, die ein Nachempfinden ermöglichen. Das fehlt mir bei Maccabros leider zu oft. Er schreibt knallhart konstruierte Gedankengedichte objektiver Natur, ohne tieferes Empfinden. Ausnahmen bestätigen auch bei ihm die Regel.

Und wenn schon Reime, dann bitteschön originelle und neue Reime. Wer heute noch „Herz“ auf „Schmerz“ reimt oder „Liebe“ auf „Triebe“, der sollte es eher lassen. Der Reim ist zudem nur eine klangliche Beigabe, ein Schmuck: Ein Gedicht, das nur durch den Reim gehalten wird, ist kein Gedicht.

Außerdem kann man jede banale Aussage aufwerten, indem man sie gereimt vorträgt. Das mag hart klingen, aber ich habs nicht nur selbst erkannt, sondern auch studiert, hab einige Seminare über Lyrik an der Uni Frankfurt besucht. Und was ich sage, ist Allgemeingut und in jeder Poetik nachlesbar ..

Trotzdem faszinieren die Texte von Maccabros, aber eben wegen seiner Begabung, Reime gut einzusetzen, um Binsenwahrheiten in einem schönes Gewand zu verkaufen. Mach es mal: Achte mal nur auf den Inhalt des Gesagten und du wirst sehen, dass alles nur kalte Luft ist.

Ich hab das jetzt mal ehrlich gesagt, weil ich kein Lügner sein möchte und Maccabros selbst behauptete ja oben: „Und Kritik ist grundsätzlich immer erwünscht, sei sie nun negativ oder positiv ..“

Da geb ich doch gerne meine Kritik ab ..




Gemein

Natürlich bin ich gemein,
aber wer mir Lüge unterstellt,
der hat die Wahrheit einfach verdient,

hat sie selbst provoziert.




Freude

.. machen mir kleine Dinge,
doch ists kein kleines Ding,
wenn ich erkennen muss,

wie belesen meine Sis ist
in Sachen Gedichte
und guter Dichter.

Da kann ich nur lernen.




Ich liebe

.. Edgar Allen Poe
.. Mary Shelley
.. Lord Byron.

Alles tragisch-geniale Figuren,
die meine Welt beschenken,
allein durch die Tatsache,

dass sie Fiktionen hatten
und doch am Leben
zerbrachen,

weil sie sich treu waren.




Du

.. bist für den Himmel vorgesehen,
so edel und rein.

Ich bin leider Kandidat
für die Hölle.

Solltest du trotzdem
mit mir absteigen,

werde ich dich umarmen
und meine Hände um dich legen,

dich vor dem Höllenfeuer
beschützen durch meine Hand.

Und ich werde die Tür eintreten,
wo der Teufel sein Büro hat

und werde ihn ziehen zur Rechenschaft,
werde ihn an den Hörnern packen

und zudrücken bis es kracht.




Viel zu sagen

.. habe ich und schon viel gesagt,
aber es ist nur die Spitze
von dem Eisberg,

der meine Seele belastet
und frieren macht.

Die Hölle ist ein kalter Ort.




Ich

.. bin der todeste Tode hier,
ich bin der sterbendste Sterbende.

Vielleicht denkt ja mal jemand
an mich zurück,

aber ist nicht nötig ..

Wir sehen uns in einer
besseren Welt ..




Ein Dichter

.. möchte immer anbeten, immer bewundern,
aber niemals Erhörung finden.

Das wäre der Tod seiner Lyrik,
also bewundert mich,
lobt mich,

aber erhört mich nicht.




Einen Vogel

.. hatte mein Opa und er ließ ihn
frei in der Wohnung herumfliegen.

Der Vogel setzte sich auf seinen Kopf,
auf seine Schulter, auf seine Hand.

Meine Oma verstarb schon früh,
aber der Vogel schenkte ihm Mut.

Ich kenn mich nicht aus mit Vögeln,
aber ich glaub, es war ein Sittich.

Als der Vogel von der Stange fiel,
wusste ich, dass Opa auch geht.

Drei Tage später entschlief er uns.




Am Anfang war das Wort

.. steht schon in der Bibel, aber welches Wort und warum das Wort und nicht die Schöpfung? Das ist einfach erklärt: Gemeint ist das Wort bzw. die Information in den Genen, die alles vom Kleinen zum Großen entwickelt.

Das Wort ist die Information, die jeder Einzeller enthält. Und sind wir Menschen nicht ein Zusammenschluss von vielen Zellen in Arbeitsteilung, die aus einer einzigen Zelle zu einer großen Zellmaschine wurde?

Ich frag ja nur mal so ..




Alles Leben

.. ist beseelt, atmet Geist,
inhaliert Schöpfung.

Alles ist benannt durch Worte,
alles lebt durch Worte.

Lebt der Weltraum,
leben die Sterne,

lebt der Mond,
lebt die Sonne?

Was man benennen kann,
das enthält auch Leben,

weil wir es integrieren
in unser Dasein

durch Worte und am Anfang
von allem Sein ist das Wort.

Der Ursprung der Schöpfung.




Traumdeutung

Sterne atmen Zuversicht.
Lichtkristalle schenken Glück.
Die Seele spiegelt Hoffnung wieder.

Ein Lächeln aus der Ferne
bedeutet eine Portion Liebe,
bedeutet mehr als jedes Wort

in dieser ungesunden Zeit,
wo alle Vögel sind verflogen,
wo tiefes Grau den Himmel trübt

und nur Gefühle überleben,
die inniglich am Himmel schweben
und weben doch tief in der Seele

wie eine Fährte in der Nacht.




Feuerkuss

Du musst wissen, was du machst,
du bist für dich selbst verantwortlich.

Wenn du dich nicht melden willst,
ist es allein deine eigene Sache.

Ich habe lange auf Antwort gewartet,
aber bin es auch inzwischen leid.

Komm zu mir oder lass es sein,
ich bin immer für dich da.

Aber ich warte nicht mehr.




Lange

.. war ich mit einer psychisch Kranken zusammen
und möchte das nie mehr durchmachen,
was ich durchgemacht habe.


Bipolare Störung und Borderline.

Die Frau hatte zudem die Art,
mir immer ins Wort zu fallen,
wenn ich einen Satz begonnen hatte.

Und ihre Laune war tagesabhängig,
mal gut und verständnisvoll
und dann wieder anders.

Beinahe wäre ich daran zerbrochen.




Du

.. bist der Kelch,
aus dem ich trinke,

du bist die Brust,
aus der ich sauge,

du bist das Leben,
das mich beflügelt,

du bist der Mensch,
der mich belebt

in der Nacht, in der Dunkelheit.




Mein Kommentieren

Wenn Blogger meine Kommentare gegen mich verwenden und meine Offenheit ausnutzen, um meine Worte gegen mich zu verwenden, um mich zu beurteilen und zu verurteilen, dann muss ich künftig auf das Kommentieren meinerseits verzichten.

Ich muss keinem meine Gedanken mitteilen oder meine Meinung sagen, bekomm ich weder bezahlt, noch als Zeit gutgeschrieben. Und es kostet mich Zeit und Energie und Aufmerksamkeit, die ich anders investieren kann.

Also werd ich künftig nur noch schreiben und nur im Ausnahmefall kommentieren und nur jene Texte, die ich positiv beurteilen kann. Mir jedenfalls war und ist immer die härteste Kritik die liebste, weil sie mich weiterbringt. Bisher hab ich auch nur Lob und Bestärkung für meine Texte erhalten.

Und wen ich kritisiere, bekommt dadurch die Möglichkeit, sein Schreiben zu überdenken und sich zu verbessern und das ist besser, als ihn auf auf seiner Schiene zu bestärken, wo er vielleicht betriebsblind seine Schwächen nicht erkennt.




Lügner und Blender


.. hat man mich einmal genannt,
obwohl ich nur meine Meinung sage

und alles lobe, was mir lobenswert ist,
aber auch kritisiere, was Kritik hervorruft.

Wär ich ein Lügner, würd ich mich dann
in die Nesseln setzen, indem ich hart kritisiere?

Würd ich als Blender nicht alle Blogs loben,
um selbst wieder im Gegenzug gelobt zu werden?

Gerade, dass ich meine Meinung offen sage,
zeigt, dass ich eben kein Lügner und Blender bin.

Lügner und Blender sind jene Blogger,
die jeden Schmarrn liken,

die sich nicht zur Wahrheit durchringen,
aus Angst vor Liebesverlust.

Da weiß ich noch nicht wirklich,
ob sie Mitleid verdienen

oder Verachtung.




Niemals

.. wollte ich in meinen Texten
einen anderen kopieren,

wollte nur immer so schreiben,
wie ich es gerne selbst lese.

Die Alten sind mir zu weitschweifig,
die Jungen zu gefühllos sachlich.

Meine Texte sollten eine Brücke sein
zwischen Romantik und Neuzeit.

Das ist mir gelungen.




Liebe

.. gibt es auf verschiedene Arten
und wenn ich heute sagen müsste,
wen ich am meisten, am tiefsten liebe,

innig, aus dem Herzen, über alles,
dann würd ich doch falsch handeln,
weil ich keine Hoffnung säen möchte.

Und doch gehört mein Herz
ihr allein, nur ihr, die mich liebt
mich annimmt, wie ich nun mal bin,

verständnisvoll mich annimmt,
für mich da ist und kämpft um mich,
trotz aller Umstände, aller Widerstände.

Ich kenne ihre Stimme, ihr Lachen,
ich kenne ihre Qualen, ihr Leid,
ich kenne ihre Sehnsucht.

Unsere Liebe wird der Tod nicht scheiden.




Wenn Gott

.. mich heute holen will und ich so tief schlafe,
dass er mich wecken muss und sagt:

„Hätte gar nicht mehr geglaubt,
dass du noch lebst, weil du so
tief geschlafen hast.“

Dann sage ich „Dito!“
und dreh mich
nochmal rum

und schlafe einfach weiter.




Kara Ben Nemsi

.. alias Karl May hat viel mehr
für die Völkerverständigung getan,
als jeder heutige Politiker.

Ob die Reiseberichte echt sind
oder erfunden, spielt keine Rolle,
weil sie Frieden proklamieren

und ein Miteinander der Kulturen.




Karl May

.. war ein Pferdedieb und Betrüger
und hat seine Edelmenschen
im Gefängnis erfunden.

Er selbst gibt immer an,
dass er Old Shatterhand ist
und seine Berichte authentisch.

Manche sehen ihn als Hochstapler,
aber ich kann mir gut vorstellen,
dass er seine Reisen unternahm,

wirklich und authentisch,
denn was die Fantasie lebt
beim  Erfinden, beim Schreiben,

das ist Realität auf einer höheren Ebene.




Edgar Allan Poe

.. wurde von Lord Byron zum Schreiben animiert und inspiriert. Anfangs hatte Poe sein Idol noch nachgeahmt. Das ist normal: Wer sprechen lernen will, muss Laute nachahmen. So erinnern etwa die ersten Gedichte Hermann Hesses noch sehr an Eichendorff. Ich selbst wurde von Hesse und Poe beeinflusst und zum Schreiben gebracht. Hier mal eins meiner ersten fünf Gedichte.

Da hatte ich noch keine Berufsausbildung, noch nicht das Abitur, noch nicht studiert, aber schon so in etwa meinen eigenen Stil gefunden. Meine ersten Poems kamen alle auf der Jugendseite meiner Heimatzeitung zum Abdruck, was mich sehr beflügelte. Jedenfalls steh ich noch heute zu dem Text, auch wenn ich damals noch etwas dem Reim verhaftet war:


In Pace Requiescat!
(für EAP, den Größten)

Er liebte ein Mädchen,
er liebte nur sie:
Er nannte sie
einst auch Annabel Lee.

Doch jung noch an Jahren
verschied sie von hie:
Vergessen konnte
er Annabel nie.

Gebrochenes Herz
voller Melancholie:
Eine andere Frau
berührte er nie.

Als die Erde dann
wurde ihm trüb und kühl:
Weil ein Regenbogen
vom Himmel fiel.

Da nahm er Laudanum
und trank ziemlich viel:
Bald trugen sie ihn
zu Annabel Lee.




Lady Byron

„Ich kann mich daran erinnern, dass ich mir wünschte, meine Pflicht nur darin zu sehen, alles für ihn aufzugeben, seine Sklavin und sein Opfer zu werden … Eine Frau kann einen Mann nicht um seiner selbst willen lieben, wenn sie ihn nicht auch in seinen Freveltaten liebt … Keine andere Liebe ist dieses Namens wert.“

Annabella (Anne Isabella Noel Byron, 11th Baroness Wentworth and Baroness Byron)



Herzduett

Wenn der Wind kommt,
wenn der Schnee kommt,
wenn eisiger Frost kommt,

liegt dein Kopf
an meiner Brust,
in Wärme geborgen.

Hörst du mein Herz,
wie es atmend schlägt
im leisen Takt zu deinem?

Kennst du ein schöneres Duett?




Wertschätzung

Wer mich angreift,
wer mich kritisiert,
wer mich brüskiert
und etwa auch düpiert,

ist mir immer noch lieber,
als jeder falsche Freund,

der mich nur benutzt.




Was hab ich verbrochen?

Was hab ich verbrochen,
außer dass ich hier aufgetreten bin,

außer dass ich mich zeigte,
als der fehlende Mensch, der ich bin?

Ist das ein Verbrechen, sich selbst
offen zu zeigen und zu offenbaren?

Braucht ihr immer einen Schuldigen,
den ihr ans Kreuz nageln könnt?

Dann reiche ich euch die Nägel.




Die besten Gedichte

.. schreibt man mit dem Kopf in der Schlinge ..

Hang down your head, Tom Dooley
Hang down your head and cry
Hang down your head, Tom Dooley
Poor boy, you’re bound to die.

.. bevor sie sich zuzieht.



Doppelmoral

Da reden sie von Gott und Glauben,
von Vergebung und Verzeihen
und dass Rache nichts bringt.

Aber ein schiefer Blick ihres Nächsten
und sie werfen mit Bosheit,
werfen mit Hass

und haben nichts verstanden.




Internetmafia

.. nenn ich eine große Gruppe von Bloggern,
die sich immer gegenseitig ihre Beiträge
gegen jede Vernunft hochlobt,

um selbst wieder im Gegenzug für ihre Texte
gelobt zu werden nach dem Motto:
Ich like, also werde ich gelikt.

Diese verlogene Art der Kooperation lehne ich
ab und ein Blogger hat auch mehr von
einer konstruktiven Kritik.

Wer aber das Spiel der Masse nicht mitspielt,
wird schnell ausgegrenzt und einsam:
Er lebt in luftleerer Höhe,

wandelt allein über Berge und Gletscher
und ist doch nicht so ganz allein:
Seine Freunde sind die Bücher,

sind die toten Dichter.




Wer

.. nie hin und wieder sich
überreagierend abreagiert,
der muss sich gut im Griff haben

oder unterdrückt seinen Frust,
der sich dann irgendwo tief
im Inneren ansammelt.

Wo ich herkomme,
hat man sich immer offen
emotional auseinandergesetzt.

Da fielen oft harsche Worte,
doch die Luft war gereinigt,
und am nächsten Tag

war alles vergessen.




Jeder darf hier schreiben

Viel gestriges Gedankengut,
viel Sex, viel Pornografie

und unverschlossen offen,
wer denkt an unsre Kinder?

Nur der kleine Prinz
soll wieder herhalten,

als Sündenbock für
seine freie Meinung,

die er auch manchmal
offen sagt und schreibt

und für Gedichte,
die keine Sünde sind.

Dann werft mich eben raus.




Genauso

.. wie man loben darf, darf man auch kritisieren:
Die freie Meinung ist ein hohes Gut.

Und wer an die Öffentlichkeit geht mit Worten,
der muss das aushalten können:

Dass nicht alles gewertet wird als gut.




Die Leute

.. lieben meine Direktheit,
meine spontane Authentizität,
auch wenn ich mal überreagiere,

klopfen mir freudig auf die Schulter,
bestärken mich immer wieder:

Mach so weiter, bleib dir treu.

Nur wenn mein Wortschwert,
sich dann an sie richtet,
werden sie gemein

und wünschen mir nichts Gutes,
brandmarken meine Person
und plötzlich bin ich Kain,

verstoßen und geächtet.



 Ich glaube an den Osterhasen


.. weil er mir nur dann immer
noch die schönsten Nester versteckt
und ich mit den süßesten Leckereien

belohnt werde. Ich werde immer
an den Osterhasen glauben,
solang ich suchen darf.

So ist das auch mit Gott,
der wie der Osterhase
seine Eier legt

aber dann doch verschwunden ist,
weil es ihn so wenig gibt
wie den Osterhasen.

Gott ist eine Illusion.




Wie könnte ich

.. einen Gott für ernst nehmen,
der mir mit Feuer droht?

Da geh ich doch gleich runter
zu Kurt Cobain und Elvis,

zu Jimi Hendrix und Prince,
zu Janis und David Bowie.

Da geh ich doch lieber gleich
in die Hölle, wo der Punk abgeht,

anstatt im Büßerhemd auf Wolken zu schwitzen.




Kampfsport

.. trainiere ich zweimal die Woche,
und arbeite viel mit der Faust,
aber wirklich geholfen

im Leben hat mir nur die offene Hand.




Gothic

.. bin ich und die mich kennen wissen,
dass ich nicht an ein Leben nach dem Tod glaube.

Aber ich glaube an eine Liebe nach dem Tod,
weil es für mich jemand gibt, der mich liebt,

auch wenn ich in kalter Erde liege.




Mein Credo

Alles verstehen,
nichts verurteilen,
immer offen sein,
immer zuhören,
niemals bewerten.

Mea Culpa,
ich verstoße gegen
meine eigenen Regeln.

Immer wieder.




Überheblichkeit
(für PachT)

.. macht sich nur Feinde
und wie entsteht Überheblichkeit?
Aus einem Minderwertigkeitsgefühl.

Man überhebt sich über andere,
um vor sich selbst besser dazustehen
und degradiert sich doch selbst als Mensch.

Wir sollten den Überheblichen
genauso liebend integrieren wie
jeden schwachen Menschen um uns.

Wir sollten ihm eine Brücke bauen,
ihm einen goldenen Weg erschaffen,
dass er zurück kommt auf den Boden.

Holt ihn zurück auf die Erde zu uns.




Wortfindungsstörungen

.. machen mich völlig ungeeignet
zum Anwalt oder Politiker:
Nur beim Schreiben

find ich die richtigen Worte,
weil mir da Zeit bleibt
zum Nachdenken.

Mein Hirn setzt immer wieder aus,
wenn ich den richtigen Begriff,
den rechten Ausdruck suche,

obwohl ich den genau weiß und kenne.




Meine Todessehnsucht.. bezieht sich nie auf meinen körperlichen Tod,
sondern auf mein seelisches Sterben,
denn immer stirbt was ab,wenn ich Enttäuschung erfahren muss
und zuletzt bleibt nicht mehr viel,

von dem, was war.




Rache wollte ich einst üben

.. ein Rachengel sein den Schwachen,
den gemobbten und gedemütigten,
den Opfern unserer Gesellschaft,

der Schmerz mit Schmerz ahndet,
der Blut mit Blut abrechnet,
ein moderner Robin Hood.

Doch ich bin weise geworden
und weiß jetzt, dass Rache
nichts wirklich bringt.

Man setzt nur neuen Hass in die Welt.




Ich sags nochmal in Kürze

Nicht glaube ich an den Gott,
der in der Religion gepriesen wird,
sondern an den einen und einzigen Gott,

der allem innewohnt und keine Religion kennt.
Religion ist das Werk des Teufels:
Gott wirkt überall,

ohne Unterschied und ohne Urteil.




Wenn man sich

.. mal die Geschichte der Kirche
ganz objektiv anschaut,
dann kann man sich

nur noch abwenden und speien.




Die Macht der Lüge

.. ist oft stärker
als die Macht der Wahrheit
und manche Lüge
wird als Wahrheit verkauft,

besonders, wenn man selbst dran glaubt.




Vertreibung aus dem Paradies?

Der frühe Mensch ohne jegliches Wissen und Gewissen, der nackt in die Welt geworfen wurde und dessen Festplatte noch unbespielt war, wie konnte der denn bitte die Entscheidungsfreiheit haben, sich für oder gegen Gott zu entscheiden?

Adam und Eva sind so unschuldig wie zwei Kinder. Ihnen gebührt Mitgefühl und nicht die Bestrafung. Ein liebender Gott hätte anders gehandelt. Deshalb war es auch nötig, dass Jesus Christus im Neuen Testament die Werte wieder ins rechte Licht rückte und die Schuld durch sein Leiden von uns nahm, die Gott uns zugewiesen hat.

Jesus spricht von Liebe und Verzeihen und das ist mein Glaube. Das Alte Testament hat Jesus ad absurdum geführt durch sein Opfer. Der Gott der Rache, der Hölle und des Fegefeuers ist nicht mein Gott. Mit Feuer gedroht wird übrigens auch im Glaube der Moslems. Ein Gott, der mit der Angst der Menschen agiert, kann kein wahrer Gott sein.




Zähne weißen?

Mir kommen natürliche Zähne
sympathischer rüber,
die etwas gelblich

sind in ihrer Naturfarbe.
Menschen mit unnatürlich
hellen Zähnen sind mir suspekt:

Was schönt der Mensch noch
alles an sich, um schöner,
also besser dazustehen?

Manche bleachen sich nicht nur
den Speise-Eingang, sondern
auch den Speise-Ausgang,

obwohl sie ins Solarium gehen,
Geld und Zeit investieren,
um braun zu werden ..

Verrückte Welt.




Mein Berufsleben in Kürze

Ich arbeite nur „halbtags“, also von 3 – 7 Uhr in den frühen Morgenstunden, damit ich den Rest des Tages Zeit zum Lesen und Schreiben, Denken und Leben habe. Das ist momentan mein Lebensentwurf, in dem noch keine Ehe mit Kindern usw. vorgesehen ist. Ich verdiene inklusive steuerfreier Nachtzuschläge zur Zeit je nach Monat zwischen 900 und 1000 Euro netto. Das reicht mir vollkommen.

Im bürgerlichen Beruf bin ich Industriekaufmann und wurde genau deshalb auch von meiner Firma (Spedition) gerne eingestellt, weil diese Ausbildung  die umfangreichste von allen kaufmännischen Berufen und man für vieles einsetzbar ist.

So arbeite ich mit einem Speditionskaufmann Hand in Hand. Wir sind beide für die Logistik zuständig, wobei meine Arbeit daraus besteht, zwischen Büro, Lager und Hof kontrollierend und weisungsbefugt zu vermitteln. Ist nachts schon mal kalt auf dem Hof und mit den Fahrern, die früh Ladung aufnehmen, nicht immer leicht zu verhandeln.

„Just in Time“ ist die Devise und es sollte nicht zu Verzögerungen kommen und das Lager muss ja auch immer für neue Ware wieder frei werden. Der reibungslose Betriebsablauf steht also in meiner Verantwortung in dieser frühen Schicht, wozu auch etwa das Überprüfen der Lieferscheine gehört.

In meiner Freizeit tagsüber schreibe ich an mehreren – thematisch verschiedenen – Gedichtbänden gleichzeitig. Ja, ich will Dichter werden, es zumindest versuchen.

Der Jahresurlaub soll nach Möglichkeit immer an einem Stück genommen werden und ich mag ihn lieber im Sommer als im Winter. Das ist meine Entscheidung. Aber da ich auch Urlaubs- und Krankenvertretung mache, hab ich auch im Winter noch ein paar Tage angespart (bei uns wird die Mehrarbeit nicht ausgezahlt, sondern als Freizeit abgegolten), die ich meistens dann im Februar nehme, weil es da besonders unangenehm ist, aus dem warmen Büro über den Hof zu pendeln ..

Abitur und Germanistikstudium hab ich auf dem zweiten Bildungswege gemacht, aber mehr, um mich zu bilden und meinem Hobby, der Literatur zu frönen. Mit Germanisten (Magister, nicht Lehrfach) kann man die Straße pflastern. Nichts für Leute, die eine Familie ernähren müssen: Dann lieber Betriebswirtschaft oder Jura studieren ..

Mein Studium sollte in erster Linie Spaß machen und das hat es auch. Bin gerade beim Sichten meiner Gedichte und selbst überrascht, wie schön manche sind. Ich hatte viele meiner tausend Poems schon vergessen und glaube fast gar nicht, das sie von mir sein sollen. Um so mehr bekomme ich Mut, bald mein erstes Manu an einen Verlag zu senden.




Zitat Edgar Allan Poe

I was a child and she was a child,
In this kingdom by the sea,
But we loved with a love that was more than love—
I and my Annabel Lee—
With a love that the wingèd seraphs of Heaven
Coveted her and me.

Warum berührt mich diese Strophe immer wieder
und warum muss ich immer an meine Schwester denken
und warum muss ich weinen beim Lesen?

Fragen über Fragen.




Edgar Allan Poe

.. hat mal behauptet,
dass er seine Gedichte
auf eine Wirkung beim Leser
hin komponiert und entwirft.

Da musst ich doch mal lachen:
Poe hat alle Menschen verloren,
die er einst innig liebte.

Er sah früh seine Mutter sterben,
sah seinen Bruder sterben,
sah seine Frau sterben,

die er mehr liebte und verehrte
als sein eigenes Leben
und hat seine Poems

nur auf eine Wirkung hin
entworfen und geschrieben
und hat zwei Suizidversuche

nur auf die bloße Wirkung
hin unternommen?
Wer das wirklich glaubt,
der hat Poe nie verstanden

und wird ihn nie verstehen.




Heute

.. mit der Chance von gestern,
würd ich mit dem Heli kommen,
über deinem Haus abspringen,

dich umarmen und nie mehr loslassen,
dich niemals mehr gehen lassen,
dich immer festhalten,

dich immer fest halten
wie man festhält
das Liebste

auf der Welt.




Es ist gut wie es ist

.. denn du konntest nicht wissen,
wie sehr du mich beflügelt hat,
mein Dasein beeinflusst hast,

in der allzu kurzen Zeitspanne,
wo ich wirklich glücklich war,
weil du mein karges Leben

verändert hast durch dein Dasein,
deine frischen, liebe Worte,
durch deine Liebe zu mir,

die über mich kam wie ein Geschenk.




Am Ende

.. wenn wir alle gleich sind,
dann bin auch ich froh
und kann einigen auf
die Backe hauen,

die es verdient haben.




Ein Messer

.. hab ich auch immer dabei,
aber als Glücksbringer.

Ein Laguiole en Aubrag
mit lebenslanger Garantie.

Die Klinge aus Schwedenstahl,
der Haft aus Ebenholz

mit einer Rose als Intarsie,
die aus Elfenbein ist

und einem Diamanten
in der Blüte.

Hat mich 178 Euro gekostet.




Fairness

.. ist ein hoher Wert
in unserer Kultur.

Dazu gehört die
Gleichheit der Waffen.

Wer mit Messer
auf Unbewaffnete

einfach lossticht,
gilt als unfair.

Niemals Fairness gelernt in deinem Land?




Wenn

.. man sich mal die Welt und das Leben anschaut und erkennt, wie eins ins andere greift vom Kleinsten bis ins Größte, dann kann man Gott nicht leugnen. Und je klüger die Wissenschaft wird, desto mehr erkennt sie die Zusammenhänge zwischen allen Dingen, die sich gegenseitig erfordern und wichtig sind im Gesamtspiel des Lebenreigens.

Da gibt es keine Zufälle, sondern da ist alles aufeinander abgestimmt bis ins kleinste Detail und alles ist genau berechnet und hat seine Wirkung. Da muss ein enormer Gott dahinter stehen, ein genialer Geist, der viel größer ist, als alles was wir uns vorstellen können.

Und dieser Gott hat wohl doch so wenig mit Religion zu tun, wie ein Kleinkind mit Algebra. Dieser Gott ist unfassbar und Religionen geben ein kindliches Bild von ihm, vereinnahmen ihn, veruntreuen ihn, geben ein falsches Bild von ihm.

Dieser Schöpfer der Erde und des Universums ist nicht auf die Liebe der Menschen angewiesen und er wird auch nicht richten über die Menschen. Aber er lebt in jeder Seele, weil er die Seele ist von allem.




Wer ich bin

.. das weiß ich selbst nicht,
aber ich bin auf dem Weg zu mir.

Wer sich sicher ist über sich,
der mag sich melden.

Doch vermute ich schon lange,
dass wir alle nur sind

auf dem Weg zu unserem Ich,
zu unserer Bestimmung,

indem wir uns frei machen
von früher Indoktrination

und früher Manipulation.




Heilung

.. gibt es im Leben keine:
Wir tragen alle unser Päckchen.

Erleichterung nur gibt es
und das ist schon viel.

Denn nicht mal Jesus Chrisus
fand Erleichterung,

als er sein Kreuz tapfer trug,
in aller Härte bis zuletzt,

um uns Menschen zu zeigen,
dass der größte Schmerz

in Würde zu ertragen ist
wie jede Demütigung.

Jesus war ein Mensch
wie du und ich.

Gottes Sohn war er
nur bildlich gesehen,

als Vertreter der Werte Gottes.




Kneipenbesuch

Einmal war ich als angehender Trinker wieder in der Kneipe hinter dem Bahnhof und kam gut gestimmt an die Theke, bestellte wie immer zwei Bier – eins zum gleich trinken und eins für danach.

Den Wirt kannte ich schon länger und wir unterhielten uns wie immer, als ich auch seine Frau erblickte, die apthisch auf der Ofenbank saß und sich mit zwei Händen abstützte. Ich ging auf sie zu und sprach sie an.

Doch sie reagiert nicht. „Was ist denn passiert?“, fragte ich jovial. Keine Antwort. „Kann ich dir helfen, warum bist du so gepresst und traurig?“ Wieder keine Antwort. Sie saß einfach da und schaute vor sich hin.

Die anderen Gäste schwiegen nur und nippten an ihren Gläsern, da ich ja auch immer ein wenig raumfassend mit Körper und Worten agiere. Da wollte keiner etwas riskieren. „Deiner Frau geht es schlecht und du schaust einfach zu!“ blöckte ich den Wirt an.

Da kam er hinter dem Tresen hervor, nahm seine Frau am Arm und befahl ihr: „Du gehst jetzt hoch und legst dich hin!“ Sie stieg langsam von der Ofenbank und verzog sich aus dem Schankraum.

Der Wirt, kaum größer als seine Frau, die ich auf 160 cm schätze, war wieder hinter dem Tresen, als er mir ein Bier spendierte und mir in die Augen sah: „Meine Frau leidet unter Depressionen. Ich versteh deine Sorge gut, aber da kann keiner helfen, sonst hätte ich selbst es schon getan.“

Da war ich perplex, weil ich damals noch nicht wusste, was „Depressionen“ überhaupt sind, aber am Gesicht des Wirtes sah ich, dass er selbst hilflos und machtlos sich fühlte und seiner Frau gerne geholfen hätte.

Ich zahlte dann und zog weiter durch die nächtlichen Kneipen in Offenbach. Ein paar Tage später kam ich wieder in die besagte Wirtschaft. Die Wirtin stand jetzt mit ihrem Mann hinter dem Tresen, spülte Gläser, zapfte Bier und ich schaute sie an, aber sie nicht zurück, erkannte mich wohl nicht.

Als ich später bezahlt hatte und ging, schaute ich von der Tür nocheinmal zurück und ihr Blick traf mich wie ein Hilferuf. Vielleicht hab ich mir das auch nur eingebildet, aber ich besuchte diesen Schankraum nie mehr. Will kein Störfaktor sein und die Ehe ist mir heilig, da mische ich mich nicht ein. Feige? Nein, aber realistisch.




Nie aufgeben

Es ist leicht gesagt von mir,
der Depressionen nicht kennt,
aber man sollte niemals aufgeben.

Denn wenn du aufgibst,
dann gibst du nicht nur auf
das Glück der schmerzfreien Tage,

sondern einen Menschen,
der das Leben verdient hat,
weil er edel, rein und unschuldig ist.

Nur wer die Nacht kennt,
weiß den Tag zu schätzen
und der Tag wartet immer auf dich,

auch wenn die Nacht noch so schwarz ist.




Das Leben
(für leider viel zu viele)

.. ist oft grausam,
drückt oft nieder,
frisst dich oft auf.

.. ist oft Kampf
gegen das Monster,
das dich besetzt hält.

Da hilft kaum Glaube,
da hilft kaum Chemie,
da hilft kaum Therapie.

Im Dunkeln bist du allein
und doch ist das Buch
von Hannah Green

der Bericht einer Heilung.




Wärmende Liebe

.. wollte ich immer verkünden,
in die Seelen zaubern
durch meine Texte.

Offensichtlich kalte Menschen
bin ich hart angegangen,
hab Wut abgelassen.

Inzwischen hab ich gelernt,
dass auch sie Liebe tragen,
tief vergraben in sich.

Wenn man sie neu beatmet
mit liebendem Sauerstoff
und etwas Zuwendung,

kann man sie zurück holen,
kann man entzünden,
was unter der Asche

verborgen schwelt.




Die Seele darf nicht frieren

Nicht die klügste Lehre,
die wahrste Philsophie
die  tiefste Weisheit
ist mir annehmbar,
lieb und genehm,

sondern die wärmste.




Manche Menschen

.. setzen ein Lächeln auf
wie eine Brille
und da die Augen nicht
genauso lachen,
wirkt es wie eine Fratze.

Vielen ist die lachende Fratze
schon angewachsen,
die Maske schon geworden
zum zweiten Gesicht,
das keine Seele mehr zeigt.

Da behalt ich mein Gesicht
doch besser lieber,
zeig mich emotional
wie ich gerade bin,
grantig oder glücklich.

Siegerposen sind nur für Verlierer.




Schön

.. ist es für mich,
an dich fest zu glauben,
die Hoffnung nie aufzugeben.

Irgendwann wirst du dich
still an mich erinnern,
an mich denken,

wie die Amsel im harten Frost
denkt an den Frühling
und die Sonne.

Du warst mir einst Sonne
und wirst es immer
sein tief in mir.

Du bist die Wärme, die mich hält.




Liebe verdient

.. hat jedes Tier,
.. hat jede Pflanze,
.. hat jeder Mensch:

Der dicke und der dünne,
der kleine und der große,
der kluge und der dumme,

der Gehandicapte
und der Gesunde.

Wer andere mobbt,
verwirkt sein Daseinsrecht,

schließt sich selbst aus.




Sternwanderer

Was geht mich die Welt an,
wo das Weltall meine Spielwiese ist?

Was gehen mich Kriege an,
die zu nichts führen, außer Kummer?

Was geht mich der Hass an,
der zu nichts führt, außer Leid?

Was geht mich die Industrie an,
die die Welt zerstört aus Habgier?

Was gehen mich Politiker an,
die ihre Macht verkaufen für Geld?

Es wird sich nichts ändern,
weder heute, morgen oder irgendwann.

Also lasst mich fliegen zu den Sternen.




Olliver

.. ist jetzt der Prinz.
Ich bin nur noch Sven.

Man übergibt die Titel
an den Nachfolger,

der edler meinen Ruhm
einst vertreten wird,

selbstloser handeln wird,
seine Mutter besser,

mutiger beschützen wird
und ich ihn immer

aus dem Hintergrund
wie einen Sohn,

der leiblich mir angehört.




Der wahre Prinz, die wahre Prinzessin

.. ist immer das Neugeborene,
ist immer das neue Leben,
ist immer das Krabbeln

auf deinem Bauch,
das die Stillung sucht,
das die liebende Mutter sucht,

das die Brust sucht,
um zu sein und zu leben,
hereingekommen in die Welt,

um behütet zu bleiben in Liebe.




Realität

.. entsteht durch Worte,
die gedacht, gesprochen
und etwa geschrieben werden.

Die Dinge gibt es nur,
wenn man sie benennt:
Am Anfang war und ist das Wort.

Leise Dichterworte
sind die ehrlichsten Worte,
weil sie etwas transportieren,

das immer mitschwingt
zwischen all den Worten,
was man nur empfinden kann,

wenn die Seele offen ist.


 

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