
Aphorismen 82
(95 Texte )

Die Welt
.. ist ein sterbender Planet
und allein das Wasser
holt sich peu à peu zurück,
was es einst freigab.
Wir müssen eine Arche bauen
oder Kiemen entwickeln,
wenn wir den nächsten Weltkrieg überdauern.
Warschauer
Wenig Taschengeld bekam ich als Kind
und hab mir immer Warschauer gekauft
beim Bäcker in Offenbachs Kaiserstraße.
Und ich frag mich heute ernsthaft,
was das überhaupt für eine Pampe war,
die so satt machte zum günstigsten Preis.
Wohl eine Art Restekuchen?
Humor ist Leben
Ein wenig rumblödeln,
ein wenig Unsinn und Nonsens
gehören auch zum Leben,
befreien Seele und Geist.
Und vor allem das Lachen
über sich selbst.
Wer sich selbst zu ernst nimmt,
der hat schon verloren.
Sterben werden wir sowieso am Ende.
Nochmal jung sein
Deine Lenden nochmal küssen
wie Tarzan im Urwald
und nicht wie der schleichende Tod.
Tanuky zu Tanabe
.. mit dem kleinen Dolch am Gurt
ist immer noch die schärfst Waffe,
die ein Ritter je im Leben besitzen kann.
Und das Schöne daran ist,
du kannst sie nicht wirklich besitzen,
du kannst sie nur zur Freundin haben.
Tanuky verfügt über Witchcraft,
will sagen: Überirdische Hexenkünste,
die sie auszeichnen und eigentlich ausmachen.
Und gehst du mit ihr auf eine Reise,
hast du immer einen verlässlichen Partner,
der dich im letzten Moment einfach raushaut
aus jeder noch so prekären Situationen.
Waren wir nicht damals zusammen in Norwegen,
besuchten die Inseln der Lofoten, bestiegen den Helseggen,
wo wir das Seeräubernest ausmisteten,
das die Ortschaften erpresste und ausbeutete
und junge Frauen einfach zur Geisel dafür nahm?
Weist du noch, damals, als du mich riefst,
weil einer von hinten an mich kam und ich
mich gerade noch umdrehen konnte gegen ihn?
Als der Boss von allen kam, hast du ihn verwandelt
in einen Schafsbock und mich in eine Schafsböckin:
Das werde ich dir nie verzeihen, bei allem gendern.
Mir tut heut noch der Arsch weh.
Eigentlich
.. haben mich alle verraten,
denen ich vertraut habe.
Das ist mein Schicksal
und mein Ende.
23 Leben sind verlebt.
Mit der Internetmafia
.. hab ich mich überworfen,
die sich immer gegenseitig liked.
Ich bin kein Anpasser,
bin eher ein Kämpfer
für das Wahre.
Gendern
Stell dir vor, die Sonne wäre nicht weiblich.
Würde ich sie deshalb weniger lieben,
die mich ständig bescheint?
Nur mal zum Nachdenken.
Glücklich
.. werde ich wohl nicht mehr in diesem Leben,
weil die Sterne viel zu weit entfernt sind,
aber immer träumen darf ich von dir,
herbeiträumen darf ich dich nachts,
wenn nur der Mond unser Zeuge ist.
Zärtlichkeit
Dich fühlen, dich riechen,
deine Haut an meiner fühlen,
deine Lippen auf den meinen.
Wange an Wange sein,
dein Körper an dem meinen
und nur noch Glück empfinden.
Zusammen eins sein,
zusammen gegen die Welt,
zusammen gegen den Hass.
Du und ich.
Meine Kritiker
Am dankbarsten bin ich jenen,
die ihren Finger in meine tiefste Wunde legen,
denn nur die härteste Kritik
bringt einen Künstler wirklich weiter.
Schöngerede brauch ich nicht wirklich.
Meine Aphorismen
.. sollen zum Nach- und Weiterdenken
und auch zum Widerspruch anregen
und haben dann ihre Intention erfüllt,
ohne Anspruch auf letzte Wahrheit.
Apodiktische Rechthaberei überlass ich anderen.
Der Mensch ist ein Leidenskünstler
Wenn die Religionen Recht behielten
und das Leid nur unsere hohe
Bestimmung zeigte,
dann könnte man wohl das Sprichwort:
„Per aspera ad astra“ übersetzen mit:
Durch Leiden zu den Sternen.
Leiden am Leben
Was weiß ich schon vom Leben,
außer dass es grausam ist
und tödlich endet.
Wiegen die schönen Momente,
die Stunden des vollen Glücks,
all den Kummer auf?
Auch das weiß ich nicht.
Ein schwarzer Kater
.. bin ich in diesem Leben,
der sich schon oft totsagte.
Ich verfüge über 23 Leben
und hab doch nur eins
im Sinn.
Die Falschen werden gerichtet
Egoismus und Narzissmus
sind die wahren Blumen des Bösen.
Und Baudelaire wollte man entmündigen,
weil er die freie Liebe proklamierte.
Ein Toast auf diesen edlen Dichter,
der sein Schreiben stark vernachlässigte,
um Poe nach Europa zu bringen.
Krieg
.. in Europa könnte
einen Weltbrand auslösen
und nur weil einige Psychopathen
das Sagen haben.
Endzeit
.. war schon öfters verkündet,
wurde schon mehrmals angesagt:
Solange der Wurm Futter findet
in totgesättigter Muttererde,
wird es Leben geben.
Veitshöchheim
Trotz Corona auch wieder Frankenfasching,
obwohls ja traurig ist bei dem Abstandhalten.
Die Feuerwehrkapelle war wieder Höhepunkt,
auch wenns gar nicht die Feuerwehrkapelle war.
Heißmann und Rassau sind nicht zu toppen.
Frivole Texte
.. möchtest du von mir lesen?
Da muss man heute aufpassen,
dass man nicht gesperrt wird.
Da bin ich vorsichtig geworden.
Ein dutzend Lesebrillen
.. besitze ich, aber wenn ich
eine brauche, finde ich sie nicht.
Das ist wie mit den Worten:
Das rechte Wort fehlt mir immer.
Am Ende stellt es sich dann
doch irgendwann durch Suchen ein.
Ich wär gern nochmal Zwanzig.
Originalität kommt mit der Zeit
Als ich zu schreiben begann,
hab ich auch einige Binsenweisheiten
einfach umgeschrieben und
mich damit gebrüstet.
Heute öffne ich meine Seele
und lass das heraus,
was zuoberst schwimmt.
Nachts im Traum
.. sah ich eine graue Mauer,
die eine runde Öffnung enthielt
und ich schaute hinter der Öffnung
ein Meer von bunten Farben,
doch ich wollte nicht tiefer blicken,
beschloss lieber schnell aufzuwachen.
Dann mit geöffneten Augen
sah ich immer noch das Gespinst
vor mir und mir fröstelte und ich
hatte Todesangst.
Küssen
Wie entstand das Küssen?
Früher hatten die Mütter
ihren Kindern das Essen vorgekaut
und sie von Mund zu Mund gefüttert.
Denken ist ein hoher Wert
Du fragst dich, wozu Mathematik lernen,
wo doch überall Rechner rumstehen.
Ganz einfach: Durch Mathe lernt man Denken.
Was nützt dir
.. deine ganze angelesene Weisheit,
wenn du nie gelernt hast,
selbst zu denken?
Ratgeberbücher helfen nur den Autoren selbst.
Vergänglichkeit
Du kannst die Sanduhr drehen,
wie du willst:
Der Sand rieselt immer nach unten,
dem Grab zu.
Als ich Habermas
.. nach der Frankfurter Schule befragte,
sagte er: War mal ganz schön,
aber ist vorbei.
Komm
.. schreib noch eins
und dann lass deine Haare fliegen
im Wind der Vergänglichkeit.
Nur ein kleiner Text noch vor dem Sterben.
Jetzt verstehe ich meinen Bruder
.. und seine Liebe zum Ford V8.
Ford ist einfach nur Kult.
Das ist kein Auto, das ist eine Lebenseinstellung.
Mustang
Da fuhr ein alter Mustang
über die Straße hier im Ort
und ich hab ihn verfolgt.
Er landete in der Dieburger
und ich fragte die Lady,
wem das Teil gehöre.
Natürlich ihr. Hammer.
Was bleibt
.. sind Postkarten und Briefe,
die keiner lesen will.
Das Leben ist ein Zettelkasten,
den das Schicksal schreibt.
Vergebliche Mühe.
Vorbei ist vorbei
Was weiß ich vom Leben
und was weißt du davon?
Vielleicht dass es endet
in Krankheit und Schmerz.
Lass uns noch ein Glas
erheben auf diese Zeit.
Dann lass uns gehen.
Am letzten Ende
Was bleibt am Ende
von einem Goethe, einem Rilke:
Zwei oder drei Gedichte
in den Deutschbüchern,
die Schüler unwillig
auswendig lernen müssen.
Ausgehauchtes Leben,
vergeblich jeder Versuch,
und doch vielleicht ein Hauch
Unsterblichkeit.
Irgendwann
.. werd ich sterben,
und man wird mich verscharren,
wie man Mozart verscharrt hat:
In unheiliger Erde.
Und das ist eine Ehre.
Das Leben ist schon Scheiße
Vermeintliche Freunde verlassen dich,
alte Freunde sterben mal so weg.
Irgendwann bist du allein auf der Welt
und sehnst dich selbst nach dem Tod.
Das ist der Moment, wo du trinkst
und keine Grenze mehr findest.
Lass reinlaufen, was dich betäubt.
Als Kind
.. hab ich Karl May gelesen
und stelle heute fest,
dass dieser Schriftsteller
mehr für das Völkerverständnis
getan hat als jeder Politiker.
Die Liebe
.. ist wie ein Bad im Amazonas:
Irgendwann kommen die Piranhas,
zerfressen dein Herz auf der Stelle.
Nietzsche lesen
Wenn Nietzsche fragt,
was die Sonne wohl wäre
ohne die Menschen, die sie anbeten,
dann fragt er auch,
was die Götter wohl wären,
ohne uns Menschen, die sie anbeten.
Das ist die Umwertung aller Werte.
Böser Blogger
Wenn andere mich nicht mehr besuchen,
aufgrund meines „bösen“ Charakters,
respektiere ich dies gerne.
Ändern werde ich mich deshalb nicht,
denn „böse“ sein macht Freude
und befreit die Seele.
Wohl dem, der eine Seele hat.
Mal drüber nachdenken?
Wie friedlich könnte das Leben sein,
wenn Menschen auf ihren gesunden Geist
und nicht auf falsche Propheten vertrauten.
Religionen trennen, was zusammen gehört.
Wettbewerbsgesellschaft
Das Leben ist eine Autobahn:
Jeder fährt auf der Überholspur,
keiner möchte am Ende zurück bleiben.
Ist wohl politisch so gewollt.
Leben heißt Leiden
Wer in diesem Leben glücklich sein will,
der muss wohl auf völlig blind,
taub und stumm schalten.
Wie die drei berühmten Affen.
Irrglaube
Nehmt euch in Acht
vor den Reden der Esoteriker:
Sie sind Meister der Manipulation.
Sex
Alle wollen nur noch Sex:
In allen Apps geht es nur um Sex.
Ich brauch ne Frau,
die zu mir steht und bei mir bleibt,
die auch in der größten Not
zu mir hält und mich niemals verlässt.
Und dann ist Sex das höchste Sakrament.
Heute
.. ist mir die schönste Frau begegnet
und sie schaute mich lächelnd an
und ich winkte ihr blinzelnd zu.
Und sie winkte zurück.
Seltsam
.. fanden es die Beamten,
dass ich mit 2,6 Promille
noch gerade laufen konnte.
Weniger seltsam fanden sie
die Tatsache, dass ich
schon zehn Jahre ohne
Führerschein fahre
und dies total unfallfrei.
Ein Toast auf die nächsten zehn Jahre.
Dein letzter Kuss
.. war der Schwerste,
weil du für immer gingst,
mich einfach verlassen hast.
Wir stritten zuletzt nur noch,
ein Wort gab das andere,
beendeten unsere Liebe.
Doch unsterblich dieser letzte Kuss.
Abgehangen heißt nicht abgestanden
Nichts gegen die Werke der Zeitgenossen,
doch ich versinke lieber im Alten.
Da bin ich wohl ein sonderbarer Außenseiter,
wenn ich noch Sheridan Le Fanu goutiere.
In Musik ist mir ein Cembalo inzwischen lieber,
als jede Klaviermusik: Vivaldi ist mein Held.
In Rockmusik ziehe ich Black Sabbath und
Led Zeppelin jeder neuen Band vor.
Mit dem Alter weiß man den Ursprung zu schätzen.
Wie traurig
.. muss das Schreiben sein,
wenn man sein Unvermögen
hinter tumben Metaphern
verstecken muss.
Verletzlich
.. sind wir alle
und was nützt
das Jammern darüber,
wenn wir doch alle unsterblich sind?
Die Liebe
(für Musafira)
.. ist eine Stachelrose:
Sie duftet und berauscht,
aber sie kann Schmerzen verursachen.
Nimm dein Herz in Acht.
Sister
Jeden Tag frag ich mich,
wie es dir geht, was du tust,
wo du bist und wie du denn lebst.
Acht Monate kein Lebenszeichen.
Gott?
Viele Menschen halten sich an Regeln,
die von einem Gott bestimmt sind
und ich find das sonderbar.
Ich selbst halt es nicht so mit einem Gott,
sondern existiere eher selbstbestimmt
nach meinen eigenen Regeln.
So bin ich in gewissen Grenzen
mein eigener Herr und Gott
und lebe mein Leben
selbstverantwortlich in aller Konsequenz.
Die Lüge
.. ist das Paradies der Lügner,
weil schon das Paradies
eine Lüge ist.
Ich habs nicht nötig:
Nicht das Paradies,
nicht die Lüge.
Belüge nur mich selbst.
Das Liebesfeuer
.. mag in seiner brennenden Flamme
– zwischen zwei Menschen –
unverlöschlich wirken.
Die Leidenschaft jedoch braucht
immer neue Anregungen,
damit sie nicht vergeht.
Gefühle ringen nach Ausdruck
in Worten und Gesten,
die sie bedeuten.
Manchmal reicht ganz sacht
nur eine Andeutung,
die alles sagt.
Deine Worte schüren die Glut in mir.
Lebenslügen
(inspiriert durch Hank)
Überall Tod und Verderbnis,
Krankheit und Trauer.
Die Qualen und Ängste des Lebens
wären kaum auszuhalten
ohne Träume und Illusionen,
ohne Lüge und Selbstbelügung.
Das fängt schon beim Glaube an,
ist der Ursprung jeder Religion.
Auf was warten wir?
Wir warten auf das Ende der Pandemie,
wir warten auf den Frühling,
auf besser Wetter.
Ich warte auf das neue Werk von Ozzy,
Jeff Beck soll mitspielen
und Eric Clapton.
Toni Iommy kämpft gegen den Krebs
und hat trotzdem ein eigenes Lied
für dieses Werk entworfen,
das er als Gitarrist in Persona begleitet.
Zakk Wilde ist wieder im Boot
und Taylor Hawkins schlägt
als bester Schlagzeuger der Welt
die drums. Robert Trujillo von
Metallica am Bass.
Was kann da schiefgehen?
Lesen kann trösten
Was kann man jemand raten,
der in tiefer Trauer vergeht?
Ich kann nur von mir sprechen
und dass mir Bücher immer
mein Leben gerettet haben.
Die Liebe
.. ist wie ein Sakrament,
das immer wirkt.
Ohne Liebe wäre das Leben
ein Tauchen in Wasser
ohne Sauerstoff.
Wenn ich einen Pädo treffe
.. der ein Kind missbraucht hat,
kannst du mich gleich einsperren
wegen Körperverletzung.
Komisch
.. dass es die Pädophilen
immer in die Kirche zieht.
Liegt wohl daran, dass
Jesus sagte: Lasset die
Kindlein zu mir kommen.
Wenn ich zurück blicke
.. war mein Leben immer gut,
weil ich immer ich selbst war
und niemals mich verstellte.
Das ist wohl die Hauptsache:
Sein wer du wirklich bist
und nicht lügen.
Dann ist alles gut.
Tränenschwer
.. kommt die ganze Welt daher,
wenn man nur auf das Negative blickt.
Dabei gibt es so viel Positives,
so viel Gutes im vorgeblich Schlechten.
Du kannst deine innere Welt
immer durch positive Gedanken verändern.
Alles hat seinen tieferen Sinn,
alles kann am Ende nur gut werden.
Verzweifle nicht an den kalten Tagen,
sieh das strahlende Licht in der Ferne.
Auf jeden Winter folgt ein Frühling.
Hoffnungsvolle Melodie
Was aus dem Nebel kommt,
was die Sprachlosigkeit belichtet,
was aus der Tiefe klare Bilder schafft,
das kann nicht verkehrt sein
und hörst du die Sprachmelodie
deiner eigenen, wohlgesetzten Worte?
Lass uns über dem Nebel tanzen
zum Fest deiner hellen Worte,
die aus der Dunkelheit
ein Lied der Hoffnung schaffen.
Internetprovider
.. sind nichts wert,
wenn die Verbindung
immer wieder abbricht.
So ist das auch mit Menschen.
Breite Gasse
Wenn wir schon als Schüler
von Puffs redeten war die Sprache
von der Breiten Gasse in Frankfurt.
Hier gab es schon Sex für 30 Mark
und gegenüber standen alte Damen,
die im Alter von 60 Jahren sich anboten.
In Hotpants standen sie da und warteten.
Es regnet hier runter
.. und ich frag mich,
ob die blonde Straßenhure
noch lebt, die immer barfuß
auf der Taunusstraße stand
mit dem Goldkettchen am Bein.
Ihr Kumpel stand damals vor mir
und forderte mich heraus,
doch ich gab nach ..
Mit Zuhältern mich schlagen
ist nicht mein Ding.
Ich wollt ihn auch nicht besiegen.
Der Sinn des Lebens
.. besteht wohl darin,
authentisch zu bleiben
und der zu sein, der man ist.
Alles andere ist Lüge.
Im Kaisersack
.. traf ich mal drei Mädels,
die heroinabhängig waren
und die eine war aus Therapie geflüchtet.
Sie hielt sich den Bauch immer
und sackte zusammen
und ich gab ihr Medinox,
was ich von dem Sohn
einer Puffmutti erhalten hatte,
der heute bei den Hells Angels fährt.
Da ging es ihr besser.
Ein Kneipengänger
.. war ich immer und da es in Offenbach
keine Kneipe mehr gab, wo ich nicht
von einem Barhocker gefallen bin,
verlegte ich meine Kneipenbesuche
mal locker ins Bahnhofsviertel
von Dribdebach Frankfurt.
In Kaiser- Taunus- und Elbestraße
waren meine Kneipen dann
und ich fühlte mich wohl
unter Zuhältern und Huren,
die ich im „Schnickschnack“
persönlich kennen lernen durfte.
Eine Kneipe, die Tag und Nacht
geöffnet hatte und wo man
immer ein gutes Bier zapfte.
Die Stimmung war immer gut
und die Zuhälter und Huren
waren ganz normale Menschen.
Auch durch Laufhäuser geht
man dann mal abends durch
mit ein paar Kumpels,
allein aus purer Neugierde oder
um sich etwas zu amüsieren.
Ja, hab auch gebumst.
Aber es war nicht gut,
kein richtiger Sex,
eher wichsen
in eine Lümmeltüte.
Wie oft
.. hast du mich runtergeholt,
wenn ich wütend war.
.. hast du ausgleichend gewirkt,
wenn ich überreagiert habe.
.. hast du dein Wort lautstark erhoben,
wenn man mich niedermachte.
.. hast du mich glaubhaft überzeugt,
wenn ich falsch über andere dachte.
Wie oft hast du mich gerettet,
wenn mir die Faust aufging
und ich keine Worte mehr fand.
Am jüngsten Gericht
.. wird nicht Gott
über uns richten,
sondern wir über ihn,
wenn es überhaupt
soweit kommt
und nicht
alles gelogen ist, was die Bibel sagt.
Einem Gott
.. kann ich leider nicht folgen.
Doch ich glaube schon an einen Willen,
im Sinne der Philosophie Schopenhauers.
Da ist ein Wille, der jede Fortentwicklung bestimmt.
Mein Herz
.. schlägt jeden Tag und jede Nacht
für meine Schwester und Sohn.
Sie soll dies immer wissen,
wo sie auch ist, was sie auch tut.
Ich bin immer in Gedanken bei euch.
Zusammen
.. auf der Milchstraße wandern,
dann den kleinen Bären besuchen,
hinaus noch etwas uns im All umschauen,
dann gemeinsam zurück,
vorbei am lieben Mond schlendern,
durch ein Wolkenmeer zurück finden.
Da kommt uns die Erde
schon lieb und vertraut vor,
wie eine wieder besuchte Heimat.
Wir sollten öfters zusammen reisen.
Der größte Dichter
.. ist immer jener,
der uns am tiefsten berührt
und unsere Seelenharfe zum Schwingen bringt.
Ohne Musik wäre das Leben ein Irrtum
Das ist wohl der wahrste Satz,
den Friedrich Nietzsche je
von sich gegeben hat.
Und was wäre unser Leben
ohne die konservierten Töne
der alten und neuen Musiker?
Und da gibt es keine Grenzen
zwischen Vivaldi und Yes,
Mozart und Pink Floyd.
Eben ein Frühwerk von Yes
angehört, ein Flug zum Mond,
ein psychedelischer Trip ohne LSD.
Und jetzt hab ich Lust auf Funk:
Johnny Guitar Watson
stimmt seine Gitarre:
I need it.
Cheers
Man trinkt immer zweimal:
Am Abend, um sich zu erinnern
und am Morgen, um zu vergessen.
Wer das nicht kennt, ist kein richtiger Trinker.
Im Angesicht des Todes
.. sind alle Himmelssterne dunkel
und tiefe Trauer umwölkt das Gemüt.
Ein letzter Abschied ist schwer,
fällt keinem Menschen leicht.
Du hast jedenfalls mein Mitgefühl
und ich traure mit dir.
Der Körper geht, der Geist überdauert.
Die vier Jahreszeiten
.. von Pinnock läuft gerade
auf meinem Plattenspieler.
Hab die Platte erst gestern
von Amazon erhalten.
Da kannst du Mutter
und Kennedy vergessen.
Ist mit alten Instrumenten
aus der Zeit gespielt.
Ein Wundermittel gegen Depressionen.
Die Toten wissen mehr
Was ist das Wichtigste im Leben?
Da hab ich nur eine Antwort:
Frag die Toten.
Spiegelbild
Auch der gediegene Trinker
und der bekennende Alkoholiker
belügen sich nicht selten selbst,
um ihre Sucht zu rechtfertigen.
Das Spielen
.. nicht nur mit den Dingen,
auch mit Gedanken und Träumen,
guten und bösen, traurigen und schönen,
ist vielleicht der Beginn von Kunst.
Trinken
.. sei das Weinen der Männer,
hat mal ein Philosoph behauptet
und er hatte wohl Recht,
denn umsonst heißt es nicht:
Prostata.
Zeigefreudig
Mein Haus,
mein Auto,
mein Pferd ..
Immer und überall
den Dicken raushängen lassen
ist auch eine Art
von Exhibitionismus.
Kopfschuppen
Gegen den Grind unter deinen Haaren
hilft nur noch hochprozentiger Alkohol,
sprach der Hairstylist meines Vertrauens.
Der meint bestimmt ein Kräuterhaarwasser,
flachste der Verkäufer augenzwinkernd
und verkniff sich sichtbar ein Lachen.
Dann lass ich den Wodka und nehm den Jägermeister.
Auferstanden
.. von den Toten
nach nur einer Woche,
die mir vorkam wie ein ganzes Leben,
fand ich zurück
in das hehre Schloss
aus Worten, Gefühlen und Herzblut.
Erstaunt war ich,
was eine einzige Seele
über die Zeit erschaffen kann.
Hab ich das wirklich geschrieben?
Sternzeichen Löwe
Nach einer Woche
auf dem Atlantik
in einer Barke
treibend
und mit dem Gedanken
schon abgeschlossen,
nie mehr zu dichten,
bin ich doch wieder im Leben.
Tinnitus
Immer zu laut Musik gehört,
hör ich ständig das Blut
im Ohr rauschen.
Als Zeichen des Lebens
nehme ich es immer
und nehme es an.
Keine Stille kann mich töten.
Autor erraten
Wenn man dir 100 Gedichte zeigt
und du meins rausfindest,
dann hab ich was
richtig gemacht.
Poetensprache
„Ich will so singen,
wie ich rede, und mein
Vokabular ist ganz okay.“
Robert Smith
Robert Smith erklärt vielleicht den Grund,
warum ich stilisierte Sprache nicht mag:
Sie ist vielleicht künstlerisch wertvoll,
aber klingt doch nur künstlich.
Das neue Cure-Album ist fertig
und soll sehr traurig sein
und gefühlsträchtig.
Genau mein Futter.
Du bist dir alles und ich dir nichts
(Für ein Familienmitglied)
Der Dreck unter dem Fingernagel bin ich,
das Schwarze unter dem Fußnagel.
Der letzte Dreck bin ich immer vor dir,
wo du von dir sprichst, dich erigierst,
als wärst du das Salz des Lebens.
Ich bin unsterblich
.. und das ist mein Versprechen,
immer werde ich atmen und leben.
Keiner wirft mich um, keiner besiegt mich,
ich werde immer der Sieger sein.
Immer werde ich der Kämpfer sein,
immer jeden Kampf gewinnen
für meine Sis.
Es gibt wenig Hoffnung
Am Ende sterben wir alle
und liegen unter der Erde.
Mancher hätt noch gern
weitergelebt in diesem Leben
und mancher ist im Leben
schon eigentlich tot.
Ich bin unsterblich.