Mail-Erotik
.. ist nicht mein Ding
und ich kenn mich nicht aus,
aber ich denke, dass es da
in Echtzeit hin und her gehen muss.
Wer seinen Partner da
über eine Stunde warten lässt,
und das jede neue Stunde
immer wieder aufs Neue,
der meint es nicht ernst,
der will ihn verarschen.
Ich finds trotzdem lustig.
„Die Kinder sind im Berg gefangen,
müssen arbeiten in engen Schächten,
ohne Sauerstoff und Licht.“
Wir kamen dem Berg immer näher,
der eigentlich auf uns zukam,
will man Tanuky glauben.
Und philosophisch gesehen hat
sie tatsächlich Recht: Wir
bewegen nur die Erde
unter unseren Füßen fort,
bleiben am selben Ort
und rollen den Berg zu uns.
Steil stand der Berg vor uns
und wir umrundeten ihn,
sahen alsbald ein Lagerfeuer,
auf das wir geradeaus zuhielten.
„Schert euch hier weg!“,
ertönte eine Mannerstimme.
„Darf ich ihn hauen?“,
fragte der Dicke.
„Gib Ruhe“, fiel der Kleine ein.
Tanuky mumelte einen Hexenspruch
und der Mann fiel in Schlaf
und wir ritten weiter.
„Ich dachte immer“,
fiel ich lächelnd ein: „das funzt
nur auf Mittelaltermärkten.“
„Nein“, gab sie zurück,
„ich beschäftige mich schon
länger mit der Weisheit der Kräuterfrauen.“
„Ja ich weiß, hab den Hexenhammer
und das Mittelalter studiert.
Weise Heilerinnen wurden verbrannt.“
„Doch seht vorne, was da geschieht“,
Tanuky war abgestiegen und
wir folgten ihr im Abstand.
Da luden Kinder schwere Säcke
von Steinkohle auf einen Wagen,
ihre Gesichter waren dunkel gefärbt.
Wir waren plötzlich umzingelt
von einem Pulk von einem Dutzend
angriffswütigen Menschen.
Ich zog mein Schwert Excalibar
und wollte losrennen gegegen alle,
aber Tanuky hielt mich fest.
Wieder hatte sie eine Hexenspruch
und wieder fielen alle Angreifer
in einen tiefen Schlaf.
Der Leprchaun lachte hämisch,
verbeugte sich aber vor Tanuky
und sprach leise lispelnd:
„Jetzt weiß ich, wen ich vor mir habe:
Ihr müsst es sein, die Halbschwester
von König Arthus aus Camelot.“
„Dummgeschwätz“, erwiderte der Kleine,
lasst uns die Kinder zusammen sammeln
und zurück nach Hause reisen.“
„Meintest du Morgaine le Faye?“,
frage ich den Leprechaun,
aber er gab keine Antwort.
Wir holten die Kinder aus dem Bergwerk,
sahen zu, dass keins vergessen wurde
und zogen zurück auf dem Weg,
der kein leichter war ..
– Ende –
Die freie Liebe
.. mag manche beglücken,
mag manchen lebenswert sein,
heute den und morgen den Partner,
je nachdem was Tinder hergibt
und die anderen Kuppel-Apps alle,
die nur dazu dienen, gewissen Männern
das Geld für den Puff zu ersparen,
indem sie notgeile Frauen besteigen
die sich von Nutten dadurch unterscheiden,
dass sie kein Geld verlangen.
Liebe
.. beginnt immer erst mit Liebelei und Verliebtheit.
Man ist eingenommen und begeistert von einem Gegenüber.
Ob dann Liebe draus wird, zeigt die Zeit.
Was manchmal lichterloh brennt erweist sich oft leider
schon schnell als Strohfeuer. Die wahre Liebe
zu einem Menschen muss langsam wachsen,
braucht viel Zeit, um sich richtig kennen zu lernen
und sich langsam immer etwas näher zu kommen.
Nur was die Zeit übersteht ist von Dauer.
Im besten Fall umwurzelt man sich wie zwei Bäume,
die allzu nahe stehen. Doch ist das wohl immer
ein weiter Weg mit vielen Hindernissen.
Man muss sein Gegenüber annehmen mit allen Macken,
mit allen Fehlern und Makeln, muss ihn
in seiner Gesamtheit umfassen,
auch seine dunklen Seiten akzeptieren,
seine Fehler verzeihen,
seine Makel annehmen.
Jeder arbeitet an sich,
jeder kann sich nur bessern.
Kein Mensch ist perfekt,
jeder hat seine dunklen Seiten,
aber meistens überwiegen die hellen
und sie sind es wert, einen Menschen im Herzen zu tragen.
So viele Jahre
(19.08.2020)
.. wo ich dich immer suchte,
wo ich das Inet durchforstete,
dich auch manchmal wiederfand
und gleich wieder verloren hatte,
weil ich dir etwas zu aufdringlich war,
zu direkt dich ansprach vor den anderen.
Ich sag immer meine Meinug offen,
was manchen Geist brüskieren könnte,
deinen Freunden hatte ich mit Prügel gedroht.
Du liest meine Worte nicht mehr,
du bist längst wieder untergetaucht
mit neuem Nick im anonymen Internet.
Dabei fanden wir uns wieder,
doch auch unser schöner Mailkontakt
ist leider abgebrochen durch meine Schuld.
Heut ist mein Geburtstag
und ich fühl dich ganz nah an mir,
als wärst du hier bei mir in meinem Arm.
Und doch bist du für immer fort.
Danke
.. aber ich habs nicht nur einmal versucht,
dir und deinem Leben näher zu kommen.
Da sind wohl zu viele Hindernisse,
die lautlos zwischen uns stehen.
Man fühlt sich entweder gleich vertraut
oder es wird niemals etwas.
Es funkt entweder sofort zwischen zwei Herzen
oder man bleibt immer auf Distanz.
Mit „Sturm“ hat das nichts zu tun.
Es geht um fehlendes Vertrauen.
Ich bin auch nicht mehr in dem Alter,
wo ich eine Menge an Zeit habe.
Ich möchte gerne heute leben,
weil ich morgen vielleicht
schon tot bin.
Das größte Abenteuer II
Die Reise ging über morastige Wege,
durch meterhohes Farn,
vorbei an alten Bäumen,
wo Raben still drin saßen
wie große schwarze Zapfen,
unbeweglich und gespenstisch.
Da stand er plötzlich vor uns:
Der Leprechaun in Persona.
Tanuky griff zum Messer,
ich zog mein Schwert,
die beiden Freunde
ballten die Fäuste.
„Nein“, entfuhr es dem Zwerg:
„Ich hörte von eurer Mission
und bin jederzeit bei euch.
Hab niemals Kinder entführt
und es liegt mir fern,
mich zu vergehen an Schwachen,
seht hier meine reine Brust
und stecht nur rein,
wenn ich lügen sollte.
Doch ich hab was zu Essen
mitgebracht aus meinem Wald,
frische Pilze und Beeren.“
Tanuky inspizierte die Pilze
und bald war ein Mahl gekocht,
das uns alle bestärkte.
Die Beeren zum Nachtisch
erfüllten uns mit Vitaminen,
so man Tanuky glauben kann.
Nun fragte ich den Leprechaun,
ob er etwas über die Kinder
in Erfahrung gebracht hätte.
Ja, da wär ein Flötenspieler
mit einer grünen Jägerskappe,
der die Kinder weggelockt habe.
Ich ging auf den Leprechaun zu,
nahm ihn an der Gurgel und
und fragte: „Wohin?“
wird fortgesetzt
Niemals
.. haben mich meine Eltern
in den Arm genommen,
niemals bekam ich als Kind
einen Kuss auf die Wange
und du redest von
posttraumatischer
Belastungsstörung.
Da kann ich nur lachen.
Bei manchen Mails
.. hab ich den Verdacht,
dass mir Roboter schreiben,
die zwar die Worte variieren,
weil sie drauf programmiert sind,
aber keine echte Nähe erzeugen.
Wäschefetischist
Ich mag Frauen in schöner Wäsche
zu gewissen intimen Stunden.
Da bin ich als Mann wohl nicht allein,
denn jeder Mann mag Geschenke.
Und jeder Mann mag sie verpackt
und packt sie gerne langsam aus.
Und wenn die Dame es genießt,
dann wird es wunderschön
in einer langen Liebesnacht.
Beziehungen
.. sind wie gelebte Abenteuer,
wie ein gerade gelesenes Buch.
Doch wenn das rechte Timing
einmal nur verpasst wird,
legst du das Buch beiseite,
launig und gelangweilt:
Du kennst den Inhalt vor dem Lesen.
Gefühle
.. brauchen liebe Worte,
doch was sind Worte anderes
als eine Folge von geordneten Zeichen?
Vor der Sprache
dachte der Mensch in Bildern,
die erste Schrift war in Symbolen.
Wer heute noch
die Symbole der Herzen deutet,
der versteht ihren tieferen Gehalt,
der liest aus dem Wind,
der liest aus den Bäumen,
der liest aus dem Vogelflug,
der liest aus aus dem Tanz der Schmetterlinge.
Cherchez la réalité?
(für heathermkaufman)
Ich mag auch die psychologischen und atmosphärischen Geschichten lieber, als jene, die auf Schockelemente und die Darstellung der Gewalt bauen oder ständig die Erzählstränge wechseln, wenn es am spannendsten wird. Der Leser will wissen, wie es weitergeht und bleibt so am Ball. Ein Edgar Poe ist mir lieb, ein Stefan King, der sich gern auf Poe als Vorbild beruft, langweilt mich ..
Auch mag ich gerne die alten und gemütlichen Gruselfilme, die auf Schauerromane zurück gehen und in der Zeit der Burgen mit ihren Geheimgängen und Folterkammern und alten Friedhöfen spielen. Da wird mit künstlichen Spinnweben gearbeitet und die gute alte Nebelmaschine kommt oft zum Einsatz. Diese Art der Literatur arbeitet auch mit der Urangst der Menschen, aber die Stories haben neben dem ersichtlichen Plot meist noch eine zweite, unterschwellige Bedeutung.
Die vernagelten Leichen, die oft wieder auferstehen oder ans Licht des Tages gezogen werden, sind oft nur Gleichnis für die vernagelten und verdrängten Seelenleichen. Die Autoren verarbeiteten nicht selten ihre eigenen Traumen und Verdrängungen. Oder in „Dracula“ etwa wird die Doppelmoral der viktorianischen Zeit verschlüsselt dargestellt. Wer die Metaphern entschlüsselt, erkennt, das es um Erotik geht, die immer nur nachts und hinter verschlossenen Türen stattfand. Bei Tageslicht war der Spuck vorbei, Dracula war machtlos und man spielte das Spiel der keuschen Sittsamkeit usw.
Andere Filme bestehen aus der Aneinanderreihung von sadistischen Grausamkeiten, wo zuletzt alles und selbst der Sinn im Blut ertrinkt. Nicht mein Ding, obwohl ich mich auch schon mal gern von Kultfilmen wie „Halloween“ oder „Freitag der 13.“ von der Angst gefangen lies. Wer Sex hat, muss sterben, ist meist die einzige Prämisse. Eine Tüte Kartoffelchips baut beim wohligen Kauen Spannungen ab
Karl May hat seine Edelmenschen im Knast erfunden. Und wer die Geschichten von „Winnetou und Old Shatterhand, die Geschichten von Freundschaft und Gerechtigkeit als Kind gelesen hat, der wird in eine gute Richtung geprägt. Die „Kurdistan“-Romane etwa schlagen in eine ähnliche Richtung:
Karl May hat mehr für die Völkerverständigung getan, als jeder heute lebende Politiker und wurde doch des Betruges bezichtigt, weil er seine „Reiseerlebnisee“ als Wahrheit verkaufte. Aber mal ehrlich: Wollen wir Leser das nicht eigentlich? Wollen wir nicht eine Geschichte so erzählt bekommen, als sei alles wirklich erlebt? Diese Illusion beim Leser zu erreichen ist doch das Höchste, was ein Autor erreichen kann.
Die Realität und Routine von Polizisten, Profilern und Bestattern mag ja hilfreich sein, wenn es um fachliche Dinge geht, aber das Erzählen und Fantasieren muss immer aus der eigenen Seele kommen, damit ein geschriebenes Werk authentisch wirkt. Man muss den Leser vor sich sehen und doch sich selbst treu bleiben und da ist es weniger wichtig, ob die Realien aus dem Leben oder aus der Erfindung kommen.
Ein „Hoppla-jetzt-komm-ich“ und ich war Profiler und ihr müsst mir glauben .. Das kann auch ganz schön in die Hose gehen und zum kurzzeitigen Hype werden, von dem die Verlage vielleicht zeitlich begrenzt profitieren. Der Leser jedoch lässt sich nicht nasführen und kommt wieder zurück zum Altbewährten, lässt sich nicht mehr durch Slogans locken, sondern nur durch das sprachliche Kunstwerk und das Nachfühlen von Seele zu Seele zwischen Autor und ihm.
Und wer als Autor die Dinge darstellen kann, ohne dafür die speziellen Worte zu benutzen, der ist Künstler, weil er es ermöglicht, dass wir auch das im Geiste sehen und hören, was gar nicht wörtlich im Text steht, sondern nur zwischen den Zeilen angedeutet. Und da die Köpfe der Leser verschieden ticken, liest jeder sein eigenes Buch. Ein Buch braucht Raum für Interpretation, der Leser ist der Co-Autor. Ich brauch nicht zu wissen, wie tief ein Messer in die Haut dringt: Ich muss es spüren!
Letzte Worte
Du öffnetest nochmal die Tür,
schautest mich an und sagtest mir
zum allerersten Mal,
dass du mich auch liebst
und dass ich ein Teil
von deiner Seele bin.
Es nützt mir nichts mehr
und doch bedeutet es mir
alles.
Alone
Bei all den Liebschaften, Freundschaften,
Verschwisterungen und Bekanntschaften,
die aus dem großen Internet resultieren,
bleibst du doch am Ende allein.
Nach 19 Uhr
.. bekomm ich keine Kommentare mehr:
Da sind die Mädels mit ihren Buben zusammen
und haben mich vergessen.
Das größte Abenteuer
Die Polizeisirene ertönte mit Blaulicht
und ich schrak auf aus der Rem-Phase.
War nur meine Scherzartikelklingel,
die mich so unsanft gerade weckte.
Ich als Nacktschläfer zog was drüber
und schlurfte schlaftrunken zur Tür.
Durch den Spion sah ich Lady Gaga
und sieben Schlösser öffneten sich.
Und wer stand wirklich da draußen:
Der Dicke und der kleine Blonde.
„Sorry, ich hatte diese Maske benutzt,
damit du uns deine Tür öffnest“,
intonierte der leicht Übergewichtige
und der laufende Meter fiel ein:
„Wir haben ein Problem und das A-Team
ist leider anderweilig beschäftigt.“
Also bat ich die beiden lieben Chaoten
erstmal in meine Räumlichkeiten
und überbrühte einen duftenden Tee,
in einem braungefärbten Teenetz.
aus einer Teekanne, die noch niemals
ein Spülmittel wirklich gesehen hat.
„Du hast doch Verbindung zu Tanuky,
der Beherrscherin der hellen Magie“
fing der Kleine an lautstark zu sprechen
und schämte sich gleich dafür:
„Es geht um Leprechaun, diesen Zwerg“
fiel der Dicke ihm schnell ins Wort.
Ich bat erstmal beide um etwas Ruhe,
damit ich verstehe, um was es geht.
Plötzlich klingelte mein Smartphone
und als ich dran ging, wars Tanuky:
„Mein werter Prinz, Ihr fehlt mir sehr,
gibts mal wieder neue Abenteuer?“
„Dann nehmt den Weg und kommt rüber:
Ihr glaubt nicht, wen ich hier sitzen habe.“
Fünf Minuten später war Tanuky vor Ort
und das war ein Umarmen und Herzen.
„Doch lasst uns zur bösen Sache kommen“,
sprach ich und lies die beiden erzählen
die aus Gallien kommen und die wir lieben:
„Der Leprechaun entführt unsre Kinder“
„Arg“ sagte ich, „Verdammt auch“, sagte Tanuky
„Dilemma“, sagte der Dicke mit bösem Blick,
„Tot ihm“ fiel dem Kleinen aus dem Mund
und ich ahnte ein großes Abenteuer.
„Wie kommt ihr beiden eigentlich hierher?“,
entfuhr es spontan meinem Mund.
„Durch einen Zauberspruch von Miraculix
und wir fuhren in einer roten Zelle
die innen viel größer war als außen“,
erwiderte flux der kleine Blonde.
„Kann nur Tardis sein“, warf Tanuky ein,
„Doctor Who“ intonierte ich dazu.
Jetzt bewegte sich der Rucksack des Dicken
und ich griff zur Heckler & Koch.
„Nicht schießen“, sprach der Kleine,
„das ist nur ein kleiner Hund“.
Idefix sprang aus dem geöffneten Gefängnis
und machte sich über mein Steak her,
dass ich schon für den nächsten Tag
in einem Teller aufgetaut hatte.
„Das hätte meinen Katzen auch geschmeckt“,
fiel Tanuky smart lächelnd ein.
„Wir müssen jetzt in Tanukies Keller,
wir müssen in die Vergangenheit“,
fiel ich in die Nebensächlichkeiten ein
und sagte ganz klar was Sache sei:
„Wir müssen uns vorher gut wappnen,
wir brauchen scharfe Waffen.“
„Wir brauchen scharfe Zaubersprüche“,
fiel mir Tanuky ins Wort.
Ich nahm sie in den Arm und küsste sie,
weil ich nicht anders konnte.
Ihre Lippen waren fordernd, liebkosend,
und dann biss sie mich leicht, sagte:
„Ist das nicht wirklich sehr unangemessen,
dass wir uns einfach selbstlos hingeben,
angesichts der kurzen Bekanntheit?“
Meine Unterlippe blutete vielleicht etwas,
aber mein Herz erglühte in Flammen.
„Verzeiht mir bitte, Tanuky von Tanabe,
aber eben gerade war ich abgelenkt
von den Zielen unserer Mission.“
Als wir den alten Wald wieder sahen,
den es heute nicht mehr gibt,
wussten wir, dass wir zurück waren
keine Straße durchzog ihn,
es gab noch keine Autos oder Bikes,
alles unberührte Natur.
„Wir müssen die dunkle Höhle finden,
wo der Zwerg Leprechaun haust
und die entführten Kinder schnell befreien,
damit sie keinen Schaden nehmen“
wies der Kleine uns auf unser hehres Ziel hin.
und griff symbolisch an sein Schwert.
„Doch wo beginnt unsre große Suche?“
warf ich zweifelnd ins Wort.
„Er lebt in einer sicheren Höhle,
umgeben von Sümpfen“
und beide Freunde zeigten nach
dem Norden der Landkarte.
„Weit weg von Düsseldorf“,
fiel Tanuky leise ein.
Wird fortgesetzt ..
Schon schwer
.. wenn man seine Übungen
im Kampfsport Taekwondo
absolvieren muss und dann
noch auf die Hantelbank.
Aber ich hab mein Programm
absolviert und fühl mich gut.
Hat auch was mit Meditation
und richtigem Atmen zu tun.
Yoga für Machos.
Du
.. hast Beziehungen, du lebst Abenteuer
und fragst mich, was die wahre Liebe sei.
Die wahre Liebe ist ein Brennen im Herzen,
ist die Affinität zu einem einzigen Menschen,
den man immer sucht, den man herbeisehnt,
mit dem man immer nur zusammen sein möchte,
der allein deinem Leben einen höheren Sinn schenkt,
weil dir ohne ihn alles dunkel, grau, wertlos erscheint.
Du denkst nur noch an ihn jeden Tag und jede Nacht,
dein gesamtes Denken und Fühlen ist bestimmt von ihm.
Und wenn er dich auch liebt, ist das Glück unendlich.
Arten der Liebe
Man liebt eine Muse anders,
als eine Mutter.
Man liebt eine Mutter anders,
als ein Geschwister.
Man liebt ein Geschwister anders,
als eine gute Freundschaft.
Man liebt einen gute Freundschaft anders,
als die wahre Liebe.
Unsterblich aber sind alle Arten der Liebe.
Der Mond steht groß
.. und ich sehe meine geliebte Muse
und ich spüre ihre sanfte Nähe,
fühle ihren Blick auf mich.
Ein unbeschreibliches Glück,
ein Wissen um die Liebe,
die niemals stirbt,
weil Gefühle alles überdauern,
immer im Herzen leben,
niemals untergehen.
Du bist bei mir.
Ein Video
.. zeigt, wie Putin Erdogan die Hand gibt
und ihm dann den Stuhl schnell wegzieht,
so dass Erdogan auf den bloßen Boden knallt.
Putein hat das später lachend kommentiert
und daran seh ich, was ein Handschlag
von Putin wirklich de facto wert ist.
Zwei Psychopathen eben, die eher
für die Muppet-Show geeignet wären,
als ein Land zu führen und regieren.
Macht endlich die Gefängnisse auf
und lasst unschuldige Menschen
wieder in Freiheit leben,
ihr Knalltüten.
Der größte Held
.. ist nicht der stärkste,
sondern der klügste.
Es braucht kein Schwert,
um zu siegen.
Es braucht nur Weisheit.
Am Abend
.. wenn alles still geworden ist
und du sanftes Schellen hörst,
ein Hüpfen und Klingeln,
dann erblickst du vielleicht
ein samtig weiches Fell,
schwarze Pfötchen,
eine kesse Locke in der Stirn,
puscheliger Schwanz,
rot mit schwarz.
Ein seltenes Füchslein,
es tut dir nichts,
sei gut zu ihm.
Es mag kein Fleisch.
Geschichten
.. enstehen im Kopf,
genauso wie die Realität.
Was wir wahrnehmen,
entsteht durch die Sinne.
Wenn ich eine Geschichte
durch meine Fantasie schreibe,
lebe ich jeden Moment real,
alles geschieht wirklich in mir.
Ich bin in der Geschichte gefangen.
Tanuky zu Tanabe
Eine Nachricht muss ich Euch wieder
zukommen lassen durch Merlin,
den größten Zauberer der Welt.
Ein Dorf ist völlig verschwunden,
keine Einwohner mehr vorhanden,
kein Licht erhellt die einsamen Hütten.
Mag ein Fluch der Hexe Evanora sein,
die ihr Unwesen gern übertreibt,
eine alte und böswillige Frau.
Sie hatte Oz gefangen und tyrannisiert
und sucht sich immer neue Opfer
für ihre bösen Gemeinheiten.
Lasst uns den Dicken wieder erwecken
und den kleinen Schmächtigen,
lasst uns noch einmal reisen ..
Lasst uns das tote Dorf besuchen,
lasst uns ohne das Klischee
des Lindwurms agieren.
Lasst euer Horn laut erklingen,
blast nur kräftig darein,
damit ich weiß,
Ihr seid bereit für die lange Reise
und ich auf euch zählen kann
in jedem Moment.
Ich danke Euch für Unterstützung
und den Mut mit mir zu reisen,
es geht über Berge und Täler,
es geht durch unwegsames Gelände,
es geht über Sümpfe und Morast,
es geht durch tiefen Wald,
über viel Totholz und bemooste Steine,
die unsere Anreise beschweren
und wir müssen oft absteigen.
müssen die Pferde führen,
damit sie nicht scheuen
vor dem Ungeebneten.
Das tote Dorf liegt unter einer Burg,
deren Zinnen wir eben so erkennen:
Eine Fahne weht einsam auf dem Turm.
„Erhaben“, sagt der Kleine und blickt mich an:
„Gibts da Wildschwein“, fragt der Dicke,
„Weiß ich nicht“, sage ich.
Wir hatten sie ja beide schon dabei,
ohne dass ich sie erwähnt hatte
im Trubel der langen Reise.
Dann erreichten wir das „tote Dorf“
und finden alles wie im Tiefschlaf,
verlassen wie über Nacht.
Keine Menschen mehr sichtbar.
Hier liegt eine angefangene Näherei,
dort steht ein Krug, zur Hälfte gefüllt.
Geschirr gammelt auf den Kochstellen
mit modrig-vergehendem Inhalt,
übelst unangenehm riechend.
Im Kamin befindet sich nur noch Asche,
in den Kammern sind alle Kerzen
bis zur Neige niedergebrannt.
Keiner nahm sich wohl mehr die Zeit,
Fenster und Türen zu verriegeln,
keiner packte etwas ein.
Adventurer hängen noch an ihren Haken,
Feldflaschen mit Gürtelhalter
liegen noch an ihrem Ort.
Es sieht alles wirklich ganz danach aus,
als hätten die Bewohner ihr Dorf
fluchtartig verlassen.
Überall kleine graue Feldmäuse,
die sich zusammen rotten,
um unsere Füße huschen,
als wollten sie uns etwas mitteilen
oder auf etwas hinweisen,
das uns hilfreich wäre.
Eigentlich will ich gerade ein Nachtlager
außerhalb des gespenstigen Ortes,
außerhalb des toten Dorfes
allen Freunden vernünftig vorschlagen,
als der Dicke und der Kleine
im Wald verschwinden.
Da hat sie wohl die Angst übermannt
und sie suchen die Flucht,
suchen das Weite.
„Wollt Ihr den Hasenfüßen nicht folgen?“
frage ich Tanuky zu Tanabe.
Sie greift an ihre Seite,
zieht einen Spitzdolch an meine Brust:
„Wollt Ihr mich beleidigen,
mein edler Prinz?“
Da kommen auch die zwei Gefährten
etwas schwer beladen zurück:
„Frisches Wildschwein!“
Da mussten wir plötzlich alle lachen
und sie hatten auch Beeren
für Tanuky gesammelt.
Als die Lagerstatt endlich errichtet
und Wildschwein sich über
dem Feuer langsam gart,
kommen wir erstmal zur Ruhe
und nach der Fleischeslust
aus eigener Schlachtung
verfallen wir alle in tiefen Schlaf,
vernehmen selbst das Grasen
der Pferde nicht mehr.
Doch mitten in der linden Nacht
weckt uns ein böses Lachen
wie von einem alten Weib:
„Hab sie alle verzaubert, verwandelt,
hab sie alle zu Spitzemäusen,
zu Kleinvieh gemacht.“
Ich zieh mein Schwert Excalibur
und rufe lautstark in die Nacht:
„Und wer kann sie befreien?“
„Nur eine Frau, die mächtiger als ich.“
Wir alle schauen auf Tanuky,
Meisterin des Zaubers,
der aus fernost in alten Lettern
fest eingeschrieben steht,
Meisterin des I Ging,
der Upanishaden, der Bhagavad Gita.
Ja, euer Prinz ist auch belesen,
da seid ihr nicht alleine.
Grelle Blitze blenden unsere Augen
Feuerbälle schweben überall,
Donnerhall taubt unser Ohr.
„Hex-Hex“ ruft der kleine Blonde
und ich wundere mich
doch sehr über ihn.
Was schaun die denn für Sachen
als Männer in Gallien:
Bibi Blocksberg?
„Ich brauch jetzt Zaubertrank“,
wirft der Dickere leise ein,
der als Kind doch schon..
„Für Arthur und die Tafelrunde“,
intoniere ich und werfe mein
Schwert in den Himmel.
Aber nur ein paar Eicheln fallen
aus dem alten Baum neben
dem Schwert herab.
Die Spitzmäuse sind auch um uns,
beobachten unser Tun
mit Interesse.
Tanuky sitzt nur sehr still geworden
mit eng verschränkten Gliedern
und geschlossenen Augen.
Ihr Dolch steckt vor ihr in Erde
und sie spricht sehr leise,
kaum verständlich:
„Leben ist ewige Wandlung,
zurück verwandelt sei,
was verwandelt.“
Und plötzlich sehen wir uns umringt
von Menschen, von Bauern,
die einst verzaubert,
zu Spitzmäusen verwandelt wurden
und das Leben im Dorf
geht weiter.
Der König aber der Burg erhielt
schnell die frohe Kunde
und lud uns ein
zum frohen Feste,
denn es war ein guter König,
der seine Untertanen liebte.
So hab ich am Ende nochmal
die Zeit gewechselt,
denn Märchen
spielen in der Vergangenheit
auch wenn sie wahr sind,
wirklich gelebt:
Ich schwöre!
Menschen machen Fehler
Menschen beurteilen und verurteilen,
Menschen haben Höhen und Tiefen,
Menschen leben Liebe und Hass.
Menschen sind verschieden,
die einen voll der Liebe,
die andern voller Hass:
Du kennst nicht ihren Weg,
du kennst nicht ihr Leben,
du kennst nicht ihr Leid.
Du kennst nicht die Ursache.
Ich liebe meine Mitblogger
.. jeden auf seine Art,
jeden auf eine andere Art,
und sie sind von mir
auserwählt mein Blog zu lesen.
Die wahre Liebe aber
gehört meiner Schwester
und meiner ewigen Muse.
Du sollst nicht hassen
.. was du einst liebtest,
sagte meine alte Freundin,
die ich schon länger leider
aus den Augen verloren habe.
Warum auch hassen?
Meine Liebe ist unsterblich.
Man kann mich verletzen,
man kann mich vorführen:
Frau ist vielleicht selbst verletzt,
Frau fühlt sich vielleicht selbst vorgeführt.
Missverständnisse entstehen schnell
und jeder überreagiert einmal schnell.
Schnell zieht man falsche Schlüsse.
Vergangenheit
.. setzt ja da schon ein,
wo die Gegenwart endet
und die Zukunft beginnt.
Wer an dem Gestern
immer nur festklammert,
der wird blind für das Morgen.
Trauern aber darf man,
Tränen befreien
die Seele,
erleichtern das Leid.
Ein Mann
.. der weint,
weil ein Fußballspiel verloren ist,
ist ein richtiger Mann.
Das hab ich heute
auf der Sportseite gelesen
und musste lachen,
denn es braucht kein Fußballspiel dazu.
Unvergessen
.. eine alte Freundin von mir,
die ich aus den Augen
schon länger verloren habe
und ihr kluger Spruch:
Das Leben geht weiter.
Mein Herz
.. muss lieben oder leiden,
damit ich spüre, dass ich lebe.
Nun leide ich das Leid
der tausend Tode
und bin doch dankbar
für die Illusion,
die meiner Seele Flügel schenkte.
Flüchtling
Wie oft bin ich geflüchtet,
habe Abschied genommen,
wollte oft mein Blog beenden.
Doch eigenlich war es
immer versteckter Hilferuf,
ein SOS aus der leidenden Seele:
Zurück gehalten wollte ich nur sein.
Menschen
.. hören gern
auf schöne Worte
und auch ich bin
nicht dagegen gefeit,
selbst wenn tausend Alarmglocken schrillen.
Niemals
.. werde ich jemals jemand öffentlich anprangern,
da kann man mich noch so verletzen.
Ich schreib mal ein allgemein gehaltenes Gedicht,
wo sich vielleicht jemand wieder erkennt.
Aber doch niemals nie in solchen Worten,
die den Adressaten erkennen lassen.
Meine Seele ist ein stilles Grab.
Den Menschen
.. bin ich nicht gram,
bin keinem wirklich böse,
denn genauso wenig,
wie sie die Schwerkraft überwinden,
können sie über ihren Schatten springen.
Positiver Pessimist
Eigenlich bin ich ja ein Pessimist,
der sich gern positiv überraschen lässt.
Ich rechne mit dem Schlimmsten,
weil es dann nur besser kommen kann.
Doch manchmal leider kommt es noch schlimmer.
Mein letzter Atemzug ..
mein letzter Blick,
mein letzter Kuss,
meine letztes Lächeln,
meine letzte Umarmung,
wenn ich einmal sterbe,
gehört meiner Schwester.
Sie wird mich halten
durch ihr Gedenken im Leben.
Sie wird mich nie vergessen.
Was lest ihr eigentlich
.. welche Lektüre berührt eure Seele?
Das wär mir mal interessant zu wissen,
weil ich ja auch das Gefühl habe,
dass die alten Klassiker nicht mehr
wirklich gelesen werden.
Geheimnisse müssen sein
Es gibt Dinge zwischen Menschen,
die gehören nicht an die Öffentlichkeit,
die trägt man still in seiner Seele
und vielleicht auch in seinem Herzen.
Intime Dinge, die nur zwei Menschen
diskret für sich beanspruchen.
Vertrauen ist das Zauberwort.
Über die Distanz ..
zusammen leben,
zusammen atmen,
zusammen träumen,
zusammen fliegen
durch das Universum,
durch die Milchstraßen,
grenzenlos sein,
grenzenlos wirken,
grenzenlos ankommen
einer im anderen.
Mein Zahnarzt
.. hat mich nach drei Minuten entlassen,
liegt wohl auch daran, dass ich
eine Zahnbürste mit Ultraschall
benutze, die den Zahnstein
schon alleine entfernt.
Mysterium
Das größte Wunder ist die Liebe.
Ohne die Liebe wäre das Leben
arm und dunkel und sinnlos,
wäre nicht zu ertragen.
Keine Sorge
Dein Stern wird ewig in mir leuchten,
niemals irgenwann verglühen,
niemals untergehen.
Er wird immer hell in mir brennen,
wie deine stille Liebe zu mir
und meine zu dir.
Niemals vergess ich die Zeit,
als du mir den Stern
geschenkt hast.
Er hilft mir zu leben ..
Die wahre Liebe
.. ist die einmalige Liebe,
ist die ewige, die dauernde Liebe,
die tief eingebrannt in deinem Herzen
niemals stirbt oder vergeht,
die heißer brennt als jedes Feuer
und deine Seele erhellt wie ein Licht,
die dich niemals verlässt,
die immer in dir lebt und bleibt,
die ewig dein Sein und Leben bestimmt.
Egal was kommt.
Obwohl
.. christlich getauft und erzogen,
bin ich ja eigentlich Atheist,
was für mich heißt,
dass ich nicht an den Gott glaube,
den die Bibel uns vorsetzt
als unfehlbaren Helden.
Für mich ist Gott das Synonym
für das Unerklärliche,
für die Energie,
die jeder Seele innewohnt.
Frage an Jesus
Wenn Jesus nochmal zur Erde käme
und sich zu erkennen gäbe,
würd ich ihn fragen,
ob es leichter ist am Kreuz zu sterben,
wenn man weiß, dass man
de facto unsterblich ist
und später zur Rechten Gottes sitzt.
Alle Diktatoren
.. sind Lügner, Mörder und Folterknechte,
aber sie sind sterblich, sterben irgendwann,
heute, morgen, übermorgen oder in zehn Jahren.
Das ist kein großer Trost für mich,
weil der nächste Idiot dann dran kommt,
das Volk unterjochen und bestimmen zu wollen.
Doch ich glaube an das Volk,
dass es langsam erwacht,
dass es erkennt
mit der vergehenden Zeit das Übel.
Meine Bekannte
.. hatte eine Binde über den Augen
und hielt mir auch eine hin,
als ich die Wohnung betrat.
Sie arbeitet jetzt im Blindenheim
und möchte nachvollziehen,
wie es ist blind zu sein.
Ich streifte die Binde locker an
und sie führte mich sanft
in ihr kleines Zimmer.
Aber ich verspürte einen Druck
auf meiner Künstlerblase
und sie führte mich
in ihr Badezimmer zum Kloh
und ich versuchte blind
die Toilette zu treffen.
Doch da hört ich ein Prasseln
wie von Wasser auf Kacheln
und so zog ich tiefer,
doch dann klang es dumpf
wie von einem Teppich,
einer Klohvorlage,
also zog ich schnell nach rechts
und hörte eine Klohbürste
auf den Boden fallen.
Nur blieb noch scharf links
und es klang nach Glas:
Ihr Regal mit Kosmetik.
Also mehr in die Mitte halten:
Doch da war ich fertig
und verließ den Ort,
zog mir die Binde ab und verschwand für immer.
Dramaturgie
.. mag ein Stilmittel sein,
aber wenns um mich geht,
mag ich doch eher die Realität,
sonst weiß ich am Ende nicht
was Wahrheit oder Lüge ist.
Manche Menschen
.. neigen zur Selbstzerstörung,
machen sich alles kaputt,
was lang aufgebaut ist.
Da kann man nur flüchten,
kann man nur Abstand nehmen,
damit sie einem nicht still mitreißen
in den Strudel abwärts.
Keine Sorge um mich
(für meine Sis)
.. du bist der Inhalt meiner Gedanken,
du bist der Halt meines Lebens.
Ich kenne nicht die Beschwerden,
die dich zur Erde drücken
und die starke Last deiner Not,
kanns nur nachempfinden,
kann nur mitempfinden,
kann nur Mut senden
kann nur für dich da sein,
kann nur warten,
kann nur Hoffen,
kann nur beten
und dich lieben.
Utopie
Ohne den Traum von einer besseren Welt,
wäre das Leben unerträglich und jeder träumt
ihn bewusst oder unbewusst,
jeder wünscht sich weniger Kriege,
weniger Gewalt im Kleinen und im Großen,
jeder hat einmal gelitten,
jeder hat die Faust der Macht
einmal gespürt, wehrlos ausgeliefert,
jeder möchte eine bessere Welt,
jeder möchte Chancengleichheit,
jeder möchte einen humanen Arbeitsplatz,
keiner möchte Unterdrückung,
keiner möchte ausgebeutet sein,
keiner möchte, dass andere leiden,
keiner möchte den Missbrauch
des Menschen durch den Menschen,
keiner ist für die Versklavung,
keiner für Menschenhandel.
Und doch schweigen viele.
Freiheit
.. wünschen wir uns alle,
aber mal ehrlich hinterfragt
und aufs reale Leben reduziert:
Würde uns die Freiheit
überhaupt wirklich bekommen,
hielten wir Freiheit überhaupt aus?
Wir brauchen die Erdanziehung,
damit wir nicht abheben
in ferne Wolkengebirge.
Wir brauchen den Schmerz,
damit wir uns nicht die Finger
abschneiden beim Maniküren.
Wir brauchen die Angst,
damit wir nicht vom Dach springen,
weil wie denken, wir könnten fliegen.
Wir brauchen das Leid,
um den Schmerz zu verarbeiten
in unseren still geweinten Tränen.
Wir brauchen den Käfig,
der uns hält und zurückhält,
wir brauchen unsere Grenzen,
damit wir von Freiheit träumen können.
Akademisch begradet
Wer als Mann
zu blöd ist,
eine Dose
mit dem üblichen
Dosenöffner
zu öffnen,
wie wird der wohl
mit einer Frau
umgehen?
Leidenschaft
.. mag Leiden schaffen,
doch nur Begeisterung
wär mich zu wenig.
Mein Herz soll brennen,
Mein Herz soll bluten,
doch nie erkalten.
Ihr kennt das
Man will mal schnell ins Internet,
ein paar Kommentare beantworten
und ist dann für Stunden gebunden.
Da ich ein paar persönliche Dinge
erledigen muss, die ich immer wieder
aufgeschoben habe, bleib ich mal
für ein paar Tage offline.
Gehabt euch wohl und bleibt gesund.
Schönen Abend
.. euch allen und schlaft gut
in der stillen Nacht.
Ihr sollt eure Ruhe finden,
und erholt erwachen
am nächsten Morgen.
Die Gräser
.. die Büsche, die Bäume
wiegen im Wind,
rascheln mir zu
deine Worte,
ungesagt und doch
verständlich,
weil ich mit dem Herzen
in sie höre
und meine Seele versteht.
Ich bin nicht allein
.. hab einige wenige Freunde,
handverlesen von mir
und ich glaube, sie lieben mich,
so wie ich sie liebe.
Aber wenn meine Schwester
sich nicht meldet
nützen mir alle Freunde nichts,
ist alles für mich verloren
und meine Welt versinkt in Trauer.
Lord Byron
.. liebte seine Halbschwester mehr
als seine spätere Angetraute
und zwar in einer ungesunden,
in einer unnatürlichen Art.
Byron kannte keine Skrupel,
kannte keine Grenzen.
Meine Schwester ist mir heilig,
ist keine echte Blutsschwester,
aber eine wahre Schwester,
die mich im Internet fand,
als ich auf dem Boden lag
und die mich aufrichtete.
Als ihr Bruder leider verstarb,
wurde ich zu ihrem Bruder,
den ich niemals ersetzen kann,
auch wenn ich es versuche.
Meine Liebe zu ihr ist unendlich.
eine Schwester
.. hat sich etwas zurück gezogen,
vielleicht auch gut so für sie.
Doch soll sie immer wissen,
dass ich da bin als Bruder,
jeden Tag an sie denke
und sie nie vergesse:
Ich liebe dich mehr als den Tag,
der mir Leben schenkt,
mehr als die Sonne,
die mir leuchtet,
mehr als alles auf der Welt.
Jetzt kommen die Wespen
.. in deine Wohnung, dein Haus,
suchen nach neuen Futterstellen
und wir redeten noch eben darüber,
dass es nichts Fataleres gibt,
als eine Wespe zu verschlucken,
etwa unwillkührlich in einem Getränk.
Wenn sie dich in der Kehle sticht,
hilft oft nur ein Luftröhrenschnitt
und da ist der Laie oft total überfordert.
Und tatsächlich war ich vorsichtig
und schaute immer vor dem Trinken
in meinen Apfelwein neben der Tastatur.
Und tatsächlich sah ich eine Wespe
darin sich ums bloße Überleben winden,
nahm eine Gabel, fischte sie sanft heraus
und setzte sie auf die Fensterbank:
Sie fiel auf den Rücken, drehte sich aber,
putze sich und flog fröhlich torkelnd in die Luft.
Wohl etwas betrunken, aber unbeschädigt
und ich dankte dem Schicksal einmal mehr,
dass wir vorher noch darüber geredet hatten,
sonst wär ich gestern vielleich einfach erstickt.
©PP
PS: Jetzt deck ich mein Trinkglas immer mit einem Bierdeckel ab.
Die Bierdeckel kamen übrigens in einer Box mit dem neuesten Werk von „Paradise Lost“, das titelt: „Obsidian“. Aber die Gruppe werdet ihr nicht kennen.
Silikon
Niemals werde ich verstehen,
warum man sich Silikon in den Körper
unter Vollnarkose einnähen lässt
oder warum man sich gewisse
Hautstellen mit dem gleichen Mittel
auffüllen und straffen lässt.
Das ist ja, wie wenn ich eine
alte Brötchentüte nochmal aufblase,
damit sie äußerlich glatt erscheint.
Die wahre Haut zu Markte tragen,
zu seinen im Leben verdienten Falten
stehen wie zu seiner Geschichte.
Ein kleiner oder hängender Busen,
da gibt es viele stille Bewunderer von
und ich gehöre auch dazu.
Und ich find dies wesentlich erotischer,
als eine zerschnibbelte Brust mit Narben,
die sich anfühlt wie ein Gummiball.
Und wie sieht das wirklich aus,
wenn ein gewisser Teil der Haut geliftet ist,
der andere aber vom Alter zeugt?
Steht zu euch:
Ihr seid wunderschön,
ihr habe Selbstvertrauen
und der wahre Kenner liebt euch so.
Wachgeküsst werden
.. nach einer zärtlichen Nacht,
wo wir nur beieinander lagen,
ich deinen Körper an meinem
und deinen Atem sanft spürend
beruhigt schlief wie ein Kind,
dein Kopf auf meiner Brust,
deine Hand auf meinem Bauch
und ich dich hielt in meinem Arm
wie das Wertvollste, was es gibt.
Ich liebe dich auch
(für Kaya)
.. wie die Sonne den Mond liebt,
den sie bescheint,
wie die Nacht den Tag liebt,
auf den sie wartet,
wie die Wiese den Regen liebt,
der jetzt runterprasselt
und das Grün spießen lässt,
das von Leben zeugt
und mich erinnert an eine Frau,
die barfuß darüber läuft,
vielleicht im Regen tanzt mit mir,
ungezügelt und frei,
sich hingebend den Elementen
in einer Ekstase,
die nur der Nordwind versteht,
wenn er denn aufzieht
und von dir mir kündet.
Gute Nacht
Wenns am Schönsten wird,
muss ich leider schlafen.
Keiner bläst die Kerze aus,
keiner kuschelt sich an.
Keiner bleibt bei mir,
in der tiefen Nacht.
Ich bleib allein.
Über das Aufnehmen von Literatur
Wenn zehn Leute einen literarischen Text lesen, kommt es zu zehn verschiedenen Lektüren. Das weiß doch jeder. In den Akt des Lesens gehen zahllose Faktoren ein, die vollkommen unkontrollierbar sind: die soziale und psychische Geschichte des Lesers, seine Erwartungen und Interessen, seine augenblickliche Verfassung, die Situation, in der er liest – Faktoren, die nicht nur absolut legitim und daher ernst zu nehmen, sondern die überhaupt die Voraussetzung dafür sind, daß so etwas wie Lektüre zustande kommen kann.
Das Resultat ist mithin durch den Text nicht determiniert und nicht determinierbar. Der Leser hat in diesem Sinn immer recht, und es kann ihm niemand die Freiheit nehmen, von einem Text Gebrauch zu machen, der ihm paßt. Zu dieser Freiheit gehört es, hin- und herzublättern, ganze Passagen zu überspringen, Sätze gegen den Strich zu lesen,
sie mißzuverstehen, sie umzumodeln, sie fortzuspinnen und auszuschmücken mit allen möglichen Assoziationen, Schlüsse aus dem Text zu ziehen, von denen der Text nichts weiß, sich über ihn zu ärgern, sich über ihn zu freuen, ihn zu vergessen, ihn zu plagiieren und das Buch, worin er steht, zu einem beliebigen Zeitpunkt in die Ecke zu werfen.
Die Lektüre ist ein anarchischer Akt. Die Interpretation, besonders die einzige richtige, ist dazu da, diesen Akt zu vereiteln. Ihr Gestus ist demzufolge stets autoritär, und sie ruft entweder Unterwerfung oder Widerstand hervor. Wo dieser sich rührt, sieht sie sich gezwungen, auf ihre eigene theoretische oder institutionelle Autorität zu pochen. Sofern diese auf schwachen Füßen steht – ein Fall, der glücklicherweise immer häufiger wird -, versucht sie, das, was ihr fehlt, anderswo zu borgen.
So erklärt sich der Regreß auf den Autor, von dem man kaltblütig voraussetzt, daß er bereit ist, sich zum Komplizen der Interpretation zu machen und seine Leser zu verraten, indem er, sozusagen in letzter Instanz, erklärt, wie er es gemeint habe, wie es demzufolge zu verstehen sei, und damit basta.
Ich glaube nicht daran
.. dass sich die Welt ändert oder bessert,
aber ich glaube an die Menschen,
die dies immer versuchen.
Sie sind meine Brüder und Schwestern.
In einer kontakten Familie
.. wäre ich wohl Arzt oder Anwalt oder Politiker geworden
und hätte niemals einen literarischen Text verbrochen,
weil meine Texte ja nur das frühkindliche Manko
in literarischer Form kompensieren,
die Sprachlosigkeit des unterdrückten Kindes ..
So musste ich alles erleben,
was ich erlebte,
um der zu werden, der ich bin.
Sich
.. integriert fühlen,
sich geliebt fühlen,
sich bestätigt fühlen,
ist das Schönste von allem.
Ich such ein Smartphone
.. unter dreihundert Euro.
Habt ihr da Empfehlungen?
Für schöne Fotos und klare
Sprachübertragung.
Guter Akku wär auch
nicht schlecht.
Eine Wespe
.. riecht meinen Körper ab
unter dem geöffneten Fenster
und ich bewege mich nicht,
lass sie ganz in Ruhe rumsummen.
Und da fliegt sie schon nach draußen.
Kinder der Erde
Wir sind alle Kinder der Erde,
entstammen alle der gleichen Urmutter,
sind alle aus dem gleichen Nabel genährt,
entstammen aus dem gleichen Bauch,
kommen alle schwach auf die Welt,
liegen alle an der gleichen Brust,
sehnen uns alle ein Leben lang zurück,
zur selbstlosen Liebe der Mutter
in einer unbedingten Liebe.
Geschäftssinn
(inspiriert durch Galgenzorg)
Ich war mal auf einem öffentlichen Toilettenhäuschen, hatte mein Geschäft im Sitzen auf der wirklich picksauberen Klohbrille abgewickelt und penibel darauf geachtet, dass ich kein Tröpfchen auf der Klohbrille hinterlasse, auch ausgiebig gezogen und die Toilette meiner Meinung nach sauber hinterlassen.
Doch kaum war ich draußen, rannte mir die Toilettenfrau hinterher und beorderte mich wieder zurück in die vorher benutze Zelle: Da waren ja wirklich noch kleine Bremsspuren in der Toilette und ich möge bitte die Bürste benutzen.
Ich nahm also die Bürste in die Hand, die ich eigentlich ob der Bakterien meiner Vorgänger nicht anfassen wollte und spülte so die letzten Spuren in den Untergrund, damit sie ja auch noch über die Abflussrohre in den Main gelangen, über den Rhein in die offene Nordsee.
Hab also mein Gebiet quer durch Deutschland markiert, auch mit dem letzten Quentchen meiner DNS. Die Badenden werden sich freuen, auch wenn alles verdünnt ist und vielleicht notdürftig durch Kläranlagen gereinigt.
Hat mich aber seltsam berührt, dass man sogar beim Scheißen überwacht wird. Seitdem hab ich immer Tempos einstecken und geh ins nächste Gebüsch, wenn mich eine Notdurft überfällt. Da tritt man zwar mal in einen Hundehaufen, aber fühlt sich unter Brüdern ..
Moral: Man kann die Sauberkeit auch übertreiben
Schüttelpoesie
Je diletantischer die Texte
dieser Möchtegernliteraten
und Internetphilosophen,
desto gestelzter,
desto gespreizter,
desto gekünstelter,
desto manierierter,
desto geschwollener,
kommt ihre Umgangssprache daher.
Eintagsfliegen
Wenn man mal dran denkt,
dass die Zeit unendlich ist,
die vor unserer Geburt liegt,
und dass die Zeit wieder
unendlich sein wird,
die nach uns kommt,
dann sind wir doch nur Eintagsfliegen.
Diese Welt
.. ist nicht meine Welt,
hab mich nicht drum gerissen,
mein Leben hier zu verbringen.
Aber da ich nun mal hier bin,
muss ich halt was draus machen,
muss alles nehmen wie es eben ist.
Da hilft kein Murren
und kein Zedern,
da musst du durch mit allen Federn.
Das Leben
.. ist wie eine Straße
und manchmal nur fährt
einer mit dir auf der Strecke,
weil eure Lebensstraßen
sich treffen auf dem Weg
zu einem unbekannten Ziel.
Dann kommen Kreuzungen
und der eine biegt vielleicht ab
in eine andere Lebensrichtung.
Und der andere fährt gegen
einen Brückenpfeiler aus Beton,
weil sein Leben eben sinnlos wurde.
Aber er kam nochmal in die Zeitung.
Cybersex
Als ich ins Internet kam,
gab es noch keine Blogger:
Man chattete miteinander
und nach zehn Uhr abends
ging es nur noch um Sex
und das war oft sehr lustig,
weil verbal und spontan
und doch voller Erotik.
Der Admin warnte uns
vor den Schwulen,
die sich als Frau gaben
und alles war gut.
Dabei wurden die Worte
noch ausgeixt f****,
die zu hart rüberkamen,
aber man wusste ja
immer, was gemeint ist,
hat sich eingelassen,
wenn man einen Partner
fand, der kompatibel ist.
Aber Sex war eigentlich
strengstens verboten.
Heute gibt es Sexchats,
wo man immer kann,
wenn man denn kann,
doch der Spaß fehlt,
wenn es erlaubt ist.
Altmodisch?
Liebe und Treue,
Verstehen und Vertrauen,
füreinander da sein,
füreinander einstehen,
aneinander wachsen,
miteinander alt werden,
das sind die Werte
auf die es mir ankommt
in einer jeden Beziehung,
Freundschaft oder gar Ehe.
Ehe kann für immer sein,
Freundschaft kann für immer sein.
Das ist mein Glaube.
Pleasantville
Nachdem ich den Film gesehen hatte,
hat sich in mir ein Hebel umgelegt:
Ich beschloss damals allein für mich,
nicht mehr das auszugrenzen,
was manche Gemüter nicht lesen möchten,
sondern mich etwas mehr zu öffnen,
rein textlich etwas mutiger zu werden,
auch über jene Dinge zu schreiben,
die eben meist unterschlagen werden
und ja doch eigentlich bestehen
tagtäglich in dieser Welt.
Unterscheiden
.. sollte man stets zwischen
zwei Arten der Moral:
Da gibt es einmal die Moral,
die auf höhere Werte setzt,
wie Treue, Menschlichkeit
und Gerechtigkeit usw.
und einmal die Sexualmoral,
die meist eine doppelte ist
und nur von Scheinheiligen
immer vorgebetet wird,
die sich selbst nicht dran halten.
Morrrral ..
Manchmal sage ich das Wort
laut und mit kräftiger Stimme
im Sprachduktus von Till Lindemann
und muss danach richtig lachen,
weil ich an die Sexualmoral denke,
die einige Religionen noch heute lehren.
Da hält man sich noch an Werte,
die längst absolet geworden sind,
aber damals ihre Berechtigung hatten.
Lachen ist fies, aber befreit.
Moral ist das Zauberwort
In der freien Natur gibt es keine Moral,
nur ein Fressen und Gefressenwerden:
Es gilt das Gesetz des Dschungels,
das Gesetz des Stärkeren.
Der Mensch erst hat die Moral erfunden,
hat höhere Wert in die Welt gestellt:
Die Einteilung der Taten
in gute und böse,
um eine Zusammenleben zu garantieren,
das von Gleichheit, Frieden, Freiheit:
Und Toleranz gegenüber anderen
durch diese Werte geprägt ist.
Es müsste sich nur noch herumsprechen.
Meine Schwester
.. hat sich etwas zurück gezogen,
vielleicht auch gut so für sie.
Doch soll sie immer wissen,
dass ich da bin als Bruder,
jeden Tag an sie denke
und sie nie vergesse:
Ich liebe dich mehr als den Tag,
der mir Leben schenkt,
mehr als die Sonne,
die mir leuchtet,
mehr als alles auf der Welt.
Eigentlich
.. wollte ich Tanuky
von hinten nehmen,
hatte ihren Slip unten
und war gut erigiert bereit,
aber dann klingelte das Telefon.
Versteh ich auch nicht
.. die Bauernbuben,
die immer mit den Augen
überall stehlen wo ihr Blick hinfällt
und nachts ihren Frauen
den Po mit der bloßen Hand
versohlen, weil diese es verlangen,
wenn sie wieder mal böse
und gedanklich unartig waren,
unkeusch vor Gott mit Sünde im Hirn.
Aber schlagt richtig zu, ihr Bauern,
alles muss rausgeschlagen werden,
die Missgunst, die Eifersucht
und vor allem der Neid.
Ein Feuer
.. in der Seele
ist ein Brennen
im tiefsten Herzen.
Unverlöschlich
glimmt die Glut
aus jedem Moment,
aus jedem Gedanken.
Fickeeen
.. das Wort hatt ich gemocht
aus Ingos einmaligem Tenor.
Das böse Wort mit „F“.
Aber was ist daran schlimm?
Es stellt eine Buchstabenfolge dar,
nicht mehr und nicht weniger
und es bezeichnet den Geschlechtsverkehr,
wo bitte ist die schlimme Sünde?
Mein kleiner Einwand wäre nur,
dass zu Ficken mehr gehört als bloßes Ficken.
Vielleicht ist es das, was es in Verruf bringt.
Manchmal
.. bricht die Liebe ein in ein kleines Herz
wie ein fallendes Flugzeuggetriebe
ins Elternhaus von Donnie Darko.
Donnie besaß die einmalig-einsame Gabe,
die Vergangenheit durch seinen Willen
nach seinen Gedanken zu verändern
und rettete so seine unsterblich Geliebte,
nur hatte er die Zeit zurückgedreht
und sie erkannte ihn nicht mehr.
Das war sein geheimes, stilles Liebesopfer:
Ich kann die Zeit nicht zurück stellen,
mein Liebesopfer ist die Liebe,
wohin sie auch fällt.
Denk niemals
.. dass die Besitzenden glücklicher wären:
Was man jeden Tag goutieren kann,
verliert bald seinen Wert.
Nur was man sich selbst erkämpft hat,
weiß man wirklich zu schätzen und
behält dauernden Wert.
Ich brauch brauch keinen echten Kaviar,
aber ein Jägerschnitzel mit Pilzen,
ist für mich das Größte.
Früher öfters, heute Sonntagsessen.
Danke für die Ermutigung
(für Tanuky)
Da wären manche Texte
wohl ungeschrieben geblieben
ohne die Leckerlis meiner Tante.
Jetzt hab ich wenigstens
wieder Themen und dazu
noch eine liebe Tante gefunden,
obwohl meine Eltern geschwisterlos waren.
Mein Vermieter und ich
Du bist eigentlich kein schlechter Kerl,
sagte ich zu einem narzisstischen Egoisten:
Du hast es nur selbst noch nicht begriffen.
Da kam der Kerl doch glatt ins Grübeln ..
Dramaturgie
.. gehört zur wahren Kunst,
doch wenn es um mich geht,
wär mir die Wahrheit lieber.
Aber vielleicht war das ja
die eigentliche Dramaturgie,
dass man mir einmal schrieb,
es sei nur Dramaturgie.
Manchmal
.. bin ich flapsig,
.. bin ich übermütig,
.. bin ich frivol,
.. bin ich sexistisch,
.. bin ich aggressiv,
.. bin ich provokant,
.. bin ich ungerecht,
.. bin ich selbstherrlich,
aber ich teile mein letztes Brot,
ich teile mein letztes Bier,
ich teile meinen letzten Euro,
ich teile meine letzte Socke
mit dir.
Manche Menschen
.. verbunkern ihre Gefühle
in den tiefsten Seelenkerker,
mauern und sargen sie ein
wie Edgar Poe seine Leichen,
die dann doch wieder
ans Tageslicht streben.
Die Seele will sich immer befreien
von der gestauten Last der Vergangenheit:
was unverarbeitet in uns liegt,
enttarnt sich in Fieberträumen.
Die Energie fehlt deinem Leben,
die das Unterdrücken aufwendet.
Weine die ungeweinten Tränen,
sprich über deine Ängste.
Lass dem Trauma keine Macht.
Es gibt eine Art der Liebe
(für Kaya)
.. die will nicht besitzen,
die will nicht erobern,
die ist sich selbst genug
und lebt aus sich selbst,
ist eher platonisch,
ist eher geistig,
besteht rein und innig,
auch wenn sie mal
spielt mit dem Feuer.
Ich bin Gott
.. und da musst du erstmal hinkommen,
dass du dein eigener Gott wirst im Leben.
Da musst du tausend Tode gestorben sein
und tausendmal wieder auferstanden.
Da musst du viele Gräber gesehen haben
und viele Tote in Särgen beerdigt.
Da muss deine Mutter in Erde liegen,
dein liebster Bruder nebenan.
Und auf dem Grab deiner Liebe,
musst du Rosen pflanzen,
die nie vergehen wie deine Tränen nicht.
Neuer Duden
Der „Bäckerjunge“ wurde gestrichen
und das altbekannte „Lehrmädchen“,
da steht jetzt für „Backstubenmanager“
und „Lehrabteilungsbenutzerin.“
Man macht den selben Mist wie früher,
aber der Begriff klingt höherwertiger.
Ist das nicht zum kranklachen?
Die Liebe
.. ist wie ein Geschenk,
weil sie den Geist beglückt,
die Seele erhebt und das Herz
atmen macht.
Negerkuss
.. wurde als Wort aus dem Duden gestrichen,
es gibt keine Negerküsse mehr.
Kann ich gut verstehen, ich möcht auch nicht
als Weißbrot bezeichnet werden,
aber Weißbrot wurde nicht aus dem Duden gestrichen,
obwohl das der Ausdruck der Überpigmentierten ist,
wenn sie über uns unter sich reden.
Tanuky zu Tanabe
Als ich dich traf,
wollte ich dich haben
als Freundin auf meinem Blog.
Vielleicht hab ich
dieses Ziel erreicht,
weiß nicht wie du denkst.
Was sich daraus
über die Zeit entwickelt,
kann ich leider nicht sagen.
Die Zukunft wird es zeigen.
Schwarzer Humor
.. ist ja mein liebstes Ding,
aber manchmal verteh ich
die letzte Pointe auch nicht
oder auch nicht gleich.
Der Rückzug ins Ich
(für alle meine Mitblogger)
Eigentlich und unterm Strich tickst und denkst du völlig normal. Und wer ist nicht von Zeit zu Zeit gerne allein, zieht sich zurück?
Diese Menschen, die nie alleine sein wollen und können und wohl in der Überzahl sind, haben doch eigentlich alle ein Problem, weil sie ständig ein Gegenüber brauchen, dass sie bestätigt oder reflektiert. Das ist so ähnlich, wie wenn man immer in den Spiegel schauen muss: Sitzen Haare und Schminke, sehe ich gut aus, werde ich so geliebt?
Auch mag eine Verlustangst dahinter stecken: Wenn ich heute Abend nicht anwesend bin, bin ich morgen vielleicht vergessen.
Selbstvertrauen aber braucht das Alleinsein, die Entspannung des Hirns, die Erholung der Seele von so viel Worten und Erwartungen, von dem seit Kindheit aufgebauten Konkurrenzdruck, vom Zeitdruck, von Meinungen, die unseren zuwiderlaufen usw.
Du bist mir ähnlich: Wir sind normal: Die anderen sind die, die nicht reflektieren, die kaum zu sich kommen, die dem Hamsterrad nicht entfliehen können und sich schon lange selbst verloren haben an ein giftiges System.
Nein, ich bin kein Politiker, der Agitation betreibt, ich seh mir nur die Welt an und halte meine Seele offen und frei – wie du.
Ihr müsst stark sein
.. weil mein Blog lange dunkel bleibt,
ohne die hellen Buchstaben meiner Seele.
Es wird Abend werden, es wird Nacht werden,
und es wird unerträglich schwül werden
und es wird wieder Morgen werden
und es wird gewittern und regnen
und die Welt wird abkühlen und ich
werde ausgeschlafen sein
und es wird ein neuer Tag werden
und die Luft wird gereinigt sein
und der Matsch im Hirn geschwunden.
Monopoly
Ich habs verhauen,
gehe direkt ins Gefängnis,
ziehe keine 4000 Euro ein.
Einmal Loser, immer Loser ..
Nie wieder Liebe
.. sagte ich einst
und weiß doch heute,
dass die Liebe
den einzigen Sinn darstellt
in diesem Leben.
Damals
.. als ich besoffen in der Gosse lag,
aufgrund einer gescheiterten Liebe,
hat mir kein Freund seine Hand gereicht.
Allein musste ich mich aufraffen,
wieder das Leben neu erlernen,
wieder der Mensch werden,
der ich einstmal früher war,
und ich kämpfte und gewann,
fand mich zurück in mein Dasein,
weil ich die letzte Kraft mobilisierte
und als ich aufstand, voller Ekel
vor mir selbst, da sagte ich mir:
Nie wieder Liebe.
Death Metal
.. hör ich gerne, diese grunchigen Kehlstimmen,
aber in andächtigen Zeiten hör ich Klassik,
Sinfonien und Overtüren mag ich dann.
Da geht mein Herz auf und meine Seele gesundet
im Einklang mit dem harmonischen Orchester,
dem Wechsel zwischen Dur und Moll.
Auf Klassik kam ich durch die „Zauberflöte“,
die Hermann Hesse immer gern erwähnte
in seinen mich ansprechenden Schriften.
Thomas Mann kann auch den Geist bezaubern
doch er ist mehr „Richard Wagner“ zugetan
und die Musik ist sehr gut anzuhören,
auch wenn Wagner bekennender Antisemit war
und Nietzsche deshalb mit ihm brach,
die Freundschaft abrupt beendete,
was für den Philosophen Nietzsche spricht,
der im Krieg gern instrumentalisiert
und leider missbraucht wurde,
indem man seine Worte aus dem Zusammenhang riss.
Bezaubern
.. können einen viele Dinge:
Eine neue Eis- oder Schoko-Sorte,
eine neue CD von der Lieblingsgruppe,
ein hervorragender Film, ein gutes Buch
oder auch ein lieber Mensch,
den man gerade erst getroffen hat
und der einem so vertraut erscheint,
in seinem Wesen derart seelenverwandt,
als kenne man ihn schon ein ganzes Leben.
Selfie-Rausch
Es läuft nix mehr ohne Selfie,
selbst kein Urlaub ohne Selfies:
Die Sehenswürdigkeiten sehen wir
nicht mehr wirklich, nur noch das Licht,
in dem wir uns davor postieren mit Handy
und künstlich aufgesetztem Lächeln,
das schon angewachsen scheint
an Gesicht und Linse:
Ich bin der Mittelpunkt der Erde.
Anfrage
Was würdest du Jesus fragen,
wenn er nochmal auf die Erde
zurück käme und sich
offenbarte?
Na und?
Ein wenig Hitze,
da muss man durch,
hatten wir uns nicht gesehnt
im Winter nach Wärme?
Jetzt ist die Sonne über uns
und wir meckern nur wieder rum.
Da muss man halt mal
Ventilatoren einschalten,
die Bude auf Durchzug bringen,
Getränke kalt stellen
und mal eiskalt duschen
oder nasse Laken aufhängen.
Rumnölen bringt gar nichts.
Liebe
.. verdunstet nicht,
Liebe bleibt bestehen,
Liebe ist unser Dasein,
deins und meins
und vergeht niemals
in diesem einen Leben.
Ohne dich wär ich
längst am Verwelken,
eine Pflanze ohne Wasser,
ein ferner Planet,
den keiner erkennt
in seiner wahren Tiefe.
Du hältst mich am Leben.
Besoffen bin ich
(für TzT)
.. ein wenig betrunken
und frag mich still,
was zwischen uns steht.
Ist es deine Klarheit,
deine Nüchternheit,
die mich bezaubert
oder ist es dein Stil,
der mich erobert,
deine leisen Worte?
Ich schlafe gleich ein,
aber ich weiß noch,
du bist das Beste,
was ich habe ..
Die Liebe
.. ist wie eine Eisenbahn:
Erst wenn alle eingestiegen sind,
fährt sie langsam sich lösend davon,
doch wenn sie auf Touren kommt,
ist sie nicht mehr aufzuhalten,
weil jetzt alles von selbst läuft.
Am nächsten Halt kann man
aussteigen oder umsteigen
oder auch sitzen bleiben.
Alles offen.
Nichts
.. ist verletzlicher als eine Seele
und deshalb sollten wir immer
aufpassen und zart reagieren,
wenn eine Seele sich uns öffnet
wie eine Blüte am Strauch,
die ihre Geschwister zeigt,
doch immer einzigartig bleibt.
Tanuky
Welch ein Mensch,
welch ein Ereignis,
Frau voller Gefühl,
Frau voller Träume,
Frau voller Wünsche,
Frau voller Sehnsucht
und doch voller Angst,
etwas falsch zu machen,
etwas unüberlegt zu tun.
Gebranntes Kind scheut das Feuer.
Urlaub
Die letzten vier Wochen
war ich im Auslandsurlaub
und wollte eigentlich verzichten
auf Handy und Internet,
doch ich fand eine Möglichkeit,
trotzdem ins Internet zu gelangen,
weil der Fernseher im Gästeraum
über Internetzugang zwar verfügt,
aber meistens schon Gäste dransaßen.
So hab ich mich doch bei einigen
mit kurzen Kommentaren gemeldet
und auch ein paar Texte hochgeladen.
Einer Bloggerin hatte ich sogar
etwas mehr meiner Zeit gewidmet
und ihr auf meinem Blog ein Gedicht.
Aber es war ihr wohl zu wenig.
Privates Blog
Mein Blog ist privat,
seitdem ich mehrmals
zynische Häme bekam,
die ich nicht freigegeben hatte.
Das war keiner von euch,
denn ich bin sehr dankbar
für eure lieben Kommentare
und freu mich auch über Kritik,
die mir immer lieb und wichtig ist.
Manchmal öffne ich
jedoch mein Blog für alle,
um einfach einmal zu sehen,
ob neue Blogger mich besuchen,
die einer Aufnahme hier wert sind.
Wenn ich dann wieder schließe,
nach einigen Tagen des Wartens,
kommt es vor, dass einige Namen
von der Liste der privaten Mitleser
durch die Technik unterschlagen wurden.
Das krieg ich meist erst später mit,
wenn ich Besucherworte vermisse,
weil ich die Liste mit den Zulassungen,
die nach der neuen Umstellung auf „privat“
in meinem Dashboard dann wieder erscheint,
eigentlich nie sofort überprüft habe.
Da hatten in der Vergangenheit einige
meiner liebsten Freunde keinen Zugang
und auch meine Muse und meine Sis waren
mal von diesem Fehlerteufel des Systems betroffen.
Diesmal ist mein Bruder betroffen,
die Festivalistin und Felix, die still mitlesen.
Kaya hab ich inzwischen wieder ins Boot geholt,
die anderen werd ich auch noch wieder freischalten,
nur Geduld, meine lieben Mitblogger, ich krieg das hin.
Will ja keinen einzigen von euch verlieren.
Wärst du die Meine
.. ich würde dich heben,
ich würde dich weiten,
ich würde dich tragen
über jede Not hinweg,
über jedes Problem,
über jeden Kummer.
Ich wär das Schwert,
das dich verteidigt,
ich wär die Axt,
die für dich kämpft.
Ich träume noch
.. auch wenn ich nicht mehr schreiben kann
und mir träumte, ich lief über den alten Schulhof
und ein zusammengeballtes Blatt traf mich am Kopf.
Unterm Dach sah ich eine offenes Fenster
und hörte ein gut vernehmlich lautes Lachen,
als wollte jemand meine Aufmerksamkeit erhaschen.
Als ich die vermeintliche Botschaft öffnet,
waren da aber nur ein paar Zeichen gekrizelt,
doch ich nahm das entknüllte Blatt mit nach Hause.
In meinem Zimmer über Kerzenlicht,
entblätterte sich die unsichtbare Botschaft,
die dann doch einen tieferen Sinn eröffnete:
Love conquers all.
Am Ende
.. ist man leergeschrieben,
es schwimmt nichts mehr
auf der Seelenoberfläche.
Kein Thema, kein Anreiz,
nur das eigene Problem,
nichts mehr zu können.
Immerhin noch der Stoff
für dieses letzte Gedicht,
das keins wirklich ist
und auch keins sein will.
Ende
Ich weiß nicht mehr,
was ich noch schreiben soll,
es ist alles gesagt.
Ich gebs glaub ich auf.
Es gibt eine Liebe
.. die „trotzdem“ besteht,
eine geheime Liebe,
eine Liebe im Geistigen,
von reinem Herzen,
die zwei Menschen bindet,
allein durch Worte
und das Wissen umeinander,
die sich nicht offenbart
und doch Glück schenkt.
Die Liebe
.. ist wie ein Schwamm,
der alle negativen Gefühle aufsaugt
und eliminiert:
Hass, Zorn, Neid, Wut
werden plötzlich gegenstandslos
und ohne Belang:
Der Liebende liebt die ganze Welt.
Nachtgedanken
Wenn die laute Welt verklingt,
lese ich Buchstaben am Himmel
und höre die Botschaft des Mondes.
Wenn der Wind mir rauscht
deinen Namen aus der Ferne,
mir von deiner Welt leise kündet,
in der ich heimisch bin
und heimlich immer lebe,
weil es die einzige ist für mich,
dann bin ich bezaubert
von deinem zarten Liebreiz,
von deinen Worten und Gesten
und ich bin still bei dir,
bin nah bei dir und mit dir
und fühle deine Sehnsucht,
die auch meine Sehnsucht ist.
Freiheit
Viele Menschen
nehmen sich die Freiheit,
Schulden zu machen,
doch du bist nur frei,
wenn du die Freiheit besitzt,
dich nicht verschulden
zu müssen oder zu wollen.
Seltsam
.. dass sich Menschen in der Kindheit
derart manipulieren lassen
durch religiöse Erziehung,
dass sie auch später
Intimität und Nacktheit
noch als böse und verboten empfinden.
Ein Alphatier
.. ist das höchste Tier in einer Gruppe
und das möcht ich gar nicht sein,
weil Menschen keine Tiere sind
und weil ich gleichberechtigt lebe
und keinen über mir dulde
und keinen unter mir.
Und weil es einsam macht.
Das Glück suchen
(inspiriert durch Kaya)
.. ist vergleichbar mit der Suche
der Gralsritter im Mittelalter.
Sie suchten dem Trinkbecher,
aus dem Jesus einst trank
und kehrten alle ergebnislos
zurück in die Heimat.
Der Gral aber ist das Symbol
für die unsterbliche Liebe
und es bedarf keiner Suche,
weil jeder ihn im Herzen
ständig mit sich trägt,
wenn er nur glaubt,
wenn er nur sich selbst vertraut.
Fantasiereise
Wenn die Pferde gesattelt sind
und die Reise beginnen kann,
ist die Richtung unwichtig.
Man kommt immer richtig an,
an dem Ort und der Zeit,
die man sich wünscht.
Es braucht nur als Gepäck
Verwegenheit und Mut
und etwas Fantasie.
Die Schwerter sind gegürtet,
die Frisuren sitzen,
wir reiten los.
Neben uns fließt der Rhein,
und direkt vor uns
öffnet sich Wald
mit uralten Bäumen stark besät
und wir bereiten still
den kleinen Pfad.
Inmitten der verknorzten Bäume
findet sich eine Lichtung
von grüner Wiese.
Ein kleiner See zur Rechten
lädt zum Schwimmen ein,
von Schilf umrankt.
Und ich frage die Kriegerin,
ob wir rasten möchten
und ein Bad nehmen.
Wir lassen zuerst die Pferde
aus dem See trinken,
binden sie so an,
dass sie frisches Gras fressen können,
ziehen uns die Kleidung aus,
springen ins Wasser.
Die Kriegerin seh ich nur von hinten,
ihren nackten Leib, ihren Po,
eine Offenbarung Gottes.
Ich warne sie noch vor Schlingpflanzen,
da ist ihr Kopf schon unter Wasser
und ich tauche nach ihr
und breche die Pflanzen mit Gewalt,
halte ihren Kopf über Wasser,
ziehe sie ans sichere Land.
Sie liegt nackt vor mir, röchelnd,
ich drücke ihr auf die Lunge,
presse Wasser aus ihr.
Und als sie wieder normal atmet
und erkennt, was vorfiel,
umfasst sie mich,
hält sich lange an mir fest
und küsst meinen Mund
für eine Ewigkeit.
Geht es Euch wirklich wohl,
frage ich sie danach
und sie sagt:
Werter Ritter, ich bin fortan
nur noch Tanuky
für Euch:
Geboren aus dem Geschlechte
derer zu Tanabe,
alter Adel.
Doch Ihr gabt euch als Kriegerin
vor mir aus, die mich
beschützen sollte.
Ich sah euch einst vor Jahren,
Ihr besiegtet einen Ritter
mit Schwert und Lanze.
Mordred nur erlag meiner Kraft,
der Verräter an Camelot
und an King Arthus.
Wir waren doch eben gerade noch
in der Realität von 2020.
Wie kann es sein,
dass wir jetzt eine andere Erinnerung
und eine andere Wahrnehmung,
ein anderes Zeitgefühl haben?
Das macht der Zauberwald,
in dem wir uns befinden
und der uns versetzt
in eine andere Realität,
in eine andere Zeit
lang vor uns.
Seht Ihr dort drüben im Gebüsch
die Trolle sich amüsieren,
zieht Euch lieber an.
Wir müssen weiter reiten zum Schloss
über Unwege und Morast
und anhalten
in dem kleinen unsichtbaren Dorf,
das lange verschwunden ist
und nur die sehen,
die arglos und ohne Sünde sind.
weil sie an sich glauben,
ihren Werten leben.
Da kenn ich ein gutes Wirtshaus,
wo man noch Wildschwein
satt auf den Teller
bekommt zu moderaten Preisen:
Asterix und Obelix waren
hier Stammgäste.
Ach, Uderzo kennt Ihr auch?
Ja, der hätt mich beinah
selbst erfunden.
Inzwischen war es dunkle Nacht,
wir entsattelten die Pferde.
schliefen im Gras.
Doch als wir morgens aufwachten,
fanden wir uns seltsam wieder,
zusammengekuschelt.
Das wollten wir wirklich nicht,
Nähe aufkommen lassen,
das war tabu.
Beim Weiterreiten frage ich:
Was gefällt Euch sonst so,
nehmt Ihr Drogen?
Ja, bisschen Schokoladen-Rausch
zu ganz bestimmten Zeiten
in gewissen Dosen.
Da wird wohl keiner sich drüber
äußern, ist ja auch wohl
zu banal dazu.
Naja, es gibt da auch einen Ritter,
der meine Sucht unterstützt
und leise befördert.
Wir sind gleich an unserem Ziel,
aber zeig mir den Loser,
Name und Rang.
Von Fern sieht man glimmende Lichter,
das Wirtshaus kommt immer näher,
bald hört man laute Stimmen.
Wenn mich meine Erfindungen
schon lautstark Loser nennen,
muss ich mich einmischen.
Im Wirtshaus ging es lustig zu:
Ein paar Mädels tanzten,
die Bauern tranken.
Ich kam herein und bestellte Wein
für mich und meine Begleiterin,
die Pferde wurden im Stall versorgt.
Wir saßen am Tisch nah an nah
und Tanuky sah mir in die Augen
und ich in ihre, fasste sie bei der Hand
und fragte sie offen, ob sie die meine Frau
werden möchte, meine Frau fürs Leben.
Und sie weinte und bejahte.
In einer stillen hinteren Kneipenecke
saß ein schreibender Mensch,
der kaum aufblickte
und der die ganze Geschichte
wohl erfunden hatte
auf seine Art
und dem es irgendwann zuviel wurde
und sein Bier langsam austrank
und der nun ein Wort schrieb:
– Ende –
Freiheit II
Der Mensch ist etwa auf Sauerstoff angewiesen,
und ein paar Minuten ohne Sauerstoff
bedeutet den sicheren Tod.
Da sitzen wir alle also fest – im gleichen Boot
und ich verstehe nicht, warum sich
trotzdem einige überheben,
die sich gern selbstherrlich beweihräuchern,
weil sie mit Kaviar ihr Leben vertrödeln
und nicht selbst arbeiten müssen,
sondern von der Arbeit anderer leben.
Freiheit
.. beginnt vielleicht schon da,
wo man die Fähigkeit ausbildet,
sich die Haare selbst zu schneiden.
Da lernt man eine Frau kennen
und hat plötzlich eine Seelenverwandte
am Arsch hängen ..
So schön ..