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Seelenverbot
(18 Texte)



Humor
(22.12.2012)

Das erste, was ein Mensch lernt,
ist das befreiende Lachen.
Babys lachen, wenn sie glücklich sind.

Das Schicksal ist oft grausam,
überall Sichtum und Krankheit,
überall waltet Gevatter Tod.

Wer keinen Humor entwickelt,
dem nützen auch Beruf und Besitz nichts,
selbst wenn er die Erde

zehnmal in achtzig Tagen umreist:
Das wahre Glück liegt im Humor,
dem Mittel, zu bestehen,

Tod und Teufel etwas entgegen zu setzen.



Glück
(20.12.2012)

Jeder sucht das Glück,
jeder sucht es auf seine Weise.
Der eine sucht es in der Welt,
der ander im eigenen Innern.

Dabei ist das Glück täglich,
man ist nur blind dafür.

Ein Dach über dem Kopf, wenn es regnet,
ein Stück Brot, ein Schluck Wasser,
und die Gewissheit, dass man geliebt wird,
das ist Glück,

weil vielen Menschen auf der Welt
selbst dies vergönnt ist.



Seelenverbot
(03.09.2012)

Auch in meinem Leben
gibt es Menschen,
die mir eher zur Belästigung,
denn zur Freude geworden sind.

In meinem Innenleben
existieren diese Menschen aber nicht:
Mein Türsteher verweigert ihnen den Zutritt:
"Du kommst hier nicht rein!"



Urteil und Vorurteil
(03.09.2012)

Die Menschen urteilen oft,
ohne den wirklichen Sachverhalt,
den wahren Hintergrund zu kennen:
Sie zählen eins und eins zusammen
und bedenken nicht,
dass jedes Leben, jede Lebensregung
aus einer Gleichung mit unzähligen Unbekannten
und Variablen besteht.



Dead or Alive
(03.09.2012)

Nietzsche hat Gottes Tod proklamiert
und dadurch Gottes Existenz erst bewiesen,
denn etwas, was es nicht gibt,
kann auch nicht tot sein.

Jetzt wissen wir jedenfalls,
dass es sie gibt:
Gott und Nietzsche und Dr. Sommer:
Sei es lebend oder tot.



Sicherungsverwahrung?
(03.09.2012)

Der Mensch wurde aus dem Paradies vertrieben,
aber hat man auch den Baum
mit den verbotenen Früchten gefällt
und die Schlange der Versuchung gebannt?

Adam spielt inzwischen E-Gitarre
und Eva führt ein Tattoo-Studio.
Ich sehe schwarz: Mancher wird erneut straffällig
nach dem Jüngsten Tag.



Gewohnheit tötet
(03.09.2012)

Die Menschen sind es so sehr gewohnt,
morgens in den Spiegel zu schauen
und zu sehen, dass sie noch leben,
dass sie es gar nicht merken,
wenn sie mal nicht mehr leben.



Wann gehts los?
(02.09.2012)

Wann gehts denn eigentlich los,
das verdammte Leben?
Wann beginnt es endlich?
Wann fängts an?

Ich stecke immer noch
in den Vorbereitungen.



Traumgesicht
(31.08.2012)

Die Ursache einer jeden Realität
ist immer der Traum,
weil der Traum
allem voraus geht:
Am Anfang war der Traum.

Zusammen essen,
zusammen trinken,
zusammen shoppen,
zusammen reisen,
zusammen planen
zusammen leben,
lieben ..

Zusammen träumen
sollte man niemals verlernen.

Wer träumt mit mir?



Erwartungshaltung
(07.05.2012)

Ich gönne mir den Luxus
einer hohen Erwartungshaltung,
gerade was Freundschaft betrifft.

Und wenn ich auch enttäuscht werde,
ist das immer noch besser,
als nen falschen Freund mit Liebe nähren.



Freiheit
(05.05.2012)

Freiheit heißt für mich,
so frei zu sein,
dem anderen
seine Freiheit
zu lassen.



Erzähl mir nichts von dir
(04.05.2012)

Ich möchte eigentlich
gar nicht so viel
über die Menschen wissen.

Ich lass lieber die Fantasie spielen.

Die Realität ist oft langweilig:
Ich träum mir die Menschen
interessant und spannend.



Für dich
(10.12.2011)

Für mich ist jeder neue Tag
eine Neugeburt und ein Neubeginn.
Ich wunder mich dann,
wenn mir Menschen noch gram sind,
mit denen ich gestern Streit hatte:
Das Leben ist ein Flügelschlag,
ein einmaliger Augenblick,
zu kurz um nachtragend zu sein.



Mein Borderline
(05.08.2009)

Was sagt man oft an Bösem,
was man nicht sagen will.

Wie reagiert man schroff,
wo man nur Gutes will.

Wie macht man das kaputt,
was ewig stehen soll.

Wie denkt man manchmal Dur
und singt es dann in Moll.

Man darf nicht glücklich sein
und fühlt sich auch nicht toll.



Floskeln

Auf hohle Worthülsen,
auf abgedroschne Phrasen,
auf leere Versprechungen
kann ich verzichten:

Je blumiger die Worte,
desto größer die Lüge.



Verpasste Gelegenheit

Der richtige Moment
kommt nur einmal
und kehrt nie wieder:
Wenn du schon denkst,
es sei noch zu früh,
ist es meist schon zu spät.



Ewige Treue?

Die mir ewige Liebe
oder ewige Treue
in heiligen Gästebucheiden
geschworen haben,
die haben sich als Erste
ins Präteritum verzogen.
Aber die, die mir sagte,
sie würde mich niemals
im Leben lieben können,
die besucht mich noch
nach all den Jahren,
um Texte wie diesen,
der mal wieder für sie
geschrieben ist,
zu goutieren.

Wer ist nun eigentlich treu?



Liebeslaunen

O Liebesglück,
o liebes Glück,
du kommst und gehst
und kehrst zurück.

Das Schöne
ist ja auch daran,
dass man sich
neu verlieben kann.



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