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Glücksstern1
(56 Texte)



Wahre Liebe

Keinen Kuss kann ich dir geben,
wenn du traurig bist,
deine Tränen nicht trocknen,
wenn du weinst,
dich nicht an mich drücken,
wenn dir alles als sinnlos erscheint,
dir nicht die Haare aus dem Gesicht streichen,
wenn du mich anschaust,
nicht hochheben kann ich dich
und mich mit dir auf der Stelle drehn
beim Wiedersehn,
deine Wange nicht streicheln,
die sich in meine Hand schiebt
beim Abschied,
dir nicht über die Braue fahren,
wenn du willst, dass ich bleibe
und doch gehen muss.

Nur eines kann ich:
Dir sagen, dass ich dich liebe.
Ich liebe dich.



Glücksstern

Dich geschickt hat der Himmel,
du allein bist meine Zukunft.
Du bist der Anfang und das Ende.
Du bist Freundschaft und Liebe.
Meine gesamte Vergangenheit:
Ein einziger Irrtum.
Wo warst du so lange?

Schau in den Abendhimmel.
Siehst du neben dem großen Bären
den kleinen roten Stern?
Sehen können ihn nur wir,
denn nur für uns leuchtet er.

Spürst du, wie sich unsere Blicke,
deine Seele und meine Seele
am Firmament vereinen?

Und wenn ich jetzt weine,
dann vor Freude und Glück,
dass wir uns gefunden:
Du und ich.



Der Rabe

Zu einer düstren Mitternachtsstunde,
tieftraurig mein Herz,
in ein schwarzes Loch
gestürzt meine Seele.

As of some one gently rapping ...

Sah schon die Erde
rieseln auf meine Brust,
verstopfen mir Nase und Mund,
dem Ersticken nahe.

... rapping at my chamber door.

Da ging ein Fenster auf
und herein schautest du,
schüchtern und unbefangen
nur an einem Chat interessiert.

So that now, so still the beating ...

Aus der Erde wurde Honig,
aus dem Loch wurde ein Thron,
aus der Nacht erwuchs die Sonne,
aus dem Nichts erschien ein Engel.

... of my heart, I stood repeating.

Und der leere Raum um mich
füllte sich mich Sphärenklang.
Tausend Harfen sangen deinen Namen.

Some late visitor entreating entrance ...

Ob ich dich je wiederfinden werde
im großen Irrgarten Internet,
dem virtuellen Labyrinth,
Panoptikum der Illusion?

Quoth the Raven: "Evermore".



Wellengesang

Wer im Kleinsten noch das Wunder,
wer im Wunder das Kleinste sieht,
der mag wohl wahrlich "Dichter" sein
und wenn es dann zu Werken kommt,

dann gar wünscht man ihnen Leben
und dass diese nicht verpuffen
wie gesagte Worte im Wind,
am kalten Strand der Erinnerung,

wo der Sand einen Namen weint,
den die rasche Flut hinweg nimmt
und der immer wieder erscheint,
eingeschrieben in die Natur.



Niemals

Niemals richtig gelacht, vorher.
Niemals richtig gedacht, vorher.
Niemals richtig gelebt, vorher.
Niemals richtig gefühlt, vorher.
Niemals richtig geliebt, vorher.

Niemals den Schmerz gespürt,
der aus Zuneigung Liebe macht
und der niemals weniger wird,
weil du nicht bei mir bist,
niemals bei mir sein wirst,
niemals.



Für dich

Kein See ist tiefer, als meine Liebe zu dir.
Kein Berg ist höher, als meine Sehnsucht nach dir.
Kein einsames Tal, in dem ich dich nicht suche.
Kein leuchtender Stern, der nicht schreit nach dir.
Keine Ewigkeit, ohne dich.
Kein Tod, den ich nicht sterbe -
für dich.



Goldfalter

Ein Schmetterling, flatternd hin und her,
Nektar saugend hier und da
und jede Blume verbeugt sich vor dir,
gibt sich still hin, räkelt sich in dir
und weiß doch, dass du nicht bleibst,
weil nur im Flattern Leben atmet,
für Schmetterlinge wie dich,
die im Blütenkelch suchen
nach Träumen ungelebt
und doch als wahr empfunden.



Der Bach

Viel Wasser
geht den Bach runter,
verschwindet,
kehrt nie wieder.

Steig auf die Brücke
und schau hinab:

Der Bach ist immer da,
auch wenn das Wasser
nie dasselbe ist.







Herbstgruß

Einen Drachen
möchte ich dir steigen lassen
als lieben Gruß von mir,
nicht zu hoch,
aber hoch genug,
dass du ihn siehst.

Tausend Kilometer
sind nicht viel,
wenn nichts
dazwischenliegt.



Credo

Ich glaube, dass auf jeden Winter
ein neuer Frühling folgt,
ich glaube, dass auf jeden Regen
ein neuer Sonnenschein folgt,
ich glaube, dass auf jede Träne
ein neues Glück folgt.

Ich glaube, dass nach jeder Enttäuschung
ein neuer Stern erglimmt.
Ich glaube, dass nach jeder Sehnsucht
eine neue Milchstrasse erglüht.
Ich glaube, dass nach jedem Liebeskummer
ein neues Firmament erglänzt.

Ich glaube, dass der Himmel
immer wieder neu ersteht,
für Menschen wie dich,
die Liebe in sich tragen.

Und dafür liebe ich dich.



Rosen

Schau auf die Rose,
die ich dir schenkte,
sie ist vergangen,
doch abertausend Rosen
erblühen still in meinem Herzen,
nur für dich,
für dich, du Rose,
und wenn sie sich verneigen,
dann vor dir
und wenn sie stechen,
stechen sie mich
und wenn sie duften,
duften sie
nach dir
und wenn sie weinen,
dann um dich,
und wenn sie reden,
sagen sie:
DU



Liebestod

Immer wenn mir das Leben
als sinnlos erscheint,
öffnet sich eine Tür
und du streckst mir entgegen
deine rettende Hand.
O wenn ich dich nur anders lieben könnte,
als der Bruder die Schwester liebt.

Leidenschaftlich, feurig, tief:
Unter dem Julimond würd ich dich verführen,
in der Stunde zwischen Mitternacht,
wenn die Einherier mit Odins Schar in Walhall
den Sieg feiern auf der Feste Asgard,
würd ich mit dir verschmelzen.

Und die Erde würde beben
und Vulkane würden spucken
und Wellen würden fluten.
Und kein Mensch müsste sterben dadurch,
nur du und ich,
ein ewigwährender Liebestod,
nie endende Ekstase,
Nacht für Nacht,
immer wieder
neu.







Irgendwann

Irgendwann,
wenn wir uns ausgetobt haben,
irgendwann,
wenn wir uns die Fühler abgestoßen haben,

irgendwann,
wenn uns andere langweilen,
irgendwann,
wenn wir reif dazu sind,

irgendwann ...
du, Schmetterling,
ich, Nachtfalter
- irgendwann vielleicht,

du und ich?



Dein Himmel

Gib mir den Himmel,
schenk mir die Sonne,
zwei Worte, ein Lächeln,
verzieh den Mund,
verzeih mir ein unbedachtes Wort,
sei mir nah, sei mir fern,
rede, schweige still,
atme ein, atme aus,
lüg mich an,
bleib oder geh,
tu oder lass,
lieb oder hass,
tu dies oder das,
verwünsch mich,
verfluch mich,
verachte mich,
dein Himmel vergibt es dir,
weil deine Sonne immer lacht.



Dasein für dich

Wenn die Sonne sich senkt,
dann bin ich da für dich.
Wenn der Himmel sich schließt,
dann bin ich da für dich.
Wenn es nur noch regnet,
dann bin ich da für dich.
Wenn keiner Antwort gibt,
dann bin ich da für dich.
Wenn der Teufel dich ruft,
dann antworte ich für dich.
Wenn die Hölle bereitsteht,
dann gehe ich für dich.
Wenn du tausend andere liebst,
dann liebe ich dich.



Zauberin

Durch deine Fantasie,
durch deinen Geschmack,
durch deinen Humor,
durch deine Sichtweise,
durch deine Offenheit,
durch deine Bescheidenheit,
durch deine Hilfsbereitschaft,
durch deinen dominierenden Optimismus
verzauberst du die Welt.

Durch deine Worte,
durch dein Wesen,
durch deine Gesten,
durch dein Dasein,
durch dein Verständnis,
durch deine Toleranz,
durch deine Nachsicht,
durch deine allumfassende Liebe
verzauberst du mich.

Und der Löwe in mir schnurrt,
gebändigt und wild zugleich.



Prophezeiung

Dein Weg ist nicht mein Weg,
du nimmst die kürzere Route,
ich verharre hier und raste dort,
du fliegst, wenn ich fahre,
du fährst, wenn ich bummle,
meine Zeit vertrödle,
du nimmst mit und wirst mitgenommen
und wenn ich mich verlaufe,
steuerst du geradeaus zum Ziel,
dein Weg ist nicht mein Weg
und nicht alle Wege führen nach Ruhm,
doch deiner ganz bestimmt.



Hingabe

Mal mir den Mond,
zeig mir dein Firmament,
lass mich das Strahlen
deiner Sterne sein.
Lach mich an,
lach mich aus,
geig mir die Meinung,
blas mir den Marsch.
Zeig mir den Weg zu dir,
drück mich zur Seite,
leg mich in Dunkelheit ab,
hol mich ans Licht.
Lass mich ran,
schieb mich weg,
gib dich hin
und nimm mich an,
aber wirf mich nie weg,
weil es keine Instanz gibt,
die tiefer auslotet
eine unglückliche Liebe,
als mein trauriges
Herz
für
d
i
c
h.



Du ..

.. hast immer erkannt,
dass ich eigentlich alle Frauen liebe,
dass ich allen Komplimente mache,
dass ich allen schmeichle,
dass ich alle sanft verführe,
dass ich alle begehre.
Und doch warst du mir immer nah
und doch warst du immer da
und doch warst du die Sehnsucht
und doch warst du die Hoffnung
und doch warst du der Leitstern
meiner unerfüllten Fantasie
in einem schönen Traum,
der sich nie erfüllen darf,
Schwester im Geiste, du,
weil doch der Raum uns trennt
wie eine zeitgenaue Uhr
die ständig uns entgegen
und auseinander
tickt.



Füreinander

Ein altes Lied,
süße wohlbekannte Melodie
hängt mir so fest
am Nabel an.

Energien
laufen hin und her
und eine Liebe,
die sich hat so weit entfernt,

ganz langsam wieder wächst,
wie Zwirn auf einer Rolle,
die sich zurückspult
selbst und lernt,

dass nur Zeit die Wunden schließt
in einem bösen Film,
der nochmals angesehn
mit andren Augen still vergisst.

Und keiner muss da etwas
für den andren tun,
nur da zu sein
ist seine hohe Pflicht.



Beerenkuss

Ein Kuss
kann eine Erdbeere sein,
nimm sie auf
von mir
in deinen Mund,
drück sie
gegen den Gaumen,
spiele mit ihr, presse sie aus
und gib sie mir zurück.
Ich werd sie nie runterschlucken,
immer bei mir behalten
und lispeln
ein Leben lang
für die Erinnerung
an uns.



Behind the Mask

Du erkennst meine Seele,
du erkennst mein wahres ICH,
du erkennst meine Lügen,
du erkennst mein Gesicht

und nimmst mich an
und lässt mich sein
und bleibst bei mir -
und ich bei dir.



Fly Robin

Wenn ich hier immer wär,
in diesem schattgen Schimmer
und auch mein Herz hier hätt
aus vollstem Impetus,
dann könnt ich fliegen:
Uber die Dächer,
über die Berge,
über die Erde,
aufsteigen zum Firmament,
von oben auf die Wolken schauen
und immer weiter mich entfernen,
die Planeten würden klein,
keine Milchstraße mehr sichtbar,
immer weiter und weiter weg,
bis an den Rand der Zeit
und umkehren
und wieder sanft landen hier,
genau hier,
bei dir -
und müsst nicht weinen.



Goldengel, du

In einem andren Leben
möcht ich manchmal sein
und hier still wohnen
wie in einem fremden Haus,
erleben das, was andere erleben,
und das erspähn,
was andre sehn.
Und dann erfühlen,
ob ich als anderer,
dich könnt genauso lieben.



Paradiesfalter

Was nützen dir meine Rosen,
wo dir der Mond zusteht?
Was nützt dir der Mond,
wo dir die Sonne zusteht?
Was nützt dir die Sonne,
wo dir der Himmel zusteht?
Was nützt dir der Himmel,
wo dir das Paradies zusteht?

Welches Paradies, wirst du fragen.
Das Paradies in dir und mir,
komm lass uns darin baden,
jeden Tag und jede Nacht,
bis dass uns Gott daraus vertreibt
oder bis wir ihn vertrieben haben,
der uns aus unsrer Liebe
nicht vertreiben kann.



Fast alles

Siehst du,
wie die Jahre dahinziehen
und wir doch alle die Alten bleiben,
nichts lernen, nicht klüger werden?
Die Sonne hält sich zurück, zeigt spärliche Präsenz,
ich werde etwas müder, alles geht seinen Gang,
der Winter kommt und geht.
Bald schlafen die Worte ein.
Wenn ich nur auch schlafen könnte.
Das Feuer in mir findet keine Ruhe,
ich stehe in Flammen, heute und morgen,
die Welt brennt in mir, ich ruhe niemals,
das ist mein Vergehen.
Wie der Wolf in der Nacht heule ich,
jeden Tag und jede Nacht,
immer auf Futtersuche, nie gesättigt.
Das ist fast alles.

Den Rest hast du zensiert.



Sternengruß -

Hi meine liebe Liebe,
schöner Weg durch die Einsamkeit,
besinnlich besinnend,
wie oft suche ich solche Wege,
Schwester im Geiste,
ich bin dir nah,
spüre dich durch tausend Mauern,
als wärst du hier,
als atmetest du neben mir,
als ruhtest du bei mir
und ich schaute dich an,
Schönste, Du, Eileen,
dein Name wie ein Lied,
das nie verschallt
und immer hallt
in mir.

- Fernengruß



Seelenfarben

Wenn dir die Farben
deiner Welt nicht gefallen,
färb sie um.

Pinsel und Farbe stehen bereit.
Äußerliches liegt im Auge
des Betrachters.

Verfärbe nicht deine Seele,
denn ihre unendliche Farbpalette
ist die wahre Welt.

Das Licht mit seiner Farbbrechung
kommt nur von innen,
alles andere ist Illusion.



Wasserfrau

Lass deine Gedanken rauschen,
lass deine Worte sprudeln,
lass dein Herz quierlen,
lass deine Seele überlaufen.

Deine Gedanken sind wie ein Fluss,
deine Worte sind wie eine Quelle,
dein Herz ist wie ein Brunnen,
deine Seele ist wie ein Ozean.

Wenn es regnet, bist du bei mir.



Eileen

Vor der letzten Abbiegung,
vor dem letzten Kreuz,
an der letzten Tanke,
mit dem letzten Tropfen,
leerem Kanister,
heißem Kühler,
Ölmangel
und fehlender Luft
auf den Breitreifen,
immer wieder du.



Second Life

In einem Land
ohne Schmetterlinge,
ohne Blütenduft und
ohne Vogelsang
möcht ich nicht sein.

In einem Land
ohne Liebesglück,
ohne Herzeleid und
ohne Seelenpein
könnt ich nicht leben.

Liebe, quäle, töte mich,
fass dir mein Herz,
fahr in meine Seele,
friss mein Hirn -
im echten Leben.



Herz an Herz

Wenn ich dich denke,
hör ich Farben,
die ich fühle.
Wenn ich dich träume,
seh ich Töne,
die ich rieche.
Wenn ich dich lese,
schmeck ich Worte,
die mich wärmen.

So nah bin ich an dir.



Eusebia

Wie ziehts mich
immer wieder her
an diesen Ort,
der mir Altar ist stiller Einkehr,
ein längst vergessnes Liebeslied,
ein stiller Schlummer,
der mich überkommt
an deiner Brust.

Wie ist die Welt hier fern,
wenn ich dich denke,
wie sink ich nieder
wie vor einer Mutter,
die streichelt mein Haar:
Heute und in tausend Jahr.

Und mir verzeiht,
was ich auch tat.



Kältere Tage

Dass irgendwann
ein jedes enden muss,
und traurig dann vergeht,
das ist der Lauf der Zeit.
Es ist schon Herbst,
der Winter dann ins Hause steht
und kalte Füße unter Decken kuscheln,
wenn meine Uhr nur richtig geht,
dann ist es auch für mich zu spät,
zu richten, was einst war,
und was in meinem Geiste immer steht:
Verlier mich,
doch vergiss mich nicht.



Eileen

In the darkest hour,
in my deepest dream,
in this knocking heart,
I'll be with a queen,
she's called Eileen.
Have you ever seen,
the girl I mean?
Have you ever seen,
a girl like Eileen?



Verschlagenes Herz

Ei-leen, Ei-leen,
mein Herz ist hin,
Ei-leen, Ei-leen,
hör ich es schlagen,
Ei-leen, Ei-leen,
will es mir sagen,
Ei-leen, Ei-leen.

Bum-bum, Bum-bum
war früher drin,
Ei-leen, Ei-leen
ist jetzt sein Sinn.



Zehn Leben

O hätt ich zehn Leben,
ich würd sie dir geben:

Eins zum Fragen,
eins zum Sagen,
eins zum Lachen,
eins zum Machen,
eins zum Schauen,
eins zum Misstrauen,
eins zum Hassen,
eins zum Verlassen,
eins zum Versieben ..

und eins mich zu lieben.



Eine Rose für Eileen

Der Schnee, ein Eiskleid überall,
mein Rosengarten ist bedeckt,
im Frühjahr kommt auf jeden Fall,
was jetzt noch schützend sich versteckt.

Und wie im Eis die Rose überlebt,
tuts auch die Freundschaft gerne,
wär ich denn sonst jetzt so bewegt,
und grüßt dich aus der Ferne?

Ich weiß nicht, wer dein Schicksal lenkt
und wer dir heute Rosen schenkt,
Entschuldigung in Blumen bringt:
Verzeih mir! So in Versen singt.



Janz eileen

Der Jedanke an dich,
so wie ick an dich denke,
kann mir keener nehmen,
jehört mir janz eileen ...



Berlin, hin und zurück

Das sind so Tage,
da ist mir morgens
schon dämmerschopprig.

Da möcht ich mich
morgens in den Tag rein-
und abends aus dem Tag raussaufen.

Kommst du,
wir ziehen durch Berlins Kneipenwelt,
ich nehm dich Huckepack.

Komm, lass uns schlampampen,
lass den Tag verglühen, schenk uns die Nacht,
der Alltag weckt dich morgen sowieso.



Du und ich

Ich hab
dir keine Berge versetzt,
nur einen Berg an Zuwendung geschenkt.

Ich hab
dir keinen Rosengarten versprochen,
nur eine Rose gab ich dir.

Ich hab
dir keine Sterne vom Himmel geholt,
nur einen Stern hab ich dir gezeigt.

Ich hab
dir nie mehr abverlangt, als die Freiheit,
gehen und kommen zu dürfen, wann ich will.



Deine Gedichte

Wenn du Gedichte schreibst,
dann weiß ich,
du schreibst die Wahrheit,
du schreibst authentisch,
was dich bedrückt.

Wenn du Gedichte schreibst,
dann weiß ich,
du öffnest dich und zeigst
das Höllenfeuer deiner Seele,
das dich verbrennt.

Wenn du Gedichte schreibst,
dann weiß ich,
du bist der Mensch,
der hinter deinen Worten steht
und leise weint.

Wenn du Gedichte schreibst,
dann weiß ich,
wer du wirklich bist
und schau in dich
und sehe manchmal mich.



Verschlagen

Wenn du mich schlägst,
dann fühl ich mich geschmeichelt:
Wenn du die Peitsche führst,
von dir gestreichelt.

Das Blut in Striemen
auf der Haut mir brennt:
Und doch empfinde
ich’s als Kompliment.

Ein Wechselbad geteilt
aus Schmerz und Freude:
Du hast an mich gedacht -
mal wieder heute.



Ohne dich

Wenn du mich loslässt,
dann prasseln Feuerkugeln
auf mein Seelenschloss.

Die Türme brennen
und die Mauern brechen ein
und meine Liebe

zieht sich still zurück
in tiefe Kerker,
feuchte Gruften und Verliese.

Und lebt verlassen,
ohne Sonne, ohne Luft
und ohne Leben

... bis sie dann einsam endlich stirbt.



Depressiv

Ich bin verrucht
und bin verliebt in 33 Frauen
und liebe doch nur eine inniglich.

Ich möchte schrein
und fühle mich verlassen,
allein für immer, ewiglich.

Das Leben ist
mir nichts mehr wert,
das Sein hat seinen Sinn entbehrt.

Ich bin allein mit 33 Frauen
und die ich liebe,
hat sich abgekehrt.



Ausgesprochen

Offen ausgesprochene Worte
können nur gut sein,
da wird dir keiner zürnen.

Ich sehe deine süßen Lippen
im Geiste vor mir,
wie sie die Laute zu Tönen formen
und spüre nur ein Bedürfnis:

Ich möcht dich ausgesprochen küssen,
möchte dich stummküssen,
möchte dich liebküssen,
möcht die Liebe
in dich reinküssen,
die Enttäuschung
rausküssen,
wegküssen,
fortküssen.

Ausgesprochen.
Abküssen.
Dich.



Alptraum

Es ist, wie wenn man
schreien möchte,
doch die Stimme stockt,

Es ist, wie wenn man
rennen möchte,
doch kommt nicht vom Fleck.

Ich rufe nach dir,
doch du hörst
mich nicht mehr,

Ich lauf dir hinterher,
doch du bist schon
zu weit weg.

Und Regen aus dem Himmelszelt:
Wenn Männer weinen,
weint die Welt.



Seelenwinter

Du warst immer bei mir,
doch von dir aus gesehen,
hab ich mich immer mehr entfernt,
bis nicht mehr viel blieb.

Jetzt muss ich lernen,
was ich hätte wissen müssen,
frühestens als du meine Gedichte
von deiner Homepage gelöscht hast.

Jetzt muss ich Abschied nehmen,
von deiner Hompage, deinen Gedichten,
deiner Zuneigung und deiner Zärtlichkeit
und andren Illusionen, schönen Träumen.

Jetzt wird es Winter. -
Mitten im Frühling.



Glücklich

... geh ich in den Tag,
wenn dein Buch
auf meinem Kissen
beim Erwachen
sanft an meine Wange schlägt,
als wärs ein Morgenkuss von dir.



Berührungen

Verletzungen und Kränkungen der Seele
unter Liebenden
sind wie Bisse und Kratzwunden
aus einem leidenschaftlichen Liebesspiel.

Irgendwann kehrst du zurück.



Jägermeister

Selbst wenn ich mich besaufe,
um zu vergessen,
muss ich an dich denken
und sehe den Wald nicht mehr
vor lauter Förster.



Immer bei mir

Ich hatte alles in der Hand
und habe alles fallen lassen,
durch meinen Leichtsinn,
durch meine unbedachten Worte.

Ich kam und nahm und ging,
doch bin ich nicht von dieser Sorte,
man mag mich lieben, mag mich hassen,
doch Treue war mein Pfand.

Egal wo ich auch immer war,
warst immer du bei mir.
Und wo du mich auch stichst:
Ich trug dich hier und hier und hier.

Und jede Narbe, die ich trage,
gehört mir an als wärs ein Teil von dir.
Lieber von dir schmerzlich verletzt werden,
als von dir unberührt sterben.



Sternennacht

Alles schreitet fort,
alles entwickelt sich weiter,
die Zeit eilt davon,
nur ich bleibe zurück,

verharre in der Dunkelheit
meiner eigenen Seele,
erstarre im Aschenregen
meiner verbrannten Träume,

schaue in den Abendhimmel,
wie in einen Abgrund,
bodenlos, sternenlos, lichtlos,
leblos, gesichtslos, gnadenlos,

Wo ist der Stern,
der nur für uns leuchtete?
Kannst du ihn sehn?
Kannst du meine Tränen sehn?



Sternbild

Was gehen mich Tag und Nacht an,
wenn ich selbst Tag und Nacht
in meiner Seele trage,
wenn die Nacht meine Tage
dominiert und überdauert,
weil du mich übersiehst
in dieser Nacht
am Sternenhimmel,
in den du siehst
und suchst
und liest?



Sonnenfinsternis
(In Memo Ei-leen)

Wenn die Sonne untergeht,
kommt die Nacht,
Dunkelheit überflutet die Welt,
Sturmwind zieht durch mein Herz,
Kälte hält Einzug.

Es ist Ostern
und bei jedem Ei,
das ich mir an die Stirn schlage,
unterschlage ich die zweite Silbe
und sterbe einen kleinen Tod.



Einst ...

Du warst immer alles für mich,
fortan wird alles für mich nichts sein,
ich werde einatmen,
ich werde ausatmen,
ich werde sein,
allein sein.
essen, trinken,
schlafen

... und mich erinnern.



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