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Aphorismen13
(72 Texte)



Blogger

So viele gestörte Menschen,
die zur Seelenentlastung bloggen,
so viele unverarbeitete Traumen,

die sich anonym artikulieren,
so viele arme Opfer
die um Hilfe schreien.

Sie ritzen oder kotzen,
nehmen Tabletten
oder sind in Therapie:

Und ich:
Nur ein normal Verrückter
inmitten des Grauens:

Noch ein Absinth
und ich färb mir die Haare grün
wie einst Baudelaire,

grün wie die Hoffnung.



Einen Stern

.. möchte ich zeichnen,
einen Stern in meiner Seele.

Aber das ist schwerer
als ein Elefant in einer Boa.

Und ich habe Angst,
dass ihr doch nur

einen Hut erkennt.



Phönix

Hätte ich hier ein Dutzend Freunde,
die mir ständig meine Texte schönreden,
dann machte ich was falsch.

Ich folge meiner Intention,
meiner unbeugsamen Seele,
meinem brennenden Seelenfeuer.

In Gut und Böse.



Oftmals

.. bin ich fies,
bin ich lieblos,
bin ich gemein,
bin ich ungerecht

wie Menschen es halt
zuweilen leider sind:
Das bist du aber auch
und du und du und du.

Nur hast du dich
besser sozialisiert,
hast dich besser im Griff,
hast die bessere Kontrolle.

Wie du wirklich denkst,
versteckst du besser.



Das Leben ist laut

Wie schön ist die Stille,
wie schön die Ruhe,
wie schon der Frieden.

Aber ich war tot
eine ganze Ewigkeit
und werde wieder
eine ganze Ewigkeit

tot sein.



Pflegeleicht

.. möcht ich manchmal sein,
mich integrieren und anpassen
den Integrierten und Angepassten.

Aber ich breche aus
und breche ein
und breche die Regel:

Unberechenbar mir selbst.



Frei?

Als ich dachte,
ich sei endlich frei,
war ich doch nur vogelfrei:
Zum Abschuss
freigegeben.



Schnee

Hoffen,
sehnen,
wünschen
und warten,

doch das einzige,
was kommt,
ist der Schnee
in den Haaren.

Lass uns lieben:
Heute und morgen,
nicht erst in
hundert Jahren.



Im Leben

.. den Körper
verleben,
ableben,
runterleben.

Nichts hinterlassen
dem Tod:
Kein Festschmaus
für Würmer.



Den Feind

.. totschweigen:

So lange schweigen,
bis sich nichts mehr rührt.

Wer hat den längeren Atem?



Schweigen

.. will ich lernen,
nichts mehr sagen,
einfach Stille sein,
Ruhe halten,
Frieden.

Hast du was gehört?
Hab ich was gesagt?



Für ein Stück Wurst

Kennst du den Mann,
der in Grillhütten schläft,
der sein Hab und Gut
in Plastiktüten trägt?

Der keinen hat zum Reden
und nur seiner Wege zieht,
der täglich nachts friert
in kärglichen Decken?

Kennst du den Mann,
der auf seinem Fahrrad lebt
und stetig strampelt
von Ort zu Ort?

Der kein Dach über sich
auch bei Regen fährt,
und der manchmal
beim Metzger die Straße fegt

für ein Stück Wurst?



Aggressor

Natürlich bin ich aggressiv,
wie könnt ich sonst
so wütend anschreiben
gegen das Unrecht?

Wie könnt ich sonst
meinen Unmut verarbeiten,
meine Worte schmieden
zu Schwertern?

Wie könnt ich sonst
in die Welt schreien,
wie könnt ich sonst
in die Welt weinen?

Wie könnt ich sonst bestehen,
ohne unter zu gehen?



Moral

.. ist die künstliche Einteilung
des Menschen in gut und böse
und ist die Grundlage
vieler Glaubensbücher.

Als gut gilt das,
was für die Allgemeinheit agiert,
als böse jenes,
was nur für sich scheffelt:

Liebe statt Hass.
Geben statt nehmen,
offene Hand statt Faust,
Altruismus versus Egoismus,.

Wer anderen etwas wegnimmt,
gilt als böse,
wer seine Erlöse teilt,
gilt als gut.

Das ist die Grundidee,
besonders gut dargestellt
in den anschaulichen Romanen
von Charles Dickens,

der ein Herz hatte
für die Unterdrückten
und Gebeutelten seiner Zeit
und für sie schrieb.

Heute würde ich gerne
manchen Politikern und Managern
ein Buch von Dickens
zur Lektüre überreichen,

aber die Habgier
hat sie schon in ihrer Hand
und lässt sie nicht mehr los:
Ebenezer Scrooge lebt

und hat sich stark vermehrt.



Salzstock in der Seele?

So wie sich die Kontinente
stetig verschieben
und eine Endlagerung
des atomaren Mülls
nicht mal über die Hälfte
der Halbwertzeit
gesichert scheint,

so verschiebt sich auch
stetig deine Seelenlage:
Was heute vergraben scheint,
kommt morgen ans Licht
und will angenommen,
will erkannt und bejaht,
will verarbeitet sein.

Die Geister der Vergangenheit
streben ans Tageslicht,
lassen sich nicht leugnen
durch Vergraben im Innern,
weder in Salzstöcken,
noch im Seelengeästel,
höchstens zeitlich verschieben.

Die ungeweinten Tränen
müssen geweint sein,
damit das Salz sich löst,
das sie einpackt und versteckt:
Es muss raus aus uns,
was uns am Dasein hindert
und unser Leben beschwert

wie tickende Tonnen.



Wetterlage

Mal herrscht tropische Hitze,
mal eisige Kälte,
mal zieht der Sturm
durch die Seele,
mal fällt der Regen,
und dann wieder
diese bekömmlichen Tage,
angenehm zu nehmen,
ohne Höhen und Tiefen,

wo der Versucher dich lockt,
alles aufs Spiel zu setzen,

um nicht in Lauheit
zu vergehen.



Manchmal
(für annmadlene)

.. tut es mehr weh,
die Wahrheit zu sagen
als schön zu lügen.

Aber jede Lüge
kommt am Ende auf
und führt zu Schmerz.

Deshalb meine Offenheit
zu dir und deinen Gefühlen:
Ich liebe dich als Freundin,

und nicht als mehr.



Ich liebe dich

Der Himmel lebt auf Erden,
wenn ich an dich denke,
wenn ich dich in Gedanken
sehe und mit dir spreche,
als wärst du hier bei mir.

Ich liebe dich.



Spiegelschau

Macht euch nackig
und stellt euch vor den Spiegel:
Ohne Klamotten, ohne Schmuck,
ohne Konten und Immobilien,
ohne Macht und hohe Posten

und ihr werdet die Affen sehen,
die ihr in Wahrheit seid.



Beten

.. ist eine Art der Selbsthypnose
ist eine Art der Eigenmanipulation.

Wer möchte, dass ich bete,
möchte meine Seele beherrschen.

Religionen wissen sehr gut,
wie sie es machen müssen,

weil sie früh indoktrinieren
und später manipulieren.

Gehirnwäsche ist ihr Metier:

Fuck you Jesus,
Fuck you M0hammed.



Das Leben ist ein Spiel

.. ein langer Gang über einen Flur
mit vielen Türen rechts und links,
die du betreten kannst.

Am Ende des Flurs
aber befindet sich eine Tür,
die du niemals freiwillig öffnen solltest.

Sie ist nur angelehnt
und ein kalter Hauch zieht herein durch sie:
Meide diese Tür, ich flehe dich an.

Manchmal sehnst du diese Tür
in deinem Unmut, in deiner Verzweiflung,
aber noch keiner ist je zurück gekehrt,

der durch diese Tür ging.



Discounter

Gestern Fleisch beim Discounter gekauft
und dann Abends beim Braten:
Die Pfanne schwimmt in Wasser.

Wenn ich Wasser haben will,
dreh ich am Wasserhahn.

Was spart man denn,
wenn in jedem Kilo Fleisch
ein halbes Kilo Wasser nach Luft rudert?

Ich bin bekehrt und belehrt:
Gehe ab sofort wieder zum Metzger:
Da zahl ich das doppelte
und hab das dreifache,

weil auch die Qualität stimmt.



Dschungelcamp

Schon denkwürdig,
was Menschen auf sich nehmen,
für schnelles Geld
und ein wenig Berühmtheit.

Das Geld soll oft Schulden ausgleichen
und der Ruhm ist eher unrühmlich.

Mir tun hier nur die Tiere leid:
Schonmal drüber nachgedacht,
dass dies auch Lebewesen sind?

Wie pervers ist das denn,
wie krank ist unsere Gesellschaft,
wie morbide ihr Geschmack?

Wo wird das enden?



Islamisierung des Abendlandes

Die innere Angst kanalisiert
sich gern auf ein äußeres Objekt,

sucht sich gern einen Sündenbock,
einen schwarzen Peter für ihr Spiel.

Wir haben den Kanal noch lange nicht voll,
intoniert die Pegida und weckt schlafende Wölfe.

Und schafft sich so erst den Feind,
den sie braucht für ihr Feindbild.



 Suizid?

In der Verzweiflung
nach dem Tod rufen,
ist eigentlich ein Hilferuf
an das Leben.



Frei

.. ist auch das Wort für:
Gefangen in Einsamkeit.



Gefühlsblinde

.. erkennt man daran,
dass sie immer
an der falschen Stelle weinen.



Alles für dich

Wenn ich weine,
weine ich um dich,

Wenn ich lache,
lache ich für dich.

Wenn ich sterbe,
sterbe ich um dich.

Wenn ich lebe,
lebe ich für dich,

für dich allein.



Jungfrauen gesucht

Wir suchen wieder welche!
Meldet euch bitte an:
Der Himmel braucht Jungfrauen,
ob der hohen Sterblichkeitsrate
der tapferen IS-Kämpfer.

Bewerbung mit Lebenslauf
und Echtheits-Zertifikat
an Randstad Zeitarbeit.

Mindestlohn garantiert und Fahrgeld.



Selbstsuggestion

Das ständige Beten der Muslime
auf ihren knieschonenden Teppichen
ist eine Art Selbsthypnose.

Klug eingefädelt
von den Religionsgründern:

Wenn ich mich fünfmal
am Tag gegen Mekka wende,
kann mir keiner ausreden,
dass der Kerl wirklich besteht,
den ich so blind anbete.

Ein Fall von Eigensuggestion.



Hinauf

Der Weg ist schwer ins Leben,
weil es bergauf geht.

aber wenn du erreicht hast
die höchste Höhe,

geht es bergab,
dem Grab zu.

Warum also murren?



Alles

.. was gut war
in meinem Leben,
hab ich verhauen.

Ich lebe auf
schmalem Grad
zwischen Abgründen.

Und bin immer
gefährdet abzugleiten
in die Dunkelheit.

Das ist mein Weg.



Lazarus

Anstatt rauzugehen,
mit den Kumpels
um die Häuser zu ziehen,
bin ich wieder am PC
wie eingesargt.

Morgen stehe ich auf,
morgen steige ich ins Leben

neu ein.



Nachthimmel

Schau in die Nacht,
nur heute einmal
und siehst du einen Stern,
sag mir Bescheid,
ich sehe keinen.

Nur schwarze Dunkelheit
umkränzt die Welt.

Wo soll die Hoffnung bleiben,
wenn alle Sterne tot?



Lascona

Wenn du liebst und glücklich bist,
weil du wiedergeliebt wirst,
dann ist die Dichtung dir fern.

So geht es allen Glücklichen im Leben:
Die Sehnsucht ist der beste Dichter,
im Glück allein fällt ihm nichts ein.

Drum muss ich immer unglücklich sein.



Regen

.. fällt auf die Erde,
versickert zwischen den Steinen,

.. fällt in die Seele,
sammelt sich im Seelensee

und der läuft über,
wenn wir weinen.

Es tut weh
und es befreit

wie ein Schrei.



Eigentlich

.. sollte ich nur noch
Liebesgedichte schreiben,
Gedichte an dich,
Gedichte, die dich besingen,
Gedichte, die dir huldigen

wie sie die Minnesänger sangen,
einst, um zu ehren
die unerreichbare Dame
des herrschaflichen Hauses

in Respekt und Liebe.



Schicksal

Alles hat seine Ursache:
Eins baut aufs andere auf.
Ich laufe zur Tür, weil es klingelt,
ich gehe an den Brotkasten,
weil ich hunger habe,
lege mich schlafen,
weil ich müde bin

und wenn ich diesen Text schreibe,
dann weil er aus mir heraus will,
weil er sich ein Ventil sucht,
aus mir heraus zu kommen.

Das ist Schicksal, kein Zufall.



In den Wolken

Wenn  ich schwebe in Wolken,
denke ich an dich,
träume ich von dir,
bist du still bei mir

wie eine Freundin,
wie eine Geliebte,
wie die Liebe meines Lebens -
und das Leben selbst

ist getunkt in Zuckerwatte.



Inspiration

Wenn junge Nachwuchsdichter
sich durch mich angeregt fühlen,
dann erfüllt mich das mit Stolz.

Haben wir nicht alle mal angefangen
und die großen Gedichte imitiert
der übergroßen Meister der Dichtkunst?

Ich hatte da mal fies drauf reagiert,
aber wenn eine 15jährige angeregt wird
durch mich und meine Werke,

sollte ich mich wirklich sehr freuen:
Wir lernen eine Sprache zuerst durch
das Nachsprechen und Nachahmen.

Die 15jährige wird älter werden,
wird ihre Erfahrungen machen,
wird ihren eigenen Stil finden.

Wenn sie sich an Schiller schult,
an Poe, Goethe und Shakespeare,
dann stehe ich in guter Tradition.

Kannst du mir verzeihen,
du, die mich Dichterfürst nannte
und mir von Freundschaft schrieb

und stiller Liebe?



Ein Dichter

.. darf seine Texte nicht erklären,
darf keine Diskussionen führen,
darf sich nicht selbst interpretieren:

Er selbst versteht oft nicht wirklich,
was er wie, weshalb und warum schreibt,
denn es schreibt in ihm und aus ihm heraus:

Und wenn er auch die Ursache kennt,
so erkennt er selbst nicht immer den Plan
der höheren Instanz, die ihm die Worte schenkt

und seine Dichtung lenkt.



Gedichte

.. kann man kaputt reden
oder still genießen.

.. kann man analysieren
oder wirken lassen.

.. kann man gedanklich zerfleddern
oder gefühlsmäßig annehmen.

.. kann man hinterfragen
oder einfach lieben

wie sie sind.



Abend

.. überfällt das Land.

Alles ruht und schweigt
in mir wie der Wald
vor dem Fenster.

Und in der Stille
denke ich an dich
und deinen Opa,

der im Sterben liegt
und ein Grund ist,
dass du nicht schreibst

bei wordpress
und ich bete für ihn
und bete für dich,

und bin für dich da
in deiner Trauer:
Meine Hand

auf deiner.



Du

Ein Schmetterling in tiefer Nacht,
der setzte sich auf meine Hand

und es war Liebe,
die ich da empfand,

denn dieser Schmetterling
warst du.



Wolkenspiel

Das ist der Unterschied
zwischen dir und mir:

Du schaust in die Wolken:
Ich lebe in ihnen.



Pro Asyl

Wenn ich verfolgt würde,
wenn mein Leben gefährdet wäre
im eigenen Land, in meiner Heimat,

wie würde ich ein Land suchen,
das mir neue Hoffnung schenkt
und mich rettet vor dem Tod.

Alles würde ich dafür geben
und alles dafür aufgeben.

Das wäre nicht leicht für mich,
aber die einzige Möglichkeit,

weiter zu leben.



An anderen Orten

.. herrschen andere Gesetze,
werden Menschen versklavt,
werden Menschen gefoltert,
werden Menschen ermordet.

Lasst uns gedenken
an andere Orte,
wo die Freiheit
nur ein Wort ist,

und sich keiner schert
um ein Kind,
um eine Familie,
um ein Volk,

das niedergemetzelt wird.



Frage an die Damenwelt


Wir Männer sollen uns zum Pinkeln setzen,
aber wer knallt dann die Reste weg
in Schießspielen auf dem Klosett?

Wer eliminiert die Bremsstreifen,
die eure Scheiße hinterlässt?

Mein dicker Strahl!



Testen

.. meine Besucher
auf ihren Humor
tu ich schon
und wer keinen zeigt,

hat hier nichts verloren
weil er hier nichts gewinnen kann

in seiner Borniertheit.



Ficken

.. hab ich gelesen,
soll gesund sein
und es soll gesund sein,
statt “Geschlechtsverkehr”
einfach “Ficken” zu sagen.

Als ich meine Mutter früher fragte,
was “Ficken” sei,
sagte sie: “Zusammen Essen”.

Dann nehmt Platz
an der gedeckten Tafel
und lasst uns fröhlich Ficken.



Fehlende Empathie

.. ist es oft,
die manche Menschen
etwas finden lässt,
was sie gegen andere
verwenden können

und da ist jeder Anlass recht.



Verträumtes Leben

Es gibt eine Zeit
zu träumen
und es gibt eine Zeit
zu handeln.

Wer nur träumt,
der verschläft
sein Dasein,

verpasst jede Chance.



Gott lebt

Wer Gott sehen will,
der besuche die Kirche
oder gehe in die Natur
und schaue sich eine Pflanze an:

Sie ist Gott
in all seiner Ausprägung,
in all seiner Allmacht,
in all seiner Liebe.

Gott lebt in der Natur.



Die Folgen

.. jedes Krieges
sind immer Traumen
bis in die nächsten Generationen.

Und wenn sich eine Generation
dann freigeschwommen hat,
beginnt der Krieg schon in der Schule:

Wer hat die besten Klamotten,
wer tastet das beste Iphone,
wer sieht am besten aus?

Wer ist am schwächsten
und am leichtesten zu mobben?

Der Krieg ist nicht draußen:
Der Krieg ist in uns.



Zwangshandlung

Manchmal weiß man,
dass es falsch ist
und tut es trotzdem
immer wieder.

Ich müsste einem
aus meiner Umgebung
schon längst die Meinung
gegeigt haben,

aber wenn ich ihn treffe,
bin ich wie gelähmt
und geb mich freundlich,
rede ihm nach dem Mund.

Bin dann nicht mehr ich,
sondern der, den er in mir sieht
und reagiere auch so,
fast wie gelähmt im Sein.

Was ist das wohl,
das uns beherrscht
wie unter Hypnose
und uns hindert

im tiefsten Innern?



Augenwasser

Manchmal läuft mir Wasser
aus den Augen beim Schreiben
und ich spüre es schon nicht mehr,
aber wenn ich dann in die Küche gehe,

mir einen Tee mache,
merke ich es doch,
das da was läuft
auf der Wange

und werde drauf aufmerksam.



Unsere Erde
(für Finbar)

Wer die Welt betrachtet
und in den Fokus nimmt,
das Kleinste und das Größte sieht,
in seiner schönsten Pracht und Vielfalt,

in seinen Farben und Formen,
in seiner unwiderbringlichen Einmaligkeit,
in dem, was Natur sein will  und still darstellt,
das muss ein wissender, ein gläubiger Mensch sein.

Die Kamera ist ihm verlängertes Auge,
das Objektiv ist ihm verlängerter Blick,
die Linse ist ihm verlängertes Sehen
und in seinem Hirn sind die Bilder
schon greifbar, bevor er sie knipst.

Und die Bilder sind wahrhaft,
die Bilder sind authentisch,
die Bilder sind echt
wie die Natur
in ihm

und um ihn.



Tabus

.. haben ihre Berechtigung,
sind wichtig für das Miteinander
in einer sozialen Gesellschaft.

Der Künstler mag Tabus brechen,
um provozierend anzuregen
zum Denken und Nachdenken.

Wer Tabus bewusst bricht,
nur um Tabus zu brechen,
ist eigentlich ein Verbrecher.

Das fing schon mit den Judenwitzen an.



Je suis Charlie,

aber jeden Witz
auf Kosten anderer
muss ich deshalb
doch nicht bringen.

Es gibt eine Grenze
des guten Geschmacks,
die ich nicht übertrete.

Karikatur ist wichtig,
wo sie Missstände zeigt,
aber nicht per se,

nicht als Selbstzweck.



Seelenkinder

Die Seele öffnen,
fällt manchen schwer.

Dürfen wir doch alles,
nur keine Gefühle zeigen.

In Schule und Beruf
seinen ‘Mann’ stehen

und Männer weinen nicht,
sind immer stark.

Aber die wahre Stärke
sieht anders aus:

Emotionen sind das Stärkste,
was Menschen bestimmt,

denn sie kommen aus der Seele,
dem einzigen was zählt.



Selbstanalyse

Meine Seele ist
wie heiße Milch:

Wenn ich schreibe,
schöpfe ich den Rahm ab.



Wahrheit im Glauben

Das alte Testament
ist ein Buch der Weisheit
und des Trostes.

Aber als der Glaube
aus den Fugen geriet
und die Schacherer siegten,

trat Jesus auf den Plan:
Liebe deinen Nächsten wie dich selbst.
Das ist der beste Satz

der Weltliteratur.



Zum Nachdenken für mich und andere

Was man nicht alles zu anderen sagt,
um sich selbst ein Ventil zu schaffen:

Man erniedrigt und verletzt andere,
um sich selbst scheinbar zu erhöhen.

Manchmal ist der andere gar nicht gemeint,
sondern eine Wut arbeitet in einem selbst,

die sich angestaut hat aus etwas anderem,
gegen das man macht- und hilflos dasteht.

Was man im anderen damit anrichtet,
ist einem dabei momentan völlig egal:

Im schlimmsten Fall löste es etwas aus,
das ein Leben lang in ihm nachwirkt.

Könnt ich nur immer so einsichtig sein,
so verstehend, so einfühlend, so empathisch:

Ich möchte keinen mehr verletzen:
Helft mir dabei, weist mich hin

auf meine emotionalen Fehler
und zeigt Verständnis

für einen, der es besser kann
und will.



Ratschläge

.. nehme ich nicht gerne an:
Irgendwas in mir
streubt sich dagegen.

Ich blogge ab,
aber in mir arbeitet es weiter
und es denkt in mir.

Und nach einiger Zeit,
mal dauerts länger,
mal kürzer,

sehe ich ein:
Der Rat war doch nicht dumm
und ich gebe dir Recht

und danke dir.



(Für all jene, die mir helfen wollten
und denen ich vor den Kopf stieß,
starrsinnig und in rechthaberischer Manier)



Sternenschutz

Jeder Mensch ist ein Solitär,
jeder Mensch hat das Recht zu leben,
jeder Mensch hat die Bestimmung zu Glück

und jeder Mensch ist ein Universum,
das sich um ihn beschützend dreht
und ihn immerdar behütet

und ihn schützt.



Der Himmel über uns

So viele liebgemeinte Dichtung,
so viele gutgemeinte Worte,
so viel der Liebe.

Zuletzt bleibt nur das,
was der Himmel aufnimmt
und akzeptiert:

Der Himmel in dir
und in mir.



Terrorismus

.. als romantischer Freiheitskampf
hat sich selbst ad absurdum geführt,
weil unschuldige Menschen sterben müssen.

Wer das nicht verstanden hat,
mag borniert sein, dumm sein,
aber er verfügt auch nicht über Empathie

und kann nicht ermessen,
welches Leid er anderen zufügt,
aber hier über Mitgefühl zu reden,

führt genauso in tote Hirnregionen
wie einen Toten erwecken zu wollen:
Wer ständig Menschen tötet

überall auf der Welt, einfach so,
dem ist nicht beizukommen
mit guten und gerechten Worten,

dem muss man Bomber schicken,
die ihn vernichten.



Weltbürger

Ich bin Jude,
ich bin Buddhist,
ich bin Hinduist,
ich bin Mohammedaner,
ich bin Christ usw.,

weil die Welt nur eine Urmutter kennt,
die ihren Kindern Liebe schenkt.

Liebe ist das Zeichen der Religion,
alles andere ist Lüge.



Freiheit für alle

Ein Mensch muss immer sagen dürfen,
was er denkt, was ihn bewegt,
so auch die Pegida und dafür stehe ich ein.

Auch wenn ich inzwischen
anderer Meinung bin,
denn jeder Mensch hat auch das Recht,
seine Meinung zu ändern.

Die Pegida führt einen Krieg
gegen Toleranz und ein Miteinander
in Frieden und Gerechtigkeit.

Aber das ist die Demokratie,
dass wir ebenfalls Flagge zeigen
und zu unseren Mitbürgern stehen,

wo sie auch herkommen,
wer sie auch sind.



Kinder des Shaitan

Dinge scheinen oft sinnlos,
aber wenn sie die ganze Welt vereinen,
bekommen sie einen tieferen Sinn,

tragen sie etwas weiter,
von Mensch zu Mensch,
von Volk zu Volk,
von Staat zu Staat,
von Land zu Land,

was den Taten keine Rechtfertigung gibt,
aber zu einem neuen Denken führt,
indem es Feinde vereint,
Religionen vereint,
Rassen vereint,

im Kampf gegen das,
was kein Gott gesät hat,
sondern allein der Teufel,

der Satan, der Shaitan.



Mahnmal

Wer sich der Gewalt beugt,
der lebt vielleicht weiter,
aber ist im Leben schon tot.

Wer sich der Gewalt
entgegen stellt,
der stirbt vielleicht,

aber bleibt unsterblich.



Über souveränes Denken

“Das Recht zu sagen und zu drucken,
was wir denken und Fühlen,
ist eines jeden freien Menschen Recht,
welches man ihm nicht nehmen könnte,
ohne die widerwärtigste Tyrannei auszuüben.”

Voltaire



“Ich bin Charlie ..”,

sprach Hadschi Halef Omar
Ben Hadschi Abul Abbas
Ibn Hadschi Dawuhd
al Gossarah Charlie

“.. und darauf kannst du einen lassen, Effendi.”

“Aber nicht hier auf diesem Blog,
mein treuer Halef ..”

‘Schweigemarsch!’, sagte ich:
Sonst gehts zurück zwischen
die grünen Buchdeckel ..



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